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Die Qual der Wahl. Hausaufgaben oder längere Stunden

Da muss natürlich ganz anders kalkuliert werden, denn Doppelstunden kommen auf einem Stundenplan einer Schule mit 60-minütigen Unterrichtseinheiten so gut wie nie vor.Foto:Jörg Schimmel

Da muss natürlich ganz anders kalkuliert werden, denn Doppelstunden kommen auf einem Stundenplan einer Schule mit 60-minütigen Unterrichtseinheiten so gut wie nie vor.Foto:Jörg Schimmel

Menden.   45 oder 60 Minuten: Unterrichtseinheiten sind an Mendener Schulen unterschiedlich lang. Drei Junge-WP-Reporter berichten.

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Sollte eine Schulstunde 45 oder 60 Minuten dauern? Beides hat Vor- und Nachteile, wie drei Junge-WP-Reporter aus eigener Erfahrung zu berichten wissen.

An der Gesamtschule Menden dauert eine Schulstunde 60 Minuten, dafür müssen keine Hausaufgaben mehr erledigt werden. Doch dieser Tausch ist nicht für alle ein lohnender Deal.

Kein fairer Tausch

Ich gehe seit Kurzem auf das Gymnasium an der Hönne, auf das ich nach der Realschule gewechselt bin, um noch mein Abitur zu machen. Aber nicht nur, dass ich dort mehr Leistung bringen muss: Ich bin von einer Schulwoche mit 30 Stunden auf eine mit 36 Stunden gewechselt. Das heißt viel Nachmittagsunterricht und weniger Freizeit.

Da bin ich doch ganz froh, dass meine Schulstunden nur 45 Minuten lang sind und nicht 60 Minuten lang, wie zum Beispiel auf der Gesamtschule. Denn im Gegensatz zu Schulen, die eine volle Stunde als Schulstunde haben, kriege ich zusätzlich noch Hausaufgaben auf. Macht also einen anstrengenden Schultag bis zum Nachmittag, an dem man direkt weiterpauken kann, wenn man Zuhause angekommen ist.

Auch die Hausaufgaben sind fordernder als auf der Realschule. Da ist man doch ganz froh, wenn die Pausenklingel ertönt. Den Unterricht gibt es am Vormittag immer als Doppelstunde. Dadurch muss man nicht dauernd den Raum wechseln und die Lehrer selbst haben es auch einfacher ihren Unterricht zu gestalten.

Insgesamt bin ich froh, dass meine Stunden nur 45 Minuten lang sind. Denn jeden Tag bis nachmittags in der Schule zu bleiben, nur um keine Hausaufgaben aufzubekommen, ist es mir nicht Wert.

Sebastian Fichtner

Unerwartete Vorteile

60-Minuten-Schulstunden – das hört sich zuerst lästig an. Doch so schlimm ist dieses Schulmodell gar nicht, denn es bietet viele Vorteile.

Einer der Vorteile ist, dass man keine Hausaufgaben aufbekommt.

In meiner Gesamtschule bekommt man Aufgaben, die man innerhalb der Schulzeit zu erledigen hat. In einer normalen weiterführenden Schule muss man diese natürlich Zuhause machen.

Bedenkt man das Schulsystem nochmal im Sinne der Lehrer, ist es für sie auch einfacher, ihren Unterricht 60-minütig zu gestalten und den Schülern mehr beizubringen.

Was mir daran zusagt, ist, dass man so sehr selten Doppelstunden hat. So hat man einen abwechslungsreicheren Unterricht und anstatt nur drei ganze sechs verschiedene Fächer an einem Schultag. Damit ist das Lernen nicht ganz so langweilig, als wenn man fast den ganzen Tag nur die selben Aufgaben zu erledigen hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Fünf-Minuten-Pausen hat, wo durch man entweder Zeit zum Trinken oder Ausruhen oder auch einen Raumwechsel vornehmen muss.

Ein großer Nachteil: Man lernt dreimal pro Woche bis 15.30 Uhr in der Schule, während natürlich alle anderen Schülerinnen und Schüler schon längst Zuhause sind.

Nervig ist allerdings, dass man viele Bücher „mitschleppen“ muss, die an manchen Tagen ganz schön schwer sind.

Mein Fazit: Ich finde das 60-minütige-Schulsystem besser, da es viele Vorteile mit sich bringt.

Joline Wimmer

Doppelstunden als Lösung

Ich gehe auf das Walburgis-Gymnasium, da ist jede Schulstunde klassisch 45 Minuten lang. Als ich das erste Mal gehört habe, dass es Schüler gibt, die 60 Minuten lang nur eine Schulstunde erleben, dachte ich mir: „Sind das arme Schweine“. Heute denke ich mir: „So arm sind die doch nicht“.

Ich muss zugeben, dass es wahrscheinlich einfacher wäre zu lernen, denn ich hätte während einer langen Stunde mehr Zeit dazu. Ich müsste mir nach einer Stunde nicht mehr denken: „hätte ich jetzt noch eine Viertelstunde gehabt...“. Dann gehe ich nach Hause und denke mir: „Ach, wie schön, dass wir jetzt schon wieder fertig sind“.

Ich gebe es jetzt zu: Ich liebe die kurzen Stunden, auch wenn es mir schwer fällt zu lernen. Was kann man tun? Es sind die Doppelstunden, die als Lösung herhalten sollen.

Aber, ich muss sagen, all das hält auch ein Problem bereit: die Konzentration. Bei Doppel-, oder vollen Stunden reicht sie nicht. Na ja, am Ende haben beide Modelle ihre Vorzüge. Ich werde versuchen, das Beste draus zu machen. Was anderes bleibt mir auch nicht.

Conrad Brinkmann

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