Fazit

Freibad Dellwig: Überraschende Besucherbilanz trotz Corona

Im Freibad Dellwig tummeln sich Jung und Alt gleichermaßen. Die Bilanz für 2020 fällt trotz Corona-Pandemie sehr positiv aus.

Im Freibad Dellwig tummeln sich Jung und Alt gleichermaßen. Die Bilanz für 2020 fällt trotz Corona-Pandemie sehr positiv aus.

Foto: Archiv/ WP

Dellwig.  Trotz Corona verzeichnet das Bürgerbad Dellwig deutlich mehr Besucher als erwartet. Gleichzeitig muss eine beliebte Veranstaltung ausfallen.

Die erste Freibad-Saison unter Coronabedingungen ist im Bürgerbad Dellwig geschafft. „Es war ziemlich anstrengend für den gesamten Verein“, resümiert Dirk Weise, Geschäftsführer der gemeinnützigen Freibad-GmbH. Profitiert habe das Bad von einer breiten medialen Berichterstattung – was sich am Ende auch in einer überraschend positiven Besucherbilanz niederschlägt.

An Vorjahreszahlen angeknüpft

Es sei für das Personal eine außergewöhnliche Saison gewesen, so Weise. Auch an durchschnittlichen Tagen mussten deutlich mehr helfende Hände im Einsatz sein als üblich. Eingangsbereich, Sprungbrett, Toiletten und Umkleidekabinen reinigten die Ehrenamtler nahezu im Halbstundentakt. Nicht zuletzt deshalb ist Dirk Weise besonders stolz auf alle engagierten Helfer, vom Förderverein bis hin zu den Rettungsschwimmern.

Dabei fällt die Besucherbilanz deutlich besser aus, als man sich das unter Coronabedingungen ausgerechnet habe. 44.413 Badegäste zählt Weise für die Freibad-Saison 2020. Zum Vergleich: 2019, ohne Corona, besuchten 44.476 Menschen das Freibad. Die Zahlen relativiert der Geschäftsführer aber. „Wir haben als eines der ersten Freibäder deutschlandweit geöffnet. Dass dazu gleich mehrere Fernsehteams im Bad waren, hat uns in die Karten gespielt.“

So habe das Bürgerbad zahlreiche Gäste aus Dortmund, Unna, Menden und Schwerte verzeichnen können. Zudem trainierte ein Schwimmverein regelmäßig im Fröndenberger Westen – als zahlende Gäste. „So waren 80 Kinder jeden Tag im Bad, unter ihnen auch vier Deutsche Meister“, freut sich Weise über den überregionalen Zuspruch.

Dabei habe das Freibad bis „Mitte der Saison“ aufgrund der Hygienemaßnahmen lediglich 900 Besucher gleichzeitig einlassen dürfen. Erst im August habe es in Rücksprache mit Ordnungsamt und Kreisgesundheitsamt eine Aufstockung der Besucherzahlen auf 1200 gegeben. „Das war ein goldrichtiger Schritt“, sagt Weise. Damit die Sicherheit der Gäste auch gewährleistet werden konnte, durften maximal 180 Besucher gleichzeitig ins Becken. „Alle 20 Minuten haben wir, nach einer Lautsprecherdurchsage, dann das Becken ausgetauscht.“ Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, habe in der Praxis gut funktioniert – auch Dank eines Armbändchen-Systems, das sich bewährt hat.

Beliebte Veranstaltung fällt aus

Die Wartezeiten vor dem Freibad hätten sich selbst an den stärksten Besuchertagen – am 8. August verzeichnete man über den ganzen Tag verteilt 2653 Menschen – mit zehn bis fünfzehn Minuten in Grenzen gehalten. Ohnehin sei ein regelrechter „Schichtwechsel“ zu beobachten gewesen. Während sich die ersten Besucher zwischen 9.30 und 13.30 Uhr im Bad tummelten, wechselte es gegen 14 und 17 Uhr nochmals. „Das ging so weit, dass Familien mit Kindern an heißen Tagen auch erst um 18 Uhr vorbeikamen“, sagt Weise.

Trotz medialer Aufmerksamkeit in Funk und Fernsehen hält der Geschäftsführer an der Ausrichtung fest: „Wir wollen ein Familienbad bleiben.“ Das sei vor allem am Kiosk – den man in diesem Jahr erstmals selbst betreiben musste – zu sehen. „Wir wollen, dass sich jeder seine Cola, Eis oder Pommes kaufen kann.“

Ein Wermutstropfen bleibt für Dirk Weise: Die Halloween-Party, die seit Jahren als beliebte Veranstaltung aus der Ruhrstadt nicht mehr wegzudenken war, muss erstmals ausfallen. „Im Parcours sind die Abstände nicht einzuhalten und zu kontrollieren.“ Der Gruselspaß war vor allem durch Laienschauspieler mit entsprechenden Kostümen immer gewährleistet. Dass die Veranstaltung nun ausfällt, ist aber auch eine Art Akt der Solidarität, da etwa heimische Schützenvereine ihre Feste absagen mussten. „Das wäre sonst ein falsches Signal“, so Dirk Weise.

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