Essen für Familien

Lebensmittel-Lage im Mendener DeCent: „Hilfe kommt an“

| Lesedauer: 3 Minuten
Weil alles hilft: Bürgermeister Roland Schröder, Schirmherr der Lebensmittel-Spendenaktion (links), brachte jüngst mit Michael Roth (Mitte) von der Stabsstelle Bürgerengagement eine Spende in den DeCent-Laden zu Franz Daniel.

Weil alles hilft: Bürgermeister Roland Schröder, Schirmherr der Lebensmittel-Spendenaktion (links), brachte jüngst mit Michael Roth (Mitte) von der Stabsstelle Bürgerengagement eine Spende in den DeCent-Laden zu Franz Daniel.

Foto: Jennifer Boeke / Stadt Menden

Menden.  Bedürftige Mendener, darunter vor allem Familien, können sich seit Oktober im DeCent-Laden wieder versorgen. Franz Daniel zur Lebensmittel-Lage.

350 Familien versorgt der DeCent-Laden mittlerweile ein Mal wöchentlich mit Lebensmitteln im Sozialkaufhaus an der Fröndenberger Straße. Die Ware wird, wie berichtet, zu großen Teilen mittlerweile bei Rewe und Edeka in Menden gekauft. Denn nach dem ersatzlosen Wegfall der Real-Märkte in Menden und Hemer, die für DeCent immer wichtige Lieferanten von Lebensmitteln nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum waren, reichte das Angebot nicht mehr aus. Erst recht nicht angesichts der stark gestiegenen Nachfrage durch die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.

Bedarf ist „größer denn je“ – auch wegen der Flüchtlinge aus der Ukraine

Der Bedarf sei „größer denn je“, berichtet Franz Daniel, Vorsitzender des Katholischen Vereins für soziale Dienste in Menden, kurz SKFM. „Man merkt, dass das Geld wegen der allgemeinen Teuerung jetzt bei finanziell ohnehin schwach aufgestellten Menschen sehr schnell knapp wird.“ Ein Beispiel: „Gerade Familien mit Kindern mussten schließlich Wintersachen für mehrere Personen kaufen.“

Fünf Mal pro Woche kauft DeCent bei Edeka und Rewe günstig Lebensmittel ein

Um die Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, werde jetzt fünf Mal pro Woche für rund 750 Euro in den heimischen Supermärkten Drath und Enste deutlich vergünstigt eingekauft. „Wir sind dafür allen Beteiligten extrem dankbar“, sagt Daniel. Das gelte nicht nur für die Märkte und deren Inhaber, sondern auch für die Großspender, die diese Aktion erst möglich machten: „Das sind der Initiativkreis Mendener Wirtschaft, also der IMW, der Lions Club, Rotary Menden, der Verein ,Mendener in Not’ und auch der SKFM selbst.“ Denn eigene Einnahmen, beispielsweise aus den Verkäufen von Möbeln und Kleidung, aber auch aus dem Lebensmittelverkauf, helfen zusätzlich.

Dank an Sponsoren: IMW, Lions, Rotary, „Mendener in Not“ und Niehaves

Alle gemeinsam brachten unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Roland Schröder eine Gesamtsumme in Höhe von 55.000 Euro zusammen, von der DeCent jetzt zehren kann. Durch die WP-Berichte über die Einkaufsaktion seien auch noch einmal einige Einzelspenden hinzugekommen, erzählt Daniel. Zudem dürfe man aus der Niehaves-Zentrale im nahen Wickede so viel Brot abholen, dass alle im DeCent damit versorgt werden können. „Auch das ist buchstäblich unbezahlbar.“

Seit Oktober gut die Hälfte der Spendengelder verbraucht

Gut die Hälfte des Geldes für die Lebensmittel sei mittlerweile verbraucht worden, berichtet der SKFM-Vorsitzende weiter. Damit sei klar: „Die Hilfe kommt an!“ Und das, nachdem es zuvor zu erschütternden Szenen im DeCent-Markt gekommen sei. „Da hatten wir vielen enttäuschten Familien fast nichts mehr anzubieten“ – eine hochgradig belastende Situation für die Betroffenen, aber auch für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des katholischen Verbandes.

Aktion nur bis Ende Dezember geplant – aber es soll auch 2023 weitergehen

Laut Franz Daniel werden längst wieder neue Wege überlegt, wie man das Lebensmittel-Hilfsprogramm fortführen kann. Ursprünglich war es nur bis Ende Dezember geplant und durchgerechnet. Doch auch der Januar, Februar und März dürften für bedürftige Familien noch harte Monate werden.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Menden

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER