Nach Brand

Kein Nachfolger für Frischmarkt Hülsmeyer auf Platte Heide

Bohnen, Chips und Sauce Holandaise auf dem Kassenband. Der Supermarkt steht leer.

Bohnen, Chips und Sauce Holandaise auf dem Kassenband. Der Supermarkt steht leer.

Foto: Arne Poll / Westfalenpost

Platte Heide.  Der Supermarkt von Familie Hülsmeyer auf Platte Heide steht seit einem Jahr leer. Die Hoffnungen auf einen Nachfolger haben sich nicht erfüllt.

Auf dem Kassenband steht noch eine Dose roter Bohnen. Sonst ist hier nichts mehr los. Der Frischmarkt am Heideplatz auf Platte Heide ist und bleibt geschlossen. Nach dem Brand vor einem Jahr sah sich Betreiber Marco Hülsmeyer nicht mehr in der Lage, wiederzueröffnen. Der erhoffte Nachfolger blieb bislang aus.

„Da tut sich nichts mehr“, sagt eine Passantin mal eben im Vorbeilaufen. Das mag Marco Hülsmeyer nicht beurteilen. Er sagt: „Wir haben bislang keinen Nachmieter gefunden.“ Im Supermarkt hatte am 27. Juli 2018 eine Verkaufstheke gebrannt. Das war eigentlich kein großes Ding. Durch das Löschpulver wurde aber die Ware so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr zu verkaufen war. Hülsmeyer sah sich nicht in der Lage, eine komplette Neubestückung mit Waren zu finanzieren. „Wenn drei Dosen beschädigt wurden, kann man nicht drei Dosen nachkaufen. Da muss man eine ganze Einheit abnehmen.“

Trauer bei vielen Kunden

Die Schließung des Supermarktes sorgte für Trauer bei vielen Anwohnern, die im Supermarkt wegen der kurzen Wege einkauften. „Viele Leute kommen nach nebenan zur Post und fragen, wann wir wieder aufmachen“, sagt Hülsmeyer. Ihm gehört die benachbarte Post-Agentur. Die Post hatten die Hülsmeyers zusätzlich übernommen.

Marco Hülsmeyer konzentriert sich nun auf eine Photovoltaik-Firma. „Wir haben bei der Eröffnung 100.000 Euro investiert. Da ist nicht noch Luft, um noch einmal Geld in den Laden zu stecken.“

Er sei selbst noch bis Januar dieses Jahres Mieter in dem Ladenlokal gewesen. Ein Teil der Einrichtung steht weiter hinter den mittlerweile trüb gewordenen Scheiben am Margueritenweg. „Ich warte noch bis Ende des Jahres ab. Dann räume ich aus“, sagt Hülsmeyer. Wenn sich ein neuer Mieter fände, könnte er die Regale zum kleinen Preis übernehmen.

Der Schock seinerzeit war groß. Die Mitarbeiter reagierten schnell. Sie zogen die Sicherung der brennenden Theke, setzten einen Pulverlöscher ein. Die Feuerwehr musste nur noch nachlöschen. Die Helfer aber bezahlten den Einsatz mit einem Krankenhaus-Aufenthalt. Das Pulver hinterließ Schäden.

Dortmunder Makler vermittelt

Der Eigentümer hat die Vermietung mittlerweile an einen Dortmunder Immobilienmakler übergeben. Dort ist trotz mehrfacher Versuche niemand zu erreichen. Schon vor einem Jahr war klar: Das Ladenlokal eignet sich kaum für eine andere Nutzung. Auch ein Umbau wäre aufwändig und teuer, weil der Kühlraum einfache Lösungen blockiert. Marco Hülsmeyer gibt die Hoffnung nicht ganz auf, auch wenn er das Thema Supermarkt für sich erledigt sieht. Viele Kunden hätten sich mittlerweile andere Wege gesucht. So mancher lasse sich zu anderen Supermärkten mitnehmen. „Die kommen irgendwie klar.“

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