Lebensmittel

Landwirt Sebastian Becker eröffnet neuen Hofladen

Im Hofladen verkauft Sebastian Becker Fleisch von Kühen, Schweinen und Hühnern, aber auch Eier, Marmelade und vieles mehr.

Im Hofladen verkauft Sebastian Becker Fleisch von Kühen, Schweinen und Hühnern, aber auch Eier, Marmelade und vieles mehr.

Foto: Lena Kley

Fröndenberg.   Der 27-Jährige will den Hofladen in Fröndenberg im Februar eröffnen. Becker verkauft vor allem Produkte aus seinem eigenen Betrieb.

Etikettierte Gläser türmen sich bereits in dem Regal, Fleisch hängt von den Wänden, Preise stehen schon auf den Schildern – es fehlt nur noch die Kühltruhe für das Fleisch und ein Schild vor dem Hof, dann kann Landwirt Sebastian Becker seinen neuen Hofladen aufmachen. Die offizielle Eröffnung ist für Freitag, 1. Februar, geplant.

Rindfleisch, Hühnerfleisch und Schweinefleisch im Hofladen

Der 27-Jährige betreibt auf seinem Hof Ackerbau- und Viehzucht, im Laden will er zum Großteil eigene Produkte verkaufen: Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch, Eier, und Kartoffeln. Aber auch Aufstriche wie Griebenschmalz, Leberwurst, Sülze und Mett sind im Laden zu finden.

Seine Freundin und seine Mutter steuern selbstgemachte Marmelade und Likör bei. Naturtrüber Apfelsaft ist auch im Sortiment und sogenanntes „zellverfügbares Wasser“, das frei von Hormonen, Schwermetallen oder anderen Kleinteilen sein soll.

In Zukunft möchte Becker zusätzlich noch Käse und Milch anbieten. Die Preise gehen von 10 Euro pro Kilogramm für Leber bis 19 Euro für einen Rinderbraten. Ein Ei kostet 30 Cent.

Tierwohl und Umwelt als großes Thema

Becker achtet nach eigenen Angaben auch auf das Tierwohl und die Umwelt: „Ich möchte die Landwirtschaft führen, wie sie früher geführt wurde, als alles ökologischer war“, sagt er.

Die Kühe kommen im Sommer nach draußen, auch die Schweine könnten nach Draußen. Zudem verwende er kein Futter mit Gentechnik. Sein Hof gehört zum Neuland-Verein, dem landwirtschaftlicher Fachverband, der nach eigenen Angaben besonders tiergerechte, umweltschonende Nutztierhaltung fördern will.

Der Raum, in dem jetzt der Hofladen ist, stand vorher leer. Anfang Dezember hat Becker angefangen, den Laden auf Vordermann zu bringen. Er war auf die Idee gekommen, da er das Fleisch nicht mehr in der Wurstküche verkaufen wollte.

In dem Hofladen hat er fast alles selbstgemacht: Die schmucke Theke mit dem Naturholz und dem Glas hat er selbstgebaut, den Kühlschrank hat er eigenhändig verkleidet.

Sein neuestes Stück ist ein kleines Standregal für den Honig. In Zukunft will er die Wand zum Schweinestall für eine Durchreiche durchbrechen und dort den Zerlegeraum für das Fleisch einrichten.

Automaten laufen auch gut

Sebastian Becker probiert bei der Vermarktung viel aus: Vor drei Jahren hat er angefangen, seine Produkte über einen Automaten neben dem Hof zu verkaufen, an der Ostbürener Straße 165.

Einen zweiten hat er mittlerweile am Hirschberg 7 aufgestellt. „Mit den Automaten läuft es gut“, sagt der 27-Jährige. Nur die Kartoffeln, die neben dem Automaten standen, sind weg. Zu viele hätten sich daran bedient, ohne zu bezahlen.

Hof von Otto und Heinrich Dahlhof übernommen

Den Hof hat Sebastian Becker nicht von seinen Eltern übernommen, wie es meist üblich ist, sondern von Bekannten der Familie, Otto und Heinrich Dahlhof. „Unser Opa hat immer gesagt, dass das bei mir in den Genen liegt, denn auch meine Oma kommt von einem Hof“, sagt er.

Die Selbstständigkeit ist ihm nicht fremd – seine Eltern führen einen Sanitär- und Heizungsbetrieb. „Ich bin damit aufgewachsen, mit all den Sorgen und schönen Seiten“, sagt er.

Berufswunsch Altenpfleger

Früher wollte er immer Altenpfleger werden, hatte auch schon Praktika absolviert und eine Spätschicht mitgemacht. „Dann ist eine Lieblingsoma gestorben“, erinnert er sich.

Das hat ihn sehr mitgenommen, sodass er sich doch für seinen jetzigen Beruf entschied. „Ich habe natürlich auch Lieblingstiere, doch wenn sie sterben, ich trauere nicht wochenlang.“ 2008 startete er mit der Ausbildung. „Ich habe mir das ausgesucht, weil ich gerne in der Natur bin“, sagt er.

Das ist nicht nur Teil seines Jobs, sondern auch seiner Freizeit: Becker hat zehn eigene Bienenvölker, die auch fleißig Honig für den Hofladen produzieren. Den Jagdschein hat er auch gemacht. „Als Landwirt denkst du, du weißt alles über die Natur, aber bei der Jägerprüfung merkst du erst, dass da noch viel mehr ist“, sagt er.

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