St.-Antonius-Kirche

Kran-Ungetüm zieht Gondel in Halingen in luftige Höhe

Von der Gondel aus, die am Kran hängt, werden etwa die Schieferplatten am Turm kontrolliert und befestigt.

Von der Gondel aus, die am Kran hängt, werden etwa die Schieferplatten am Turm kontrolliert und befestigt.

Foto: Alexander Lück

Halingen.  Luftige Angelegenheit: Die Halinger Gemeinde muss Dach und Turm der St.- Antonius-Einsiedler-Kirche reparieren. Ein riesiger Kran hilft dabei.

Schon von Bösperde aus oder vom Mühlenberg in Fröndenberg ist er gut zu sehen. Deutlich überragt der gelbe Kran den Turm der St.-Antonius-Einsiedler-Kirche in Halingen. Auch heute noch werden an dem Gotteshaus einige Schäden in luftiger Höhe beseitigt.

Das gelbe Ungetüm, das von einer Fachfirma aus Arnsberg kommt, kann in eine Höhe von bis zu 62 Metern ausfahren und überragt das Gotteshaus von Halingen damit bei weitem. Seit Dienstagmorgen steht der Kran vor der Kirche. Auf dem Plan stehen gleich mehrere Arbeiten. Die letzten schweren Stürme, die über Menden hinwegzogen, haben einige Schieferplatten auf dem Dach gelockert. Manche waren sogar heruntergefallen, hatten glücklicherweise aber keinen weiteren Schaden, bei Menschen oder an Gebäuden und Gegenständen verursacht.

Kran mieten, Handwerker buchen

Nun sind die letzten Stürme auch schon ein wenig her. Aber überhaupt einen geeigneten Kran mieten zu können, die entsprechenden Handwerker zu buchen (was ja zeitlich passieren muss) und das Okay nicht nur von der Versicherung, vom Erzbistum Paderborn, dem Gemeindeverband wie auch der Denkmalbehörde (die Kirche St. Antonius Einsiedler steht unter Denkmalschutz) zu bekommen, dauert eben. Das berichtet Stefan Mathmann aus dem Kirchenvorstand der Gemeinde.

Zwei Mitarbeiter der Mendener Firma Nolte sind den Dienstag über damit beschäftigt, die Schieferplatten auf dem Kirchendach zu überprüfen und gegebenenfalls wieder richtig zu befestigen. Das machen sie von einer Gondel aus, die von dem Kran in luftige Höhe gezogen wird. Der Kranführer hat zu den beiden lediglich Funkkontakt. Das Fahrzeug steht teilweise auf der andere Seite des Kirchenturmes, ohne die Gondel genau im Blick zu haben. Das Manövrieren ist damit keine ganz einfache Aufgabe, letztlich aber Alltagsgeschäft für den Kranfahrer. Spätestens ab Windstärke 6 wäre der Einsatz nicht mehr möglich. Davon ist das Wetter am Dienstag aber sehr weit entfernt.

Kreuz auf der Spitze steht fest

Einer der beiden Mitarbeiter in der Gondel ist Roger Köhler. Der Dachdecker ist auch Gemeindemitglied und mit den Bauarbeiten, die rund um das Halinger Gotteshaus immer wieder nötig sind, entsprechend vertraut. Auch am heutigen Mittwoch wird er noch an dem Kirchturm beschäftigt sein. Bei einer anderen Sache hingegen konnte er gestern schon Entwarnung geben.

Denn auch der Mendener Bauschlosser Bernd Rameil war am Dienstagvormittag nach Halingen gekommen und mit der Gondel in luftige Höhe gezogen worden. Er sollte das Kreuz auf der Kirchturmspitze kontrollieren. Denn auch dieses hatte zuletzt immer wieder bei heftigerem Wind deutlich geschwankt. Oben dann aber die Erkenntnis: Es steht fest, eine Gefahr, dass es abbrechen und herunterfallen könnte, besteht nicht.

Nächste Baustelle im Dachstuhl

Mit Stefan Mathmann und dem Architekten Anselm Vedder geht es dann im wahrsten Sinne des Wortes auf die nächste Baustelle. Im Dachstuhl der Kirche, erreichbar über eine lange Wendeltreppe von der Sakristei aus, ist eine kleine Stelle der hölzernen Dachkonstruktion sichtbar feucht. Ganz nah ran kommt man von der hölzernen Stegen im Dachstuhl aber nicht an diese Stelle heran. Lediglich die in das Smartphone-Taschenlampe hilft ein wenig bei der Inaugenscheinnahme.

Wie lange diese Stelle schon feucht ist? Lässt sich aus dem Stand bei der Besichtigung erstmal nicht ermitteln. Vedder hat davon vom zuständigen Gutachter des Erzbistums Paderborn erfahren und wollte sich das Ganze dann auch noch mit der Gondel von außen anschauen. Und auch der Paderborner Gutachter wird sicher noch einmal in Halingen Station machen. Möglicherweise muss die Gemeinde hier auf absehbare Zeit auch noch was tun. „In einer Kirche ist eben immer etwas zu tun", weiß Stefan Mathmann.

Besondere Bedampfung

Klar ist hingegen schon das Vorgehen einige Meter weiter unten im Kirchenraum. Sowohl im hölzernen Altar wie auch in manchen Bänken hat sich der Holzwurm breit gemacht. Die Orgel ist bislang nicht betroffen.

Wahrscheinlich im Herbst werden die betroffenen Bänke nach vorne geschoben und der Bereich am Altar dann vom Rest des Kirchenraumes mit Planen abgetrennt. Der Holzwurm wird dann mittels einer besonderen Bedampfung bekämpft. Das dauert ein paar Tage, so dass diese Aktion vorher mit den Messzeiten der St.-Antonius-Einsiedler-Kirche und auch mit besonderen Veranstaltungen wie dem Pfarrfest gut koordiniert sein muss.

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