Kultur

Kammerphilharmonie gibt Konzert auf der Wilhelmshöhe

Die Mendener Kammerphilharmonie beim Konzert im vergangenen Jahr.

Foto: Martina Dinslage

Die Mendener Kammerphilharmonie beim Konzert im vergangenen Jahr. Foto: Martina Dinslage

Menden.   Mendener KammerphilharmonieAm Sonntag gibt es auf der Wilhelmshöhe ab 19 Uhr den großen sinfonischen Abend mit Werken von Beethoven und Bruch.

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Die Mendener Kammerphilharmonie steht vor dem Start in ein Intensiv-Probenwochenende. Am Sonntagabend gibt es auf der Wilhelmshöhe ab 19 Uhr den großen sinfonischen Abend mit Werken von Beethoven und Bruch. Heinz-Jürgen Czerwinski sprach im Vorfeld der Veranstaltung mit dem künstlerischen Leiter Holger Busemann.

Herr Busemann, im nunmehr neunten Jahr sind Sie Dirigent der Mendener Kammerphilharmonie. Wenn Sie jetzt noch einmal ganz von vorn starten würden...

Holger Busemann: Wir konnten damals die Gunst der Stunde nutzen. Einige sehr talentierte oder sogar hochbegabte junge Musiker kamen in Menden aus verschiedenen Anlässen zusammen. Für einige Kompositionen wurde ein Dirigent benötigt und so habe ich seitdem die große Freude, mit diesen ambitionierten jungen – und auch etwas älteren – Musikern zusammen zu arbeiten.

Am Anfang stand nicht nur die Idee, sondern auch ein Unterstützer.

Durch das Engagement musikbegeisterter Mendener vom Lions Club wurden die ersten Konzerten ermöglicht, in denen sofort die besondere Energie dieses Ensembles hervorstach. Es ist schwer vorstellbar, aus dem Stand einen Klangkörper dieser Güte präsentieren zu können. Das ist organisch gewachsen. Die Musiker befinden sich jetzt zum großen Teil im Master-Studium und stehen vor einer Karriere als Profi-Musiker. Sie kommen aus Verbundenheit – und weil es ihnen einfach riesengroßen Spaß, macht, gemeinsam in Menden zu arbeiten und aufzutreten. Diese ungemein große Spielfreude ist immer unser Erkennungszeichen und unsere große Stärke gewesen.

Viele Klassikfans schwärmen noch heute von Ihrer Aufführung der 7. Sinfonie Beethovens. Diesmal ist seine 3. Sinfonie das Hauptwerk.

Als ich mich vor gut einem Jahr damit intensiv befasst habe, habe ich fast einen Schrecken bekommen. Es ist ein epochal-monumentales Werk. Fast schon mit der weltberühmten 9. Sinfonie zu vergleichen. Zu meiner Vorbereitung gehörte aber nicht nur das Studieren der Partitur und Ausloten der Möglichkeiten für die Kammerphilharmonie. Ich habe mich sehr lange intensiv mit der Entstehungsgeschichte und Einordnung befasst.

Die 3. gilt vielen als überaus heroisches Werk, wenn nicht gar als Inbegriff des Heroischen.

Das ist richtig. Ich bin aber recht sicher, dass das allein nicht den Kern trifft. Ich denke, Beethoven wollte mit diesem Werk nicht Napoleon als Helden verehren, sondern die Herzen der Franzosen mit seinem sinfonischen Schaffen gewinnen. Heute würde man wohl sagen, sich einen neuen Fankreis erschließen. Mein Gesamtansatz geht weg vom Heroischen hin zur tief menschlichen Seite Beethovens.

Bei ihren Moderationen haben sie mitunter bei anhaltend populären Werken von „Schlachtrössern“ der Klassik gesprochen. Als solches dürfte Max Bruchs 1. Violinkonzert gelten, das am Sonntag im ersten Teil auf dem Programm steht.

Das ist natürlich ein wunderschönes Werk mit großartigen Melodien und Melodieführungen. Man darf aber eins nicht vergessen: Bruch wird zwar – abgesehen vom 1. Violinkonzert – nicht mehr so oft aufgeführt, er galt jedoch zu Lebzeiten als überragender Meister wie Brahms. Er hat viele großartige Werke hinterlassen. Auch sein weniger bekanntes 2. Violinkonzert ist ein faszinierendes Werk.

Haben Sie trotz allen Vorbereitungsstresses bereits den Geburtstag zehn Jahre Kammerphilharmonie ein wenig im Kopf?

Wir haben zwei traumhafte Werke im Kopf, aber bisher sind wir noch in der Machbarkeitsprüfung. Man muss sehr realistisch vorgehen, um seine Träume zu verwirklichen.

>>Schaurig-schönes Konzert im Großen Saal

  • Die Veranstalter versprechen „schaurig-schöne Musik“ am Sonntag, 12. November, im Großen Saal auf der Wilhelmshöhe. Los geht es mit dem Konzert um 19 Uhr.
  • Eintrittskarten kosten zwischen 10 und 19 Euro und sind erhältlich im Kulturbüro der Stadt ( 02373/903-8753). Schüler erhalten im Kulturbüro eine Ermäßigung von 50 Prozent.

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