Festival „Passagen“

Kritik an teurem Eintritt für Kunstfest auf Gut Rödinghausen

Claus Dieter Clausnitzer soll am 3. September gemeinsam mit Mitgliedern des Orchesterzentrums NRW im Kaminsaal des Gutshauses auftreten und Lesungen abhalten. Der Schauspieler ist aus dem Münsteraner Tatort bekannt.

Claus Dieter Clausnitzer soll am 3. September gemeinsam mit Mitgliedern des Orchesterzentrums NRW im Kaminsaal des Gutshauses auftreten und Lesungen abhalten. Der Schauspieler ist aus dem Münsteraner Tatort bekannt.

Foto: NITSCHE, Thomas

Rödinghausen.   Politiker ärgern sich über hohe Eintrittspreise beim geplanten Festival „Passagen“ auf Gut Rödinghausen in Menden. Die Organisatoren kontern.

Sind 20 Euro Eintritt für ein Theaterstück in Menden angemessen? Darf ein Tanz-Workshop 100 Euro kosten? In der Politik mehren sich kritische Stimmen zum geplanten Kunst- und Kulturfest Passagen, das in den ersten zwei September-Wochen in und um Gut Rödinghausen stattfinden soll. Die Planer verteidigen die kalkulierten Eintrittspreise.

„Der Eintritt ist recht teuer, vor allem wenn man an alle Mendener denkt“, sagt Bernd Alban (SPD). Ziel von städtischen Kulturveranstaltungen müsse doch die Teilhabe für breite Bevölkerungsschichten sein, sagt der Sozialpolitiker. Auch Matthias Eggers (CDU) findet die Eintrittspreise „recht teuer“, auch wenn er das Fest „Passagen“ mit anderen Veranstaltungen in Menden vergleiche. Vor allem beim Schüler-Tanzcamp müsse man doch eine Zielgruppe vermuten, die nicht unbedingt so einkommensstark sei.

100 Euro für einen Tanz-Workshop

Kulturbüro-Leiter Michael Roth macht relativ schnell klar, dass der soziale Gedanke bei der Organisation nicht im Vordergrund stand. Das mehrtägige Camp sei nur für eine kleine Gruppe von zehn Personen gedacht. Die Stadt müsse hochqualifizierte Trainer bezahlen, bewirten und unterbringen. Für die Teilnehmer gebe es Verpflegung. „Die 100 Euro orientieren sich an den Kosten, die wir haben.“ Die Preise seien außerdem „im Rahmen des Üblichen“. Auf Bitten der Politik gesteht das Kulturbüro zu, dass es zu den 100 Euro Teilnahmebeitrag noch zwei Freikarten für die Abschlussaufführung gibt, damit Eltern nicht noch zusätzlich zehn Euro Eintritt zahlen müssen.

Für das Kulturprogramm an den anderen Tagen rechnet die Stadtverwaltung mit Eintrittspreisen zwischen 18 und 22 Euro. Für die zehn Aufführungen gibt es auch eine Dauerkarte, die 160 Euro kosten soll. Dafür werden dann Veranstaltungen mit Titeln wie „Von Werwölfen, Untoten und Monstrositäten“, „Rastlos treibt’s mich um im engen Leben“ oder „Hell leuchtet meiner Liebe goldsonnige Pracht“ geboten. Verantwortlich für das Programm ist offiziell das städtische Kulturbüro. Als eine Art Intendant tritt der ehemalige Bürgermeister Volker Fleige (SPD) nach außen auf.

50.000 Euro eingeworben

Roth hält auch die Preise für diese Veranstaltungen für angemessen. Grundsätzlich komme auch ein Sozialtarif zum Tragen. Dieser ermögliche Rabatte von bis zu 5 Euro pro Veranstaltung. Über die Einführung eines Familientarifs lasse sich generell nachdenken, dann aber auch für andere Kulturtermine in Menden. Konsens ist: Die „Passagen“ werden ohnehin kaum Familien ansprechen. Die Kosten für das Kunstfest werden über Eintrittsgelder längst nicht aufgefangen. Bislang sind 24.000 Euro von Unternehmen eingegangen. Dazu kommen knapp 21.000 Euro Fördergelder von der NRW-Stiftung und 5500 Euro von der Kunststiftung NRW. Die Betreuung bei der Veranstaltung soll durch Ehrenamtliche (unter anderem aus dem Förderverein) geleistet werden. Die Stadtverwaltung geht von 90 geleisteten Arbeitsstunden aus.

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