Drive-In-Markt

„Kirmes to go“ in Menden knüpft nicht an alten Erfolg an

Kirmes to go in Menden: Organisator Frank Foulon in seiner Mandelbrennerei mit Aurora und Steffi.

Kirmes to go in Menden: Organisator Frank Foulon in seiner Mandelbrennerei mit Aurora und Steffi.

Foto: Peter Müller

Menden.  Die „Kirmes-to-go“ auf dem Grohe-Parkplatz in Menden knüpft nicht an den Erfolg aus dem Sommer an. Was die Schausteller jetzt zur Zukunft sagen.

Am Sonntag konnte Frank Foulon, Organisator des Drive-In-Markts auf dem Groheparkplatz, trotz eigener Unkenrufe vom Samstagnachmittag dann doch positive Bilanz ziehen und freute sich. „Der Samstagabend und der Sonntag haben uns gerettet. Da war doch viel los.“ Die zweite Auflage der Drive-In-Kirmes zu Corona-Zeiten lief dennoch anders als noch zu Pfingsten – und knüpfte nicht an den Erfolg an.

Am Samstagnachmittag meinte Foulon noch: „Wir haben mit mehr gerechnet.“ Foulon selbst stand mit seiner Mandelbrennerei und seinen beiden Helferinnen Aurora und Steffi von Donnerstag bis Sonntag in der Hönnestadt, um noch einmal ein wenig Kirmesfeeling und -duft aufkommen zu lassen.

Die meisten Besucher kommen dieses Mal zu Fuß

Gleich am Eingang zum Gelände hat Michelle Koschorreck alles im Überblick. Sie teilt die Speisekarte der Kirmes-To-Go aus. „Dies ist zwar ein Drive-In-Markt, aber die meisten kommen doch zu Fuß“, stellt sie fest. Am Kinderkarussell hat sich eine kleine Schlange gebildet. Katharina und Stefan Holz sind mit ihrem Nachwuchs Felix-Maximilian, Franziska und Simon gekommen. „Dies ist eigentlich ein Kompromiss, denn wir wollten ursprünglich in den Sauerlandpark und die Illuminationen sehen. Wir konnten die Lichtkunstwerke nicht anschauen, denn wir mussten trotz Tageskarte den Park um 16 Uhr verlassen. So sind wir dann hier gelandet.“ Den Jüngsten scheint es nicht zu stören. Er dreht Runde um Runde auf dem Kettenkarussell und ist einfach begeistert.

Begeistert sind die Standbetreiber am Samstagnachmittag nicht. Daniel Seonie ist mit seiner Fischerhütte angereist und schaut auf seine Fischdelikatessen: „Pfingsten war es deutlich besser. Jetzt sollen wir ja alle zu Hause bleiben. Das wirkt sich natürlich aus.“ Auch Dennis Dührkop steht sinnend mit Silas und Carla hinter dem Cocktailstand. „Am Freitagabend haben wir uns sehr über den Besuch vieler Bediensteter der Stadtverwaltung gefreut. Nun warten wir auf den heutigen Abend. Dann ist hoffentlich mehr los.“

Schausteller aus der Region bangen um die Existenz

Die Hoffnung wurde nicht getrübt: „Der Samstagabend und auch der Sonntag brachten dann doch noch viele Menschen zu uns. Viele nahmen auch Essen und Getränke im Auto mit“, berichtet Frank Foulon. Er erklärt die Situation der Schausteller: „Dieser Markt ist aus der Not heraus entstanden. Ganz besonders hart getroffen haben die Folgen des Virus die Schausteller mit großen Fahrgeschäften. Da steht noch fast alles verpackt im Winterlager. Viele haben investiert und nun keine Möglichkeit Umsatz zu machen.“ Da helfe auch die Soforthilfe nicht viel. Die sei an Verwendungsnachweise gebunden und dürfe nicht zum Lebensunterhalt ausgegeben werden. Die Banken spielten oft nicht mit. „Da sind unsere Familien, in denen man sich gegenseitig hilft, der rettende Anker. Denn es gibt keinen Plan, wie es weitergehen soll“, beklagt der Organisator und schaut düster in die Zukunft: „Vermutlich werden aufgrund der verschlechterten Coronalage auch die Weihnachtsmärkte abgesagt.“ Rückblick: „Das wird in die Geschichte von Menden eingehen!“

Trotzdem wolle man nach vorn schauen, sagt Foulon. Neun gastronomische Geschäfte, ein Luftballonverkäufer und ein Kinderkarussell sind auf den Grohe-Parkplatz gekommen. Crèpes, Hot Dogs, Churros, gebrannte Mandeln und Nüsse, Fisch, holländische Pommes, Schokoobst und Cocktails gibt es. Die Preise sind moderat. Doch die echte Kirmesstimmung fehlt doch etwas. Kontaktlose Bedienung an den Autos – gut und richtig, sagen viele Besucher. Rückverfolgungslisten an den wenigen Stehtischen – auch gut und auch richtig. Doch alle Maßnahmen bringen sie immer wieder ins Bewusstsein: Corona, ungebetene Besucherin und immer und überall präsenter Dauergast des Jahres.

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