Calima

Gran Canaria: Sandsturm Calima hält Ehepaar aus Menden fest

Bevor der Sandsturm die Kanareninsel erreicht, genießen Karin Rebbert-Henning und ihr Mann Torsten Henning aus Menden ihre Zeit auf Gran Canaria.

Bevor der Sandsturm die Kanareninsel erreicht, genießen Karin Rebbert-Henning und ihr Mann Torsten Henning aus Menden ihre Zeit auf Gran Canaria.

Foto: Karin Rebbert-Henning

Menden.  Wegen dem Sandsturm Calima hängt ein Ehepaar aus Menden zwei Tage lang auf Gran Canaria fest. Auf den Kosten bleiben sie vermutlich sitzen.

16 Mal sind Karin Rebbert-Henning und ihr Ehemann Torsten nun schon nach Gran Canaria geflogen. Für die beiden Mendener sind die Kanaren zu einer Art zweiten Heimat geworden, eine Oase der Erholung. Doch in diesem Jahr hat sich das geändert. Schuld daran ist der Sandsturm Calima. Der Sandsturm verzögerte die Rückreise des Ehepaars um zwei Tage und sorgte für den Verlust eines Koffers.

Eigentlich sollte es nach 14 Tagen Erholung am vergangenen Sonntag zurück in die Heimat gehen. So wie immer eigentlich. Alles war schon organisiert. „Wir sollten um 20.15 Uhr fliegen und hatten für 17.15 Uhr das Taxi zum Flughafen bestellt“, sagt Katrin Rebbert-Henning. Zwei Stunden bevor das Taxi eintreffen sollte, kam dann der Anruf der Reiseleitung. „Sie haben uns gesagt, dass wir eine weitere Nacht im Hotel verbringen können.“ Weitere Informationen würden folgen, hieß es vom Veranstalter. Der Grund für den verlängerten Urlaub kannten sie. Er hieß Calima.

Am Anfang ist die Zuversicht noch groß

Der Sandsturm aus der Sahara sorgte in den vergangenen Tagen dafür, dass kaum Flugzeuge von den Urlaubsinseln im Atlantik starteten. Wie das von Karin Rebbert-Henning von ihrem Mann. Immer wieder treten die Verwehungen des Wüstensands auf, so massiv wie in diesem Jahr aber schon lange nicht mehr.

Dennoch genoss Karin Rebbert-Henning ihren Urlaub, auch wenn Calima die Möglichkeiten einschränkte. „Wir sind irgendwann praktisch nicht mehr aus dem Hotel raus“, sagt sie. Als am Morgen nach der geplanten Abreise das Telefon klingelte, war die Hoffnung trotz des immer stärker werdenden Sturms auf eine geregelte Rückreise groß.

Informationen nur auf Nachfrage

Der Reiseveranstalter teilte ihr um 10.34 Uhr mit, dass um 12.55 Uhr ein Flugzeug bereitstehe. Mit dem Taxi ging es für das Ehepaar zum Flughafen, bezahlt aus eigener Tasche. Doch statt eines Rückflugs erwartete die beiden das reinste Chaos. Oft erst auf Nachfrage seien vage Informationen an die Mendener getragen worden. „Wir haben uns an TUI gewandt, die haben uns nur weiter geschickt“, sagt Karin Rebbert-Henning.

Nach einigem Hin und Her rief ein Mitarbeiter von TUI Flüge nach Hannover aus, inzwischen waren die gestrandeten Urlauber an Boarding-Karten gekommen. „Als wir dann durch die Sicherheitszone waren, hat sich die Nummer des Flugs geändert“, sagt sie. Einsteigen war nicht möglich, beide mussten weiter warten.

Situation am Flughafen immer angespannter

„Es war absolut chaotisch. Wir sind durch den ganzen Flughafen gelaufen, keiner wusste was und die Stimmung wurde immer angespannter“, erinnert sich Rebbert-Henning an die Situation am Flughafen. Kommunikation mit dem Reiseveranstalter habe es nur spärlich bis gar nicht gegeben, das Ehepaar stellte sich auf eine Nacht am Flughafen ein. „Wir hätten auch noch eine Nacht im Hotel verbringen können“, sagt sie. Um 0 Uhr gab es allerdings die Information, dass am nächsten Morgen wieder Flugzeuge nach Deutschland starten sollten.

Die Nerven lagen inzwischen blank. „Ein Vater ist ausgerastet und wurde von der Polizei des Flughafens verwiesen“, erinnert sich Karin Rebbert Henning. Sie und ihr Mann fanden entsprechend der ganzen Szenerie im Flughafen keine Ruhe, waren die ganze Nacht wach. Und das zahlte sich im Laufe des kommenden Morgens auch aus.

Durchhaltevermögen wird belohnt

Denn weil die Mendener ihre Position in der Schlange vor dem Schalter hielten, bekamen sie eine der heiß begehrten Boarding-Karten für einen Flug nach Hannover. „Unser Auto stand aber noch in Paderborn, das war uns aber irgendwann egal“, sagt Rebbert-Henning. Um 10.40 Uhr, anderthalb Tage nach der geplanten Abreise, war es dann soweit. Das Ehepaar saß in einem Flugzeug und hob in Richtung Deutschland ab.

In Hannover gelandet, war die Erschöpfung groß. Ähnlich wie die Verwunderung, denn ein Koffer tauchte nicht auf dem Gepäckband auf. Bis heute ist das fehlende Gepäckstück nicht wieder aufgetaucht. Ob das Ehepaar auf den Kosten sitzen bleibt, ist auch noch unklar.

Die Chancen stehen schlecht. „Unser Rechtsschutz sagt, dass das höhere Gewalt ist“, sagt Rebbert-Henning. Alleine 300 Euro kostete die Fahrt vom Flughafen Hannover zum Flughafen Paderborn. Das Geld ist die eine Sache, das andere ist die nun schon lang aufgebrauchte Erholung.

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