Jagd

In Menden wurden ungewöhnlich viele Katzen getötet

Will diese Katze wildern? Bis vor Kurzem gab Jägern das die Lizenz zum Töten.

Will diese Katze wildern? Bis vor Kurzem gab Jägern das die Lizenz zum Töten.

Foto: dpa

Menden.  Im vergangenen Jahr wurden 18 Katzen getötet. Ob das nötig war – das ist strittig. Allerdings ist die Katzenjagd ab sofort verboten.

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Süß und flauschig: Dieser Bonus half 18 Mendener Samtpfoten nicht weiter. Die Hauskatzen bezahlten den Spaziergang in der Freiheit mit dem Tod.

Dabei legten Mendener Jäger im vergangenen Jahr besonders gerne auf Hauskatzen an. Von 59 Katzen, die im Märkischen Kreis getötet wurden, waren 18 auf Mendener Stadtgebiet unterwegs. Was auffällt: Bis Ende März wurden fast doppelt so viele Katzen im Märkischen Kreis getötet wie im Jahr zuvor. Nutzten die Waidmänner die Situation kurz vor dem Verbot durch die Landesregierung noch einmal aus?

Vermisstenmeldung

Die Tierhilfe-Vorsitzende Kordula Passlack besitzt selbst vier Katzen und wohnt in der Nähe eines Waldes. Sie meint, dass man es nicht mitbekomme und nicht beweisen könne, wenn die eigene Katzen erschossen worden sei: „Außer, die Tiere schaffen es trotz Verletzung bis nach Hause.“ Es gibt keine zentrale Stelle, bei der sich Katzenbesitzer in einem solchen Fall melden können. Passlack rät Besitzern, die ihr Tier vermissen, in jedem Fall zu einer Vermisstenmeldung bei der Tierhilfe. Doch obwohl viele Katzenfreunde so vorgingen, wisse sie in vielen Fällen nicht, was mit den Tieren passiert sei.

Gefahr für Vögel und Jungtiere

Bisher durften Katzen bei mehrmaliger Sichtung ab einer Entfernung von 200 Metern zum nächsten Haus gejagt werden. Der Gesetzgeber ging davon aus, dass die Katzen wildern und deshalb erschossen werden dürfen.

Kordula Passlacks Ansicht nach aber wildern Katzen, Wildkaninchen und Hasen nicht, da diese Tiere zu schnell seien. Anders sieht das Maria Watermann, Vorsitzende der Märkischen Kreisjägerschaft, die dem Landesjadgverband untergeordnet ist. Es seien nur wildernde Katzen gejagt worden und das erst nach mehrmaliger Sichtung. Sie ist überzeugt: „Kein Jäger schießt gerne auf Katzen.“ Die Katzen sind vor allem für Vögel, die am Boden brüten, und sonstige Jungtiere eine Gefahr. Erst nachdem es keine stromernden Katzen mehr in ihrem Garten gebe, seien dort wieder Vögel. Es sei ein Problem gewesen, dass viele Katzen nicht gekennzeichnet oder die Besitzer anderweitig zurückverfolgbar seien.

Seit dem 28. Mai ist das ökologische Jagdgesetz in NRW in Kraft. Die Jäger dürfen seitdem keine Katzen mehr erlegen. Nur bei Seuchen dürfen Katzen zeitlich begrenzt geschossen werden.

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