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Gibt es einen Maßstab für Kreativität?

Kreativität und Kunst liegt oft im Auge des Betrachters. Umso schneller kann es in Schule oder Uni bei kreativen Aufgaben zu ungerechten Noten kommen.

Kreativität und Kunst liegt oft im Auge des Betrachters. Umso schneller kann es in Schule oder Uni bei kreativen Aufgaben zu ungerechten Noten kommen.

Foto: WP Hagen

Menden.  Kunst liegt im Auge des Betrachters, heißt es. Doch wie bewertet man Kunst oder Musik? Junge-WP-Reporterinnen haben sich dazu Gedanken gemacht.

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Heutzutage lässt sich dank moderner Datenerfassung fast alles vergleichen und bewerten. Doch wie bewertet oder benotet man Kreativität in Schule und Universität? Gibt es überhaupt einen Maßstab für kreative Werke? Drei Junge-WP-Reporterinnen haben sich dazu Gedanken gemacht.

Kunst

Man sitzt im Unterricht bei der Notenvergabe und erhofft sich vieles. Und dann kommt die bittere Wahrheit: Es hat einfach nicht gereicht! So fühlen sich manche Schüler unfair benotet. Ein Gefühl, das viele aus ihrer Schulzeit kennen.

Auch im Fach Kunst ist dies oft der Fall. Gerade von der fünften bis zur neunten Klasse besteht der Kunstunterricht in Schulen hauptsächlich aus praktischen Arbeiten. Ob malen, zeichnen oder basteln – alles dreht sich um Kreativität und ein gutes Händchen bei der Ausführung. Und was ist mit denjenigen, die einfach nicht malen können, egal wie sehr sie sich auch bemühen? Tja, die haben dann wohl oft einfach Pech gehabt.

Manchen Menschen liegen bestimmte Fähigkeiten einfach mehr als anderen, was ihnen doch eigentlich nicht direkt eine schlechte Note garantieren sollte. Nur scheint das manchmal nicht so wirklich berücksichtigt zu werden. Ich persönlich habe schon öfter erlebt, dass Freunden eine schlechte Note im Fach Kunst gegeben wurde, obwohl sie sich sehr bemüht haben. Sie haben sich im Unterricht beteiligt, sind nie negativ aufgefallen und haben in praktischen Arbeiten wirklich ihr Bestes gegeben. Nur hat das alles nie ausgereicht.

Es ist ja nur logisch, dass manche Menschen besser malen können als andere, denn jeder von uns hat individuelle Schwächen und Stärken. Und besonders künstlerische Fähigkeiten sind schwierig zu erlangen, wenn man gar nicht erst dazu veranlagt ist. Natürlich könnte man jetzt dagegen argumentieren, dass es auch Menschen gibt, denen beispielsweise das Fach Mathe nicht liegt. Ich finde aber, dass es in Mathe noch genug andere Möglichkeiten gibt, seine Note zu verbessern, etwa durch aktive Beteiligung im Unterricht. Wenn aber in Kunst, besonders in den jüngeren Jahrgängen, außer dem Malen von Bildern nichts wirkliches behandelt wird, ist es für diejenigen, die einfach nicht kreativ sind, sehr schwierig, eine gute Note zu erreichen.
Lucca-Marie Mitchell

Musik

Bei der Musik ist es meiner Meinung nach so: Entweder man kann es oder man kann es nicht. Entweder man hat Rhythmus oder eben nicht. Da kann man sich drehen und wenden, aber mehr als ein Glückstreffer kommt beim Taktklopfen nicht heraus.

Da sollte man dann meinen, dass so eine Musikalität nicht bewertbar ist – als Schulfach sollte man dann besser die Theorie hinnehmen, die ein jeder Mensch verstehen sollte. Und manche Schulen bzw. Lehrer machen das sogar: Da lernt man dann, was ein Auftakt ist, den Unterschied zwischen Violin- und Bassschlüssel und vielleicht sogar noch etwas zur Zwölftonmusik. Aber dem folgen eben nicht alle Lehrer. Es kommt darauf an, was die Vorlieben der jeweiligen Lehrperson sind; manche testen die Theorie ab und andere wollen etwas auf dem Keyboard vorgespielt haben – wenn denn das Keyboard das bevorzugte Instrument ist. Hier gibt es manchmal nämlich auch Unterschiede, die sich auf die Note auswirken können: Vielleicht ist man ja musikalisch, spielt seit seiner Kindheit ein Instrument und freut sich darauf, brillieren zu können. Aber dann ist es eben die Flöte statt des Klaviers, und schon ist man beim Lehrer wieder unten durch. Yasmin Mende

Sport

Die einzelne Leistung bei Schülern ist vollkommen unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab. In Sport kann ich das am wenigsten nachvollziehen, da jeder eine andere Statur oder andere Stärken hat. Der eine kann schneller laufen, der andere weiter werfen, aber trotzdem wird man in Sport immer noch miteinander verglichen. Auch was die Geschlechter angeht, ist es ein bisschen unfair, denn wenn Mädchen nicht so viele Liegestütz schaffen wie die Jungs, sollten sie nicht so viel schlechtere Noten bekommen.

Ich persönlich hatte schon die eine oder andere negative Erfahrung mit Sportlehrern. Der eine hat je nach Anzahl von Liegestützen, die man machen konnte, Noten gegeben; der andere hat einfach allen Übergewichtigen die gleiche Note gegeben, ohne sich zu fragen, ob diese sich vielleicht auch anstrengen.

Meine derzeitige Sportlehrerin ist da ein bisschen fairer, was die Benotung angeht. Denn auch wenn man ein bisschen dicker ist, sich aber trotzdem sehr anstrengt, kann man mal eine gute Note sammeln. Zudem wird der Sportunterricht in der Schule auch viel zu ernst genommen. So etwas wie Hochsprung sollte zumindest nicht mehr gemacht werden, denn ambitionierte Hochspringer werden die wenigsten und viele Schüler sind generell nicht in der Lage, hoch genug zu springen. Auch die Bundesjugendspiele fallen unter diese Kategorie. Zwar kann man dort die Klassengemeinschaft echt gut stärken, wenn die ganze Stufe andere beim Laufen anfeuert. Aber wenn man schlecht in wirklich jeder Kategorie ist und am Ende eine Teilnehmerurkunde bekommt, hat man absolut keine Motivation für das nächste Mal. Melissa Fichtner

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