Neue Erfindung

Hof Korte: Sauerländer Eichelschwein soll Spezialität werden

Landwirt Heiner Korte füttert die Schweine auf der Wiese mit Eicheln. Er sucht jetzt dringend Kinder, die noch Eicheln abliefern. Das Futter soll dem Fleisch einen exklusiven Geschmack verleihen.

Landwirt Heiner Korte füttert die Schweine auf der Wiese mit Eicheln. Er sucht jetzt dringend Kinder, die noch Eicheln abliefern. Das Futter soll dem Fleisch einen exklusiven Geschmack verleihen.

Foto: Arne Poll / Westfalenpost

Menden.  Auf Hof Korte in Menden reift eine neue Spezialität heran. Der Landwirt züchtet das „Sauerländer Eichelschwein“ – und benötigt noch Hilfe!

Es grunzt und quiekt. Die Schweine jagen über die Wiese am Hof Korte. Dazwischen warten Kinder mit Eimern voller Eicheln. Sie füttern die Schweine. Gemeinsam tragen alle dazu bei, dass hier gerade eine neue Delikatesse heranwächst. Landwirt Heiner Korte hat das Sauerländer Eichelschwein erfunden. Fleischer Christian Rafalcik will die Produkte noch vor Weihnachten auf den Markt bringen. Dabei wird auch den fütternden Kindern nicht verschwiegen, dass die Schweine mal beim Schlachter landen.

Heiner Korte ist gerade heiß auf Eicheln. Auf dem Hof steht ein ganzer Anhänger voll damit. Gut zwei Tonnen sind schon zusammengekommen. „Es gibt dieses Jahr so viele Eicheln. Das ist ein richtiges Eicheljahr“, sagt der Mendener Landwirt, der mit unkonventionellen Zuchtmethoden schon häufiger auf sich aufmerksam machte. Jetzt füttert er die Schweine mit Eicheln. Gut 50 bis 60 Kilo soll jedes Tier in den kommenden sechs bis acht Wochen vertilgen.

Eicheln sollen ein Drittel des anderen Futters ersetzen

Die Zufütterung mit Eicheln soll das Fleisch herrlich geschmackvoll machen. „Man kennt das von spanischem Schinken“, sagt Korte. Er will jetzt etwa ein Drittel des Futters durch Eicheln ersetzen. Mehr dürfe es nicht sein. Auch der Fütter-Zeitraum dürfe nicht länger sein. „Das Fett wird sonst ölig.“ Das habe er bei ersten Experimenten in den vergangenen Jahren schon herausgefunden. Er hat seine Tiere „Sauerländer Eichelschwein“ getauft. Hinter der Züchtung steckt ein spanische Duroc-Rasse.

Im zarten Alter von sechs bis acht Monaten landen die Schweinchen dann auf dem Schlachthof. So jung? Das mag man vielleicht denken. Die Realität ist: In der konventionellen Landwirtschaft geht es den meisten Tieren schon nach 90 Tagen an den Kragen. „Das sind dann Wasserschweine“, sagt Christian Rafalcik. Er meint das wässrige Fleisch. Der Fröndenberger Metzger ist Kortes Partner bei den Eichelschweinen.

Fleisch soll zu edlen Produkten „made in Menden und Fröndenberg“ werden

Rafalcik will das Fleisch dann zu edlen Produkten „made in Menden“ verarbeiten. Lachsschinken, Nusschinken, feine Wurst vielleicht. „Wir werden wahrscheinlich keine Schinken machen, die sehr viel Zeit brauchen“, sagt der Fleisch-Experte. Die Produkte sollen noch vor Weihnachten in den Handel und in Rafalciks Läden in Menden, Fröndenberg und Unna verkauft werden. Über allem steht die Marke „Sauerländer Eichelschwein“, die sich Korte sogar schützen lassen will.

„Die Tiere müssen ein gutes Leben haben“, sagt Rafalcik. Noch auf dem Schlachthof liegt der Lavendelduft in der Nase, mit dem die Tiere auf dem Transport beruhigt werden. Auch im Stall riecht es nach Lavendel. Dazu läuft Musik im Radio. Im Sommer baden die Schweine im eigenen Pool.

Landwirt und Metzger rufen zum Eichel-Sammeln auf

Bevor das Fleisch zur Delikatesse werden kann, braucht Korte noch Futter. Er fordert Kinder explizit zum Eichel-Sammeln auf. Pro abgegebenem Kilo Eicheln gibt es zur Belohnung eine Mettwurst, eine Grillwurst oder eine Bockwurst. „Die Wertschätzung für Lebensmittel ist dann ganz anders“, sagt Korte. Er will dem Nachwuchs gezielt zeigen,

. Dass ein Tier aufwächst, gefüttert wird, aber dass es dann auch als Lebensmittel geschlachtet wird. „Ich könnte keine Qualität produzieren, wenn ich schlechtes Futter habe.“

Wer Eicheln abliefern will (gilt nicht nur für Kinder), kann das weiter tun. Die Eicheln können entweder während der Öffnungszeiten des Hofladens direkt zum Hof Korte gebracht werden – oder aber in den Filialen von Rafalcik abgegeben werden. Größere Mengen werden idealerweise direkt auf dem Hof abgeliefert.

Heiner Kortes Enkel Konrad ist übrigens schon überzeugt. Der Achtjährige dirigiert die Sauen über die Wiese und jagt den Ferkeln hinterher. Konrads Berufswunsch überrascht dann kaum. Landwirt!

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