Sieger und Verlierer

Marco Voge zieht in den Landtag ein

Im Landmarkt in Mellen ist kaum ein Platz frei, als Marco Voge am Wahlabend seine Rede hält und von den Gästen gefeiert wird. Er zieht in den NRW-Landtag ein – als erster Direktkandidat aus dem Stadtgebiet Balve.

Im Landmarkt in Mellen ist kaum ein Platz frei, als Marco Voge am Wahlabend seine Rede hält und von den Gästen gefeiert wird. Er zieht in den NRW-Landtag ein – als erster Direktkandidat aus dem Stadtgebiet Balve.

Foto: Alexander Bange

Menden/Balve.   Marco Voge holt für die CDU den Wahlkreis mit Menden, Balve, Hemer, Neuenrade und Plettenberg zurück und zieht in den Landtag ein.

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Der CDU-Kandidat Marco Voge aus Balve (Mellen) zieht für Menden, Balve, Hemer, Neuenrade und Plettenberg in den neuen NRW-Landtag ein. „Wir haben unsere Kampagne ,Ackern für die Region’ vernünftig und ehrlich transportiert, und die Menschen haben diese Mentalität honoriert“, sagte der Gewinner des Abends, der im Landmarkt in Mellen von fast 100 Gästen begeistert gefeiert wurde. „Mit diesem klaren Sieg hatte ich nicht gerechnet. Schließlich bin ich zum ersten Mal angetreten und habe aus der kleinsten Stadt im Wahlkreis kandidiert.“

Voge versprach, sich treu zu bleiben und im Kreisgebiet weitere Kontakte zu knüpfen. „Mein Arbeitsalltag wird sich verändern, aber ich bleibe in der Region verwurzelt.“ Ihm sei bewusst, dass die Menschen ihn als Landtags-Abgeordneten anders wahrnehmen. „Aber ich werde zuhören, Anregungen aufnehmen und mich einbringen, damit die Region in eine gute Zukunft blicken kann.“

Lange Gesichter bei der SPD

Die Sozialdemokratin Inge Blask, die den Wahlkreis fünf Jahre lang in Düsseldorf vertreten hatte, unterlag nach dem Überraschungssieg 2012 nun wieder einem Christdemokraten. Sie fühle sich auch an das Ergebnis aus 2010 erinnert, als sie gegen Wolfgang Exler aus Menden verlor, sagte die Hemeranerin: „Schade, ich hatte ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Dass es so klar sein würde, hätte ich nicht gedacht.“ Sei sei sehr enttäuscht, „weil ich glaube, eine gute Arbeit gemacht zu haben“. Gegen 23 Uhr hoffte sie indes noch, dass ihr Reservelistenplatz 17 ziehen könnte.

Lange Gesichter gab es auch bei der SPD in Menden, wo die meisten Wahlplakate aller Parteien für Blask geklebt worden waren. „An uns hat’s nicht gelegen“, sagte der Mendener SPD-Vize Sebastian Meisterjahn. Die Landesregierung habe zu lange an umstrittenem Personal wie Innenminister Jäger oder Schulministerin Löhrmann festgehalten. „Vielleicht hätte es geholfen, vor der Wahl zu sagen, dass sie danach nicht mehr dabei sind.“

Als strahlender Gewinner zeigte sich FDP-Kandidat Stefan Weige: „Mit einer schwarzgelben Regierung wäre der Politikwechsel komplett, und Menden spiegelt wider, was sich im Land tut“, sagte er im Rathaus, bevor es zum Feiern ins Salsa ging. Dort hatte sich zuvor die SPD versammelt, doch der Kreis der Enttäuschten war bei Weiges Eintreffen schon aufgelöst.

Huhn: Wahl ernster nehmen

Für die Grünen, die den Mendener Jörg Pyzalla ins Rennen geschickt hatten, sagte der Vorsitzende Dirk Huhn: „Wir sind enttäuscht, aber froh, dass wir im Landtag sind.“ Pyzalla habe sich „reingehängt“, doch sei die Kandidatenfindung „unglücklich gelaufen“. Es habe sich lange niemand für die Kandidatur gefunden, die Wahl müsse künftig ernster genommen werden.

Zufrieden mit einem Zweitstimmen-Ergebnis im Landesschnitt und dem Einzug in den Landtag zeigte sich AfD-Kandidat Rainer Schwanebeck. „Man wünscht sich natürlich immer mehr, aber wir sind jetzt im 13. Landtag in Folge.“

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