Elternabstimmung

Josefschule Menden soll keine katholische Schule mehr sein

Foto: Karl-Josef Hildenbrand

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Menden.   Eltern wollen Kreuze in der Klasse und das Morgengebet loswerden. In der Mendener Josefschule läuft eine Abstimmung.

Eltern der katholischen Josefschule in Menden wollen die Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umwandeln. Sie sehen Katholiken in der Schülerschaft in einer klaren Minderheit. Alleine der Elternwille zählt. Kreuze müssten aus dem Klassenraum verschwinden.

Die Initiatoren, die öffentlich nicht in Erscheindung treten, haben die erste Hürde im Abstimmungsverfahren bereits klar überschritten. Mindestens zehn Prozent der Eltern von 252 Kindern mussten den Antrag unterschreiben, damit das Abstimmungsverfahren eingeleitet werden kann. 17 Prozent machten mit.

50 Prozent Mehrheit erforderlich

Das heißt, dass jetzt ein formales Abstimmungsverfahren per Briefwahl eingeleitet werden kann. Dabei müssen mindestens 50 Prozent der Eltern mit Ja stimmen, damit die Schule den Bekenntnisstatus verliert. Die Politik ist bei der Entscheidung komplett außen vor. Die Abstimmung soll in der Zeit vom 15. bis 27. April laufen. „Das ist alleine eine Sache der Eltern“, betont Schulleiter Ralf Beyer. Als Schulleiter verhalte er sich in der Sache neutral. Auch die Stadtverwaltung bewertet das Verfahren inhaltlich nicht. Die Schule wird als Bekenntnisschule komplett staatlich finanziert und betrieben. Es gibt aber christliche Symbole in den Klassen und einen verpflichtenden katholischen Religionsunterricht. „Eltern willigen entgegen ihrer Überzeugung ein“, beklagen die Antragsteller. Sie begründen ihren Antrag mit dem immer kleiner werdenden Anteil katholischer Schüler. Dieser soll im kommenden Jahr von 42 auf 37 Prozent sinken. Muslime sind mit 25 Prozent schon die zweitgrößte Gruppe. Die Josefschule habe nur als Gemeinschaftsgrundschule die Chance zur echten Innenstadtgrundschule zu werden, betonen die Eltern.

Die CDU lehnt eine Umwandlung ab: Die Vermittlung „christlicher Werte“ sei wünschenswert, zumal es sonst mit der Josefschule Lendringsen nur noch eine Bekenntnisschule gebe, sagt Sprecher Matthias Eggers. Außerdem sehe er noch eine christliche Mehrheit an der Josefschule. Andere Parteien halten sich mit Bewertungen zurück.

„An jeder katholischen Schule ist die Umwandlung immer wieder Thema“, sagt Schulleiterin Kerstin Irmer von der Josefschule Lendringsen. An ihrer Schule gebe es aktuell keine Bestrebungen aus der Elternschaft. Der Katholiken-Anteil in der Schülerschaft liegt in Lendringsen aktuell bei mehr als 50 Prozent, abhängig vom Jahrgang bis zu 70 Prozent.

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