Menden Exklusiv

Jörg Joemann verkauft amerikanische Sportwagen mit viel PS

Jörg Joemann verkauft amerikanische Autos an der Holzener Straße. Im Bild ein Chevrolet 2019 Camaro ZL1 -1LE 10.

Jörg Joemann verkauft amerikanische Autos an der Holzener Straße. Im Bild ein Chevrolet 2019 Camaro ZL1 -1LE 10.

Foto: Corinna Schutzeichel / WP

Menden.  Der Mendener Jörg Joemann hat sich in seinem Geschäft auf amerikanische Sportwagen und SUVs spezialisiert – mit richtig viel PS.

Die meisten Kunden, die zu Jörg Joemann kommen, haben sich im Vorfeld gut informiert und wissen genau, was sie wollen. Der 52-jährige Mendener verkauft in seinem Geschäft „Joemann Motors“ exklusive amerikanische Autos, die eines gemeinsam haben: Sie fallen auf der Straße auf.

Jörg Joemanns Geschäftsmodell: Amerikanische Neufahrzeuge, „die äußerst selten und für Europa interessant sind“, erklärt Jörg Joemann. Bei der Auswahl der Autos verlässt er sich auf seine Erfahrung und seine Intuition. Einige Wagen stehen in seinem Geschäft an der Holzener Straße, andere in einer Lagerhalle an der Unnaer Landstraße.

Camaro ZL1 mit 659 PS

Wer ein Auto sucht, das möglichst wenig Sprit verbraucht, wird hier nicht unbedingt fündig. Wer sich hingegen nach einem Wagen mit ordentlich PS unter der Haube sehnt, umso mehr. Da ist zum Beispiel der Camaro ZL1.

Der Chevrolet hat 659 PS, verbraucht innerorts knapp 19 Liter auf 100 Kilometer, kostet knapp 97.000 Euro. „Wer sich solch einen Sportwagen kauft, der guckt nicht auf den Verbrauch“, weiß Jörg Joemann. „Wer sich einen Dodge Challenger mit 808 PS zulegen will, der sucht kein Auto, das fünf Liter auf 100 Kilometer braucht.“

Viele Jahre war der gelernte Automobilkaufmann Jörg Joemann bei einem großen Autohaus in Dortmund als Prokurist angestellt, war dort für den Zentraleinkauf zuständig. Dann machte er sich selbstständig, „ich habe mir den exklusiven Bereich ausgesucht“, blickt er zurück. Gestartet ist er mit Hummer, Mustang und Camaro, weitere Marken folgten. Nach dem Start am Lindort im Gewerbegebiet Hämmer zog er mit seinem Geschäft nach einigen Jahren zur Holzener Straße: „Hier fahren mehr Leute vorbei.“

Große Fahrzeuge für Familien

Zu Joemann kommen Kunden aus ganz Europa. Viele haben sich übers Internet schon über ihren Traumwagen informiert. Schwerpunkte sind Sportwagen und große SUVs. Die großen Fahrzeuge werden beispielsweise von Familien nachgefragt, die Sportwagen meist klassisch von Männern.

Der 52-jährige Mendener bestellt die Wagen bei amerikanischen Händlern und sorgt dafür, dass sie in Deutschland fahren dürfen. Das heißt: Zoll und Mehrwertsteuer müssen bezahlt, Transport und Umrüstung organisiert werden. So müssen die US-Wagen beispielsweise mit Nebelschlussleuchten nachgerüstet werden, „die haben die da nämlich nicht“, erklärt Jörg Joemann.

Weitere Standard-Umrüstung: „In den USA sind die Blinker rot, in Deutschland müssen sie aber orange sein.“ Dafür arbeitet Jörg Joemann mit einer speziellen Umrüstungsfirma zusammen. „Danach sind die Fahrzeuge dann TÜV-fertig.“

Martialischer, sportiver, pompöser

Was ist denn der Hauptunterschied zwischen deutschen und amerikanischen Fahrzeugen? Zum einen sei der Wiederverkaufswert bei US-Autos „extrem gut“, sagt Jörg Joemann. „Große Wertverluste gibt es da nicht.“ Und zum anderen sei das Preis-Leistungs-Verhältnis besser. „Der VW Atlas zum Beispiel wird in Deutschland von Volkswagen nicht verkauft, er wird nur für die USA, Kanada und Mexiko gebaut“, erläutert Jörg Joemann. Der Wagen sei größer als der Touareg, koste aber mehrere zehntausend Euro weniger. Darüber hinaus sei das Design amerikanischer Wagen oft „martialischer, sportiver, einfach pompöser“, beschreibt Jörg Joemann. Die amerikanischen Fahrzeuge – fast alle mit Automatik – seien mehr noch als deutsche so ausgestattet, „dass kaum ein Fahrassistenzsystem fehlt“.

Automarkt lebt von Emotionen

Eng verknüpft mit einem vermeintlich rationalen Autokauf seien die Gefühle: „Der Automarkt lebt von Emotionen“, weiß Jörg Joemann. Zu ihm komme kein Kunde, „der sagt, dass er dringend ein Auto braucht“. Autofahren müsse auch einfach Spaß machen dürfen, und wer einen Sportwagen kaufe, habe in der Regel einen anderen Wagen für den Alltag.

Und was war das teuerste Auto, das Jörg Joemann jemals verkauft hat? „Das war eine Dodge Viper für 130.000 Euro. Die wird aber nicht mehr hergestellt.“ Für Neid sorgen seine Fahrzeuge selten, hat er nach vielen Jahren im Geschäft beobachtet: „Der Neidfaktor ist deutlich geringer als bei anderen Sportwagen“, berichtet der Mendener. „Amerikanische Autos haben einen anderen Sympathiefaktor.“

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