Protestliste gegen Ausbau

Manöverweg: Anlieger „überrumpelt“?

Hier soll bald gebuddelt werden. Doch die weitaus meisten Anlieger des Manöverwegs, die den Großteil der Herstellungskosten für ihre Straße tragen sollen, sind mit der bisherigen Planung nicht einverstanden. Foto:Yasser Aboshaeer

Hier soll bald gebuddelt werden. Doch die weitaus meisten Anlieger des Manöverwegs, die den Großteil der Herstellungskosten für ihre Straße tragen sollen, sind mit der bisherigen Planung nicht einverstanden. Foto:Yasser Aboshaeer

Menden.   Rund 70 Unterschriften gegen die Ausbau-Variante: Anwohner des Manöverwegs fühlen sich nach Bürgerversammlung von der Stadt „überrumpelt“

Die Politiker im Bauausschuss können sich in der Sitzung am heutigen Donnerstag ab 17 Uhr im Ratssaal auf reichlich Besuch einstellen: Knapp 70 Namen umfasst die Protestliste der meisten Anlieger des Manöverwegs – gegen den zur Abstimmung stehenden Endausbau ihrer Straße. Mehr noch: Die Bürger fühlen sich von der Verwaltung „überrumpelt“.

Denn: In der Bürgerversammlung zum Ausbau seien ihnen im Februar zwei Varianten vorgestellt worden, die sie beide ablehnen. Sie fordern vielmehr „die kostengünstigste Möglichkeit, den Manöverweg für die Zukunft wiederherzustellen“. Zu dieser Variante 3 habe es in der Versammlung eine Abfrage durch den Stadt-Experten gegeben, die mit 86:4 Stimmen ausgegangen sei.

Davon ist in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung für die Politiker aber nichts zu lesen. Hier heißt es nur, die Bürger hätten sich zwischen zwei Varianten mehrheitlich für eine Spielstraße entschieden – ganz so, als seien die Anlieger des Manöverwegs vollauf einverstanden mit der Ausbau-Planung.

Frühzeitige Einbindung gefordert

Wörtlich heißt es im Stadt-Papier: „Nach der Vorstellung der Entwurfsplanungen (...) wurden Fragen der Anlieger bezüglich der unterschiedlichen Bauausführungen, Oberflächenentwässerung, Kosten, Parkflächen, Straßenbeleuchtung, Kanalerneuerung und Anliegerbeiträgen von der Verwaltung beantwortet. Im Ergebnis hat sich die Mehrzahl der Anwohner für die Mischfläche in Asphaltbauweise ausgesprochen. Hierbei sollen die öffentlichen Stellplätze nicht gepflastert, sondern asphaltiert und abmarkiert werden. Die vorgenannten Wünsche der Eigentümer wurden in die nun vorgelegte Planung mit aufgenommen. Ebenso wurden weitere Anregungen, die einzelne Grundstückssituationen betrafen, wenn möglich, ebenfalls in der vorliegenden Planung umgesetzt.“ Die Herstellung der Straße solle nun auch Straßenlaternen, die Entwässerung und die Erneuerung der öffentlichen Verkehrsfläche umfassen.

Von dem, was die Bürger wirklich wollten, ist keine Rede: Nach eigenen Angaben hatten sie ihren Unmut über die Stadt-Pläne in der Versammlung unmissverständlich geäußert. Jetzt fordere man eine frühzeitige Einbindung und mehr Mitgestaltungschancen vor Beginn der Arbeiten, „um die Ausführung so günstig wie möglich zu halten“.

Stadt-Sprecher Johannes Ehrlich erklärte dazu, dass eine Wiederherstellung der Straße „so wie sie mal war“ als besagte Variante 3 nicht dem politischen Auftrag der Verwaltung entspreche: „Der gibt ganz klar vor, dass ein Endausbau erfolgen soll.“ Folglich hätten in der Versammlung auch nur die Endausbau-Varianten zur Abstimmung gestanden. Und Nummer 2 sei mehrheitlich befürwortet worden – der Ausbau als Spielstraße.

Verwaltung weiter gesprächsbereit

Dafür seien feste Einbauten erforderlich: Die Geradlinigkeit müsse baulich unterbrochen sein, damit Autos langsamer fahren. Nur Stellplätze zu markieren, reiche nicht. Übers „Mobiliar“ sei die Stadt aber bereit zu reden, auch über gesenkte Standards. Statt Bäume zu setzen, könnte man etwa Pflanzkübel aufstellen. Dem müsse aber die Politik zustimmen, und die Vorgaben für eine Spielstraße müssten erfüllt bleiben. Ob der Ausbau so für die Anwohner spürbar günstiger werde, sei „fraglich“.

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