Kabinenfoto

Menden Türk nimmt militärischen Gruß wieder aus dem Netz

Die Nationalfahne auf dem Trikot gehört bei landsmannschaftlichen Teams dazu – doch militärische Grüße in Kriegsgebiete will der Fußballkreis nicht sehen.

Die Nationalfahne auf dem Trikot gehört bei landsmannschaftlichen Teams dazu – doch militärische Grüße in Kriegsgebiete will der Fußballkreis nicht sehen.

Foto: Archiv, Dietmar Reker

Menden.  Nach einem Sieg in der Kreisliga B stellt Menden Türk ein Foto ins Netz, auf dem die Spieler salutieren. Das sorgt für Irritationen.

Mit dem Bild von einem militärischen Gruß der gesamten Kreisliga-Mannschaft hat Menden Türk am Dienstag für Irritationen gesorgt: Unterlegt mit einem Satz über „Märtyrer“ und „Helden“ und mit der türkischen Flagge waren seit Montagmittag 13 Spieler des B-Ligisten Menden Türk Gücü auf der Facebookseite des Vereins mit der Hand an der Schläfe zu sehen. Unter diesem Kabinenfoto stand noch ein weiteres Bild mit salutierenden Türk-Spielern auf dem grünen Rasen.

Nach einer kurzfristig einberufenen Vorstandssitzung nahm der Verein den gesamten Beitrag allerdings am späten Dienstagabend wieder aus dem Netz. Wie der Vorsitzende Halil Küpeli dazu erklärte, sei wie nach jedem Türk-Spiel auch diesmal ein Mannschaftsfoto hochgeladen worden, diesmal allerdings mit Gesten, die angesichts des Konflikts zwischen türkischen Truppen und kurdischen Milizen im Nordirak unpassend gewesen seien: „Wir sind ein Fußballverein und keine politische Vereinigung.“

Kreis-Vorsitzender „enttäuscht“

Einig sieht sich Küpeli darin mir dem Vorsitzenden des Fußballkreises Iserlohn, Horst Reimann, bei dem das Verhalten der Mannschaft von Menden Türk nur Kopfschütteln hervorrief: „Wir wollen im Sport keine politischen Bekundungen sehen – von wem auch immer“, sagte Reimann der WP. Der Fußball solle Menschen verbinden und nicht provozieren, wie es hier eindeutig der Fall gewesen sei.

Von Menden Türk zeigt sich Reimann „zutiefst enttäuscht“. Der Verein mache sich sein Ansehen kaputt, und aus seiner Sicht gehe es hier auch um „das Gegenteil von gelebter Integration“, da die Spieler höchstwahrscheinlich allesamt in Deutschland geboren und aufgewachsen seien.

Verein: „Wollen nur den Aufstieg“

Halil Küpeli betonte unterdessen noch einmal, dass man ausschließlich sportliche Ziele verfolge und keine politischen: „Was wir wollen, ist einzig und allein der Aufstieg in die A-Liga.“

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