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Mehr Platz auf Waldwegen

Reiterinnen auf einem Waldwirtschaftsweg

Foto: Fischer

Reiterinnen auf einem Waldwirtschaftsweg Foto: Fischer

Menden.   Bis zum Jahreswechsel durften Reiter ihren Pferden im Wald nur auf ausgeschilderten Wegen die Sporen geben. Seither gilt eine neue Verordnung.

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Bis zum Jahreswechsel durften Reiter ihren Pferden im Wald nur auf eigens dafür ausgeschilderten Wegen die Sporen geben. Seither gilt eine neue Verordnung, wonach auf allen festen Wegen grundsätzlich auch geritten werden darf. Für Mendens Stadtförster Dirk Basse ist das wenig problematisch: „Es wurde auch bisher schon überall dort geritten, wo es Spaß macht, und es gab nach meiner Erfahrung kaum Konflikte darum. Im Großen und Ganzen war das immer in Ordnung“, deshalb sei er hier nur selten eingeschritten.

Wenn aber der Gesetzgeber schon so einsichtig sei, gegebene Verhältnisse anzuerkennen, dann erwartet Basse von den Pferdehaltern künftig auch mehr Disziplin: „Es wird Strecken geben, die wir aus guten Gründen für Reiter ausdrücklich sperren werden. Das ist dann bitteschön auch zu beachten.“

Eingeschritten sei er auch bislang dann, wenn weiche, empfindliche Pfade oder Rückewege betroffen waren – also die Schneisen, durch die gefällte Bäume aus dem städtischen Wirtschaftswald gezogen werden. „Dabei werden heute gelegentlich immer noch Rückepferde eingesetzt, und nur diese Arbeitstiere dürfen dorthin.“

Ansonsten verfahre er mit Reitern ähnlich wie mit anderen Besuchern der Waldemei: Toleranz ist Trumpf. So drücke er ein Auge zu, wenn Kinder auf „Dirt-Bikes“ (zu Deutsch: Schmutzräder) oder Mountainbike-Fahrer über Stock und Stein strampeln. Es gebe inzwischen sogar Apps, auf denen angeblich geheime Waldpfade, so genannte Single-Trails, ausgewiesen sind. Das könnten etwa Trampelpfade von Tieren sein. Mit der Geheimhaltung sei das allerdings so eine Sache, schmunzelt Basse: „Ich würde sagen, jeder Förster und Jäger kennt alle Trails in seinem Revier.“

Gelände-Moped rast durch die Flora

Vorbei ist jeder Spaß für den Hüter des Stadtwaldes allerdings dann, wenn Geländemotorräder im Wald querfeldein rasen. „Das schreckt die Tiere auf und zerstört die Flora.“ Es gebe zurzeit einen Motocrossfahrer auf einem Moped mit auffälligem orangefarbenen Zeichen, der sein Rowdytum immer wieder auf diese Weise auslebt – „gerade noch am letzten Wochenende“, berichtet der Stadtförster. Solche Naturfrevler würde Dirk Basse liebend gern erwischen.

Aussetzung wäre unnötig

Anders als alle Zweiradfahrer oder Jogger müssten Reiter für ihre Vierbeiner zudem eine Jahresgebühr für eine Plakette zahlen, die äußerlich gut sichtbar am Zügel anzubringen ist, weiß Basse, der selbst zwei Isländer besitzt. Diese Gebühr (siehe Infobox unten) fließe in einen großen Topf, aus dem die Ausbesserung von Waldwegen bezahlt wird. Auch Basse hat auf Antrag bereits Wegegelder aus der Reiterkasse erhalten und für Befestigungen in der Waldemei eingesetzt.

Die Gebühr sei mit Blick auf die künftig verbotenen Wege indes kein Freifahrtschein. Und oft genug erwische er Reiter, die auf Pferden ohne Plakette unterwegs seien. „Dann kommen die Ausreden – die ist dann vergessen worden oder an einem anderen Pferd angebracht.“ Wobei man für jedes Tier ohnehin eine eigene Plakette brauche.

Trotzdem: Der Stadtförster hält es alles in allem für unnötig, die neuen Regelungen wieder auf den alten Stand zurückzusetzen, wozu die Kommunen laut der Verordnung berechtigt wären. „Aus meiner Sicht gibt es dafür keinen stichhaltigen Grund.“ Und man wäre wieder an dem Punkt, dass es eine ganze Waldpolizei bräuchte, um harmlose Verstöße zu unterbinden.

Appell zur Rücksichtnahme

Viel wichtiger sei es, dass sich alle Waldnutzer, ob sie nun zu Pferde, zu Fuß – mit und ohne Hund – oder auf zwei Rädern unterwegs sind, an die Regeln halten, also nicht querfeldein unterwegs sind und auf den Wegen auch Rücksicht aufeinander nehmen, appelliert Dirk Basse. „Damit wäre allen geholfen, und jeder könne seinem Freiluft-Hobby ungestört nachgehen.“ Bis auf wenige Ausnahmen sei dies in Menden aber ohnehin der Fall.

Einigen Ärger, der bis zu einem Bürgerantrag führte, gab es unlängst mit den Hinterlassenschaften von Pferden auf den Wanderwegen. Der Antrag führte allerdings nicht zu neuen Verboten oder einer Verpflichtung zum Einsammeln der Pferdeäpfel.

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