Corona

Fröndenberg: Pflege-Petition verpufft trotz großer Resonanz

Die Pflege-Petition, die Schmallenbach-Haus-Geschäftsführer Heinz Fleck ins Leben gerufen hat, hat die erforderliche Unterschriftenzahl nicht gepackt. Aufgeben möchten er und sein Team trotzdem nicht.

Die Pflege-Petition, die Schmallenbach-Haus-Geschäftsführer Heinz Fleck ins Leben gerufen hat, hat die erforderliche Unterschriftenzahl nicht gepackt. Aufgeben möchten er und sein Team trotzdem nicht.

Foto: Tobias Schürmann

Fröndenberg.  Der Kreis Unna ist inzwischen Corona-Risikogebiet. Um Infektionen in Pflegeeinrichtungen vorzubeugen, wollte Heinz Fleck kostenlose Tests.

Die Pflege-Petition, die Schmallenbach-Haus-Geschäftsführer Heinz Fleck im Sommer dieses Jahres in Leben rief, hat trotz großer Online-Resonanz ihr Ziel von 50.000 Unterschriften verfehlt. Dennoch will Fleck versuchen, die Initiative in den Bundes- oder Landtag einzubringen.

Kämpfen für ein Umdenken

9933 digitale Unterschriften verzeichnet das von Heinz Fleck gestartete Vorhaben nach offiziellem Abschluss. Damit hat die Petition rund ein Fünftel dessen erreicht, was nötig gewesen wäre, damit sich der NRW-Petitionsausschuss offiziell damit hätte befassen müssen. Doch die Resonanz auf das Vorhaben war riesig – wie sich an über 1000 Kommentaren ablesen lässt. Dort äußern sich Pflegekräfte wie Verbandsvertreter und Angehörige gleichermaßen. Der Tenor: Es ist längst überfällig.

Nach der Ankündigung kostenloser Corona-Tests für Lehrer, Erzieher und Schüler hätten auch Mitarbeiter in der Alten- und Krankenpflege auf Kosten des Landes getestet werden sollen, so der Wunsch Flecks. Das Ziel des Ganzen: Eine zweite Welle von Corona-Infektionen in Pflegeeinrichtungen möglichst vermeiden. Doch das Vorhaben scheint – zumindest angesichts steigender Infektionen im Kreis Unna und auch in mehreren Einrichtungen – nun verpufft. „Wir werden es aber weiter versuchen“, sagt Fleck.

Er und seine Mitarbeiter wollen noch immer für ein Umdenken in der Politik kämpfen und versuchen, ihrem Vorhaben im Bundes- oder Landtag Gehör zu verschaffen. Dass die Unterschriften hinter den Erwartungen zurückblieben, könne laut Fleck damit zusammenhängen, dass es in der Pflege eine hohe Verbandsvielfalt gebe. Anders als in der Industrie oder bei Ärzten gebe es eine ganze Fülle an Trägern.

Corona im Alltag

Eine Möglichkeit hätte es in der vergangenen Woche fast gegeben. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte zum wiederholten Male einen Besuch angekündigt – musste ihn aber aufgrund dringender Sitzungen abermals absagen. Stattdessen gab es nun wieder neue Testungen im Schmallenbach-Haus (WP berichtete). „Im Moment sind wir froh, dass niemand Symptome hat“, sagt Fleck. Wie sehr die Pandemie den Alltag in der Einrichtung beeinflusst, macht ein Blick auf die Besuchszahlen deutlich. In den vergangenen sieben Tagen waren rund 400 Besuche in allen drei Häusern zu verzeichnen. Vor der Pandemie wären es normalerweise doppelt so viele gewesen.

Und das, so Fleck, mache sich auch bei den Bewohnern bemerkbar. Jede neue Testreihe, jeder Abstrich bedeutet Hektik und Stress für die Senioren. Zudem halten sich auch engagierte Ehrenamtler – für Heinz Fleck verständlich – mit Besuchen zurück. Corona ist der neue Alltag in der Einrichtung.

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