Autoren-Präsentation

Kathrin Heinrichs stellt ihr neues Buch vor

Voll besetzte Wilhelmshöhe: Kathrin Heinrichs Kathrin stellt ihr neues Buch vor.

Voll besetzte Wilhelmshöhe: Kathrin Heinrichs Kathrin stellt ihr neues Buch vor.

Foto: Peter Müller

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Menden. Für Kathrin Heinrichs war es am Freitagabend auf der Wilhelmshöhe ein Heimspiel vor vollem Haus. Die gebürtige Langenholthauserin, die einst am WBG ihr Abitur stemmte, las aus ihrem neuesten Buch „Nichts wie es war“. Mit skurrilen Geschichten, die im Bermudadreieck der Wälder zwischen Balve, Finnentrop und Freienohl spielen, reicherte sie ihre Lesung an und brachte so ihr Sauerländer Publikum zum herzhaften Lachen, was dem hiesigen Eingeborenen ja bekannter Weise nicht immer in die Wiege gelegt ist.

„Wildes Holz“ spielt

Mit im Gepäck hatte sie die Band „Wildes Holz“, die astrein, auf echten Holzinstrumenten – Blockflöte, Kontrabass und Gitarre – ein musikalisches Feuer entfachte, dass es warm ums Herz werden lies. Markus Conrads, Tobias Reisige, und Anto Karaula sind ein kongeniales Trio, das mit seiner Musik das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Der Abend startete nicht reibungslos. Kathrin Heinrichs hatte erst einmal einen Kampf mit der Technik des Hauses auszutragen, ihre ersten Worte gingen in lautem Knacken und Pfeifen der Tonanlage unter. Das Mikro streikte, und sie holte die drei Holzfachleute zurück auf die Bühne: „Ihr spielt noch ein Stück, und wir versuchen es danach aufs Neue“. Mit einem anderen Headset klappte es dann.

„Noch nie wurde ein Buch so sehr durch meine persönlichen Erfahrungen inspiriert“, berichtete die Autorin. Ihre demenzkranke Mutter sei unter Mithilfe einer polnischen Pflegekraft versorgt worden.

So agieren dann im Buch auch Anton, der nach einem Schlaganfall wieder in den eigenen vier Wänden leben möchte, und Zophia aus Polen, die ihm dabei helfen soll. Mit Antons Sohn Thomas, einem sturen Polizeibeamten des Bielefelder Drogendezernates, kommt sie nur schwer klar, denn von dem, was er sagt, war nicht viel auf ihrer Lernkassette für die deutsche Sprache. Doch nach einer ausreichenden Dosis Rotwein legt Thomas dann, emotional gelöst, eine alte Schallplatte auf den Teller, und die beiden tanzen zu „Theo, wir fahr’n nach Lodz“, dem Schlager, den Vicki Leandros 1974 sang. Wildes Holz spielte diese Hit-Antiquität gar nicht hölzern, sondern mit viel Swing und Jazz, mal ungehobelt, mal glatt geschliffen.

Im weiteren Verlauf des Buches wird Hannes, der Freund von Anton und Alzheimerpatient, verdächtigt, seine Pflegekraft unter Zuhilfenahme eines Messers ermordet zu haben. Es entwickelt sich eine spannende Geschichte.

Anschließend las Kathrin Heinrichs noch eine Geschichte über den Heiligabend einer Zeitungsbotin vor. Es folgte ein Kurzkrimi über eine Sauerländer Metalldiebesbande, die eine Metallstatue in Form eines Engels in größere Schwierigkeiten brachte.

Musikalisch war sicher „Highway to Hell“ von ACDC ein musikalischer Höhepunkt. Mozarts „Rondo alla Turca“ brachten die drei Musiker faszinierend arrangiert auf die Bühne. Man gab das Thema von Instrument zu Instrument weiter und variierte es so, dass es am Ende unerwartet russische Anklänge bekam. Als auch noch das Pippi-Langstrumpf-Lied erklang, konnte sich selbst der drögste Sauerländer das Lachen nicht mehr verkneifen.

Kleine kabarettistische Einlagen

Kathrin Heinrichs legte noch einige kleine kabarettistische Einlagen obenauf. Die Zuschauer genossen den Abend sichtlich.

Wildes Holz zeigte beeindruckend, wie man mit traditionellen Instrumenten sauber entstaubte Musik fetzig zu Gehör bringen kann.

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