MKK-Stipendium

Fotografin beeindruckt in Mendener Gut mit dritter Dimension

Linda Lebeck hat das MKK-Stipendium für 2020 im Bereich Fotografie gewonnen.

Linda Lebeck hat das MKK-Stipendium für 2020 im Bereich Fotografie gewonnen.

Foto: Rudolf Finke / Museumsverein

Menden.  Linda Lebeck gewinnt das MKK-Stipendium im Bereich Fotografie. Besucher können ihre Werke bis zum 12. Januar im Gut Rödinghausen ansehen.

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Linda Lebeck hat gewonnen. Im Kampf um das Stipendium 2020 der Märkischen Kulturkonferenz für Bildende Kunst im Bereich Fotografie hat sich Lebeck gegen die anderen fünf Bewerber durchgesetzt. Im kommenden Jahr erhält die junge Hamburger Künstlerin das hoch dotierte Stipendium von 12.000 Euro und somit die Chance, sich ein Jahr ungehindert ihrer Leidenschaft zu widmen.

Der Kaminsaal und die Ausstellungsräume im Gut Rödinghausen sind am Abend der Bekanntgabe gut gefüllt. Die anwesenden Künstler können den Andrang kaum fassen.

„Dieses Haus ist als Ausstellungsort eine echte Entdeckung!“ stellt Dr. Rouven Lotz, Direktor des Emil Schuhmacher-Museums in Hagen, überrascht fest. Wie die anderen 120 Gäste der Ausstellungseröffnung, ist er von der einzigartigen Atmosphäre des Kaminsaals und den historischen Räumen von Gut Rödinghausen begeistert.

Überregionale Aufmerksamkeit

Erstmals wird damit auf Rödinghausen eine Ausstellung gezeigt, die dem Kulturort überregionale Aufmerksamkeit beschert. Denn das MKK-Stipendium lockt Künstler aus allen Ecken Deutschlands in die Region. Die Bewerber um den Preis kommen zum Teil aus Hamburg oder Berlin und haben bereits ein Studium im Ausland hinter sich.

Sie alle überzeugten durch ihre äußerst unterschiedlichen künstlerischen Positionen. So zeigte einer der Bewerber Aktfotos an verlassenen Orten, eine Künstlerin verwandelte Fotopapier mit Taschenlampe und Laser in ihre Leinwand und wieder ein anderer Künstler widmete sich ganz dem Thema Militärflugzeuge.

Ausstellung mit Hindernissen

Die denkmalgeschützten Räume des Gut Rödinghausen stellten dabei eine Herausforderung für die jungen Künstler dar. Denn in das Herrenhaus dürfen keine Nägel geschlagen werden, die Böden sind krumm und schief und die Räume, in denen die Künstler ihre Werke präsentieren können, recht klein. Für manche Künstler eine Herausforderung, da auch die tiefen Decken oder die ungünstigen Lichtverhältnisse zu einem Problem werden können. So musste Bewerberin Marta Djourina beispielsweise mit ihren Werken in die Flure und Treppenhäuser ausweichen, da sie schlicht zu groß für die Räumlichkeiten waren.

Verweise auf Sprache und Film

Die Gewinnerin überzeugte die Jury und die von der gesamten Ausstellung beeindruckten Besucher mit ihren Arbeiten, in denen sie auf Sprache und Film verweist. Ihr Umgang mit dem Raum, in dem sie die Fotos zeigt, ist ein überraschender weiterführender Ansatz.

„In ihrer Arbeit ‚two or more voices sounds like one II‘ sind die Darstellerinnen eines möglichen Stücks, eines Dialogs oder auch nur einer Vorstellung auf sehr präzise Art, als etwa menschengroße Fotografien, im Raum platziert. Je nach Standpunkt des Betrachters verhalten sie sich unterschiedlich zueinander oder auch zu der Person, die schaut. Es entsteht so eine sehr intime und unerwartet intensive Stimmung, die mit den im Raum verbrachten Minuten zunimmt“, urteilt Prof. Jeanne Faust in ihrem Gutachten über die begabte Künstlerin.

Begleitete Führungen

Noch bis zum 12. Januar können Interessierte die Fotografien der Bewerber – und natürlich auch der Gewinnerin – im alten Herrenhaus betrachten. Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck bietet in den kommenden Wochen öffentliche Führungen mit kurzer Einführung in das Werk der Künstlerinnen und Künstler sowie zur Geschichte von Gut Rödinghausen als neuer Ausstellungsort für Südwestfalen an.

Am Sonntag, den 10. November, um 15 Uhr ist die erste Gelegenheit. Die Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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