Finanzamt Iserlohn

Frist endet: Erst 53 Prozent der Grundsteuererklärungen da

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Grundsteuererklärungen sollten innerhalb der Frist abgegeben werden – sonst droht eine Strafe.

Grundsteuererklärungen sollten innerhalb der Frist abgegeben werden – sonst droht eine Strafe.

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Menden.  Beim Finanzamt in Iserlohn fehlen noch viele der geforderten Grundsteuererklärungen. Die Abgabefrist endet bald. Es drohen hohe Strafen.

Langsam wird es eng: Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung läuft in wenigen Tagen ab. Das Finanzamt Iserlohn hat bisher erst 53 Prozent der geforderten Dokumente erhalten. Was Betroffene jetzt wissen müssen.

Wie viele Bescheide sind beim Iserlohner Finanzamt bisher eingegangen?

Die Zahl der eingegangenen Grundsteuererklärungen ist in den vergangenen Tagen im Finanzamt Iserlohn stark gestiegen. Die Abgabefrist endet am Dienstag, 31. Januar. Bisher sind landesweit rund 3,8 Millionen Grundsteuererklärungen bei den nordrhein-westfälischen Finanzämtern eingegangen. Dies entspricht rund 57 Prozent der benötigten Erklärungen.

„Im Finanzamt Iserlohn wurden bisher 39.800 Erklärungen abgegeben, rund 53 Prozent. Die Abgabezahlen haben sich in den vergangenen Wochen vervierfacht“, erklärt Dietmar Zitzelsberger, Leiter des Finanzamts Iserlohn. „Wir merken es ganz deutlich, dass der Grundsteuer-Endspurt begonnen hat.“ Der Amtsleiter ruft deshalb noch einmal alle Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer dazu auf, die Grundsteuererklärung abzugeben.

Was passiert, wenn ich die Erklärung zu spät oder gar nicht abgebe?

Durch das Ignorieren der Forderung lässt sich das Unvermeidliche nicht vermeiden – im Gegenteil. „Liegt dem Finanzamt die Erklärung nicht bis zum 31. Januar vor, wird die Abgabe gemahnt“, teilt die Behörde mir. Gibt die Eigentümerin oder der Eigentümer die Erklärung auch danach nicht ab, wird das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen schätzen. Außerdem habe die Finanzverwaltung die Möglichkeit zur Festsetzung eines Verspätungszuschlages bis hin zur Festsetzung eines Zwangsgeldes.

Ich bekomme es alleine nicht hin. Wo finde ich Hilfe beim Ausfüllen?

Die digitale Info-Plattform der Finanzverwaltung www.grundsteuer.nrw.de unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Erstellung der Grundsteuererklärung. „Wir haben Erklär-Videos mit praktischen Hinweisen für die Abgabe mit ELSTER erstellt“, so der Leiter. „Die ausführlichen Klick-für-Klick-Anleitungen führen Schritt für Schritt durch die Eingabefelder in ELSTER und die Check-Listen liefern eine Übersicht der benötigten Daten und Hinweise und wo diese zu finden sind.“ Außerdem stehe ein FAQ mit Antworten auf die häufigsten Fragen zur Verfügung.

Zudem gibt es für individuelle Rückfragen zur Grundsteuerreform eine Hotline des Finanzamtes Iserlohn – erreichbar sind die Zuständigen unter 02371/969-1959 (Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr). „Die Kolleginnen und Kollegen in unserer Hotline sind bestens informiert und helfen Ihnen gerne weiter“, so Zitzelsberger. „Die meisten Anliegen können wir bereits telefonisch klären.“

Eine große Hilfe könne auch das das Grundsteuerportal (Geodatenportal) sein. Über dieses Portal können wichtige Informationen zum Flurstück abgerufen werden. Dazu zählen beispielsweise die Gemarkung, der Bodenrichtwert und das Grundbuchblatt. „Eigentümerinnen und Eigentümer können dort den sogenannten Sachdatenauszug zu ihrem Flurstück abrufen, der bereits den Großteil der Daten enthält, die für die Grundsteuererklärung benötigt werden“, teilt das Finanzamt weiter mit.

Muss ich die Grundsteuererklärung in Papierform per Post oder vor Ort abgeben?

Nein, die Abgabe ist auch digital möglich. „Bisher wurden über 90 Prozent der bei den nordrhein-westfälischen Finanzämtern eingegangenen Erklärungen digital abgegeben“, heißt es von Seiten des Amtes. Möglich ist das über das Online-Finanzamt ELSTER (www.elster.de). Die Vorteile: Die Erklärung kann sicher, kostenlos und ganz ohne Papier beim zuständigen Finanzamt abgegeben werden. Außerdem überprüft ELSTER vor Versand ans Finanzamt die fertige Erklärung auf Vollständigkeit und Plausibilität.

Bei Fragen zu ELSTER stehe das ELSTER Team NRW unter 0251/934-1954 (Mo.-Do. 8 bis 15.30 Uhr und Fr. 8 bis 15 Uhr) zur Verfügung.

Aber was mache ich, wenn ich jetzt noch keinen ELSTER-Zugang habe?

Wer nun unter Zeitdruck steht und noch kein eigenes Konto für ELSTER hat, muss nicht verzweifeln. „Sie können Ihre Grundsteuererklärung auch über denELSTER-Zugang von nahen Angehörigen abgeben. Besitzt beispielsweise Ihre Tochter ein Benutzerkonto, können Sie dieses mitnutzen. Auch, wenn Ihre Tochter bereits die eigene Grundsteuererklärung über dieses Konto abgegeben hat“, sagt Zitzelsberger.

Und wenn ich doch lieber in Papierform abgeben will?

Wer ELSTER nicht nutzen kann oder möchte, kann natürlich auch die Papier-Vordrucke des Finanzamtes ausfüllen und abgeben. Die Papier-Vordrucke erhalten Interessierte beim Finanzamt.

Was passiert nach der Abgabe der Erklärung?

Die Finanzämter bearbeiten die Grundsteuererklärungen grundsätzlich entsprechend des Eingangs und versenden den Grundsteuerwert- sowie den Grundsteuermessbescheid an die Eigentümerinnen und Eigentümer. Der errechnete Grundsteuerwert hat insofern noch keine Aussagekraft über die zu zahlende Grundsteuer. Die Kommunen setzen ab 2024 zunächst die neuen Hebesätze fest und berechnen mit diesen die zu zahlende Grundsteuer.

Warum muss ich mir überhaupt die ganze Arbeit machen?

In Nordrhein-Westfalen müssen rund 6,7 Millionen Grundstücke und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft neu bewertet werden. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die bisherige Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt hat, musste der Gesetzgeber die Grundsteuer reformieren. Die Abgabe der Grundsteuerklärungen startete am 1. Juli 2022 und endet nach einmaliger Verlängerung am 31. Januar 2023. Ab dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer nach neuem Recht erhoben.

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