Theater ohne Rahmen

Fröndenberg: Theater ohne Rahmen sagt Aufführungen ab

Hier die Aufführung im März in Fröndenberg von „Der nackte Wahnsinn“.

Hier die Aufführung im März in Fröndenberg von „Der nackte Wahnsinn“.

Foto: Alexander Lück

Fröndenberg.  Keine Rückkehr des Theaters ohne Rahmen. Zumindest nicht in diesem Jahr. Für „Der nackte Wahnsinn“ waren eigentlich noch sechs Termine geplant.

Das Theater ohne Rahmen wird in diesem Jahr nicht mehr auf die Bühne zurückkehren. Zunächst hatte das Ensemble geplant, die noch sechs ausstehenden Aufführungen von "Der nackte Wahnsinn" im November nachzuholen. Die Besucher können das Eintrittsgeld zurück erhalten. „Natürlich hätten wir gerne gespielt", sagt Frank Neidert, Vorsitzender vom Theater ohne Rahmen und selber als Schauspieler bei „Der nackte Wahnsinn" beteiligt. Letztendlich aber hätte die aktuelle Situation - auch angesichts wieder steigenden Infiziertenzahlen - dem Ensemble keine andere Wahl gelassen, als die sechs geplanten Aufführungen abzusagen – obwohl rein rechtlich derartige Veranstaltungen wieder möglich sind.

Im konkreten Fall aber gibt es mehrere Schwierigkeiten: da ist der Aufführungsort, die Gesamtschulaula in Fröndenberg. Und für diese Gebäude gelten bekanntlich noch besondere Einschränkungen. Außerdem sei dieser Raum alles andere als gut belüftet, erklärt Neidert. Die unter normalen Umständen mögliche Besucherzahl von 280 hätte nur mit einem detaillierten Sitzplan für eine mögliche Nachverfolgung und einer Zutrittskontrolle aufrecht erhalten werden können. Auch wäre der Verkauf von Getränken wohl nicht möglich, die ersten beiden Reihen müssten nach den Regelungen für Sprechtheater frei bleiben. Ein anderer Aufführungsort war in den Reihen der Laienschauspieler kein Thema. Auch, weil das Bühnenbild - welches nun erst einmal eingelagert wurde - quasi eine Maßanfertigung für die GSF-Aula ist.

Anfang März war das Theater ohne Rahmen (ToR) mit den ersten beiden Aufführungen in die Saison gestartet, in welcher übrigens auch das silberne Jubiläum des Bestehens gefeiert werden kann. Danach kam alles so anders als geplant. Die übrigen sechs Aufführungen wurden zunächst in den November verschoben. "Wir wollten dann nach den Sommerferien die allgemeine Situation neu bewerten", erklärt Frank Neidert. Das ist nun geschehen, schweren Herzens sei in der Runde die Entscheidung zur kompletten Absage gefallen, so Neidert. Letztlich habe aber auch niemand eine andere Lösung als realistisch angesehen. Das Risiko für einen ehrenamtlich geführten Verein und damit auch die einzelnen Menschen dahinter, im Fall des Falles vor der Haftung zu stehen, sei zu groß.

Zwei Monate Vorbereitung

Für das Publikum in der Gesamtschulaula waren die ersten beiden Darbietungen ein großer, vor allem äußerst rasanter Spaß. Doch es gibt ein weiteres Problem: „Es gibt auch Theaterstücke mit zwei oder drei Darstellern, die ganze Stück über auf Abstand zueinander handeln," weiß Neidert. Diese werden in nächster Zeit vielleicht vermehrt den Weg in Corona-geeignete Spielpläne finden. Nicht aber „Der nackte Wahnsinn". „Die Proben dafür hätten wir ja auch nur im Sicherheitsabstand zueinander machen können", erzählt Neidert, der in dem Stück den immer mehr an seiner Truppe verzweifelnden Regisseur spielt. Und nach so einer lange Pause seit März, schätzt er, wären für einen Neustart noch einmal gut zwei Monate intensiver Vorbereitung für das Ensemble notwendig. Bei diesem Werk umso mehr, da es so rasant zur Sache geht, kleinste Dialoge und Handlungen präzise und in höchstem Tempo ineinander greifen müssen.

Nun will das Theater ohne Rahmen erst einmal abwarten. „Der nackte Wahnsinn" soll auf jeden Fall noch auf die Bühne gebracht werden. Nur wann, das bleibt zunächst offen. Wenn die allgemeine Lage wieder unbeschwerten Theater- und anderen Genuss möglich macht, so erklärt Frank Neidert stellvertretend für das Ensemble. Dann soll auch ein komplett neuer Kartenverkauf starten.

1500 Besucher betroffen

Insgesamt sind nun gut 1500 Besucher von den ausgefallenen Aufführungen betroffen. Sie haben drei Möglichkeiten: An den Samstagen 19. September, 26. September und 3. Oktober können die Karten zwischen 10 und 12 Uhr am Pfarrzentrum St. Marien, Auf dem Sodenkamp, abgegeben werden. Dann gibt es das Geld zurück. Alternativ kann man die erworbenen Karzen auch per Post an die Vereinsadresse (Goethestraße 18 in Fröndenberg) schicken. Wichtig dabei: die Angabe der eigenen Bankverbindung. „Ich habe aber schon von vielen Menschen gehört, die uns das Geld schenken wollen" sagt Frank Neidert. Der Erlös, der hiernach Abzug einiger Kosten übrig bleibt , die ToR schon hatte, soll an einen guten Zweck gespendet werden. Den werde man sich noch überlegen. Womöglich einer Gruppe oder Institution, die unter der weltweiten Pandemie sehr zu leiden hat.

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