Volle Klassen

Kein Platz für Mendener Schüler

Volle Klassenzimmer wie auf diesem Symbolbild sind auch in Menden gang und gäbe – nicht nur an der Gesamtschule. In der letzten Hauptschulklasse der Stufe 9 sitzen sage und schreibe 33 Schüler.Foto:dpa/Marijan Murat

Volle Klassenzimmer wie auf diesem Symbolbild sind auch in Menden gang und gäbe – nicht nur an der Gesamtschule. In der letzten Hauptschulklasse der Stufe 9 sitzen sage und schreibe 33 Schüler.Foto:dpa/Marijan Murat

Menden.   In Menden gibt es keine Hauptschule mehr, und die Gesamtschul-Klassen waren voll. Zwei Realschul-Abgänger fahren jetzt nach Iserlohn.

Nicht nur für die Schulpolitiker in Menden war es kaum zu glauben, dass es ihrer „Schulstadt“ jüngst nicht möglich war, zwei Realschul-Abgänger in ihren Mauern unterzubringen. Die beiden Kinder aus der Orientierungsstufe besuchen jetzt eine Hauptschule in Iserlohn, wie die Mendener Schulverwaltung auf Nachfrage der WP bestätigte.

„Wir haben nun einmal keine Hauptschule mehr in Menden, es besteht lediglich noch eine Klasse mit 33 Jugendlichen in der Stufe 9, die von der aufgegebenen Bonifatius-Hauptschule Platte Heide ins Haus 2 der Gesamtschule umgezogen ist“, erklärte Achim Richlik vom Rathaus-Team Schule und Sport.

Die Gesamtschule Menden habe wegen bereits erreichter Klassen-Obergrenzen abwinken müssen, als es um die beiden Kinder ging, berichtet Richlik weiter. Nur sie wäre für die kleinen Realschul-Abgänger in Frage gekommen. Bei Kindern, die nicht zugewiesen werden, sei dies das übliche Verfahren. Die Stadt zeige dem Schulamt des Märkischen Kreises das Problem an. Dort habe man den Überblick über noch nicht ausgelastete Schulen in der Umgebung.

Die Zahl der gänzlich unbeschulten Kinder in Menden liege derzeit bei etwa 20. Dabei handele es sich vorwiegend um Kinder zugewanderter Familien aus östlichen EU-Staaten. Vor den Sommerferien war diese Situation noch dramatischer, als die Zahl doppelt so hoch lag. Ulrich Menge, Abteilungsleiter Schulen im Rathaus, hat das Problem im Blick: „Wir planen gerade ein Treffen mit den heimischen Schulleitern, um uns Gedanken über die Aufnahme zu machen“, sagte er auf WP-Nachfrage.

Schwänzen wird sanktioniert

Die Zuwandererfamilien haben auch die Politiker im Schulausschuss schon mehrfach beschäftigt. So war es bereits Thema, dass aus osteuropäischen EU-Ländern zugereiste junge Menschen die heimischen Schulen nicht regelmäßig besuchten und zum Teil Komplettverweigerer sind. Seitens der Stadt wird betont, dass sie dagegen etwas unternimmt – auch da, wo es weh tut: „Bei der Bewilligung von Sozialleistungen wird sehr genau darauf geachtet, dass der Schulpflicht nachgekommen wird.“

Die aktuell 20 unbeschulten Kinder sollen aus Sicht der Stadt möglichst gleichmäßig auf die Schulen und Schulformen verteilt werden. Ulrich Menge betont: „Das darf nicht einseitig zu Lasten einer Schule ausgehen.“ Insbesondere die Gesamtschule mit anhaltend sehr großen Klassen – gerade im sechsten und siebten Jahrgang – stoße aber immer wieder an Grenzen bei der Aufnahme.

Zugleich betonen Menge und Richlik die Kooperationsbereitschaft der Schulen und Schulleiter. Das gelte insbesondere für die Gesamtschule, die im nächsten Schuljahr erstmals einen Zweig einrichtet, der zum Abitur führt, und dafür bis August 2018 auch einen Oberstufen-Neubau erhalten soll. Sie muss indes alle jungen Mendener aufnehmen, die von den Gymnasien oder der Realschule wechseln wollen. Und das klappt, wie geschehen, offenbar nicht immer.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik