Indoor-Spielplatz

Menden: Bombendrohung in Kiki Island von Zwölfjährigem

Die riesigen Figurgen in Kiki Island sind auch bei Jugendlichen beliebt.

Die riesigen Figurgen in Kiki Island sind auch bei Jugendlichen beliebt.

Foto: Josef Wronski / IKZ

Menden.  Rascher Fahndungserfolg: Ein Zwölfjähriger hat die Bombendrohung an Kiki Island in Menden verschickt. Warum er keine Strafe zu erwarten hat.

Die Polizei hat den Täter ermittelt, der eine Bombendrohung an die Betreiber des Indoor-Spielplatzes Kiki Island in Menden verschickt hat. Es handelt sich um einen Zwölfjährigen. Das Center in Menden wurde am Samstagnachmittag unmittelbar nach der Drohung geräumt.

Laut Polizei soll ein zwölfjähriger Junge aus dem südlichen Märkischen Kreis die Mitteilung mit der Bombendrohung verschickt haben. Eine Bombe wurde bei der Durchsuchung des Centers nicht gefunden. Eine Strafe wird auf den Jungen nicht zukommen. Er ist noch nicht strafmündig. Die Stadt, in der er wohnt, wird nicht genannt, auch eine Verhandlung über den Schadenersatz wäre nichtöffentlich, um das Kind und seine Eltern zu schützen.

Polizei will den Eltern die Einsatz-Kosten in Rechnung stellen

Die Polizei prüft jetzt allerdings, ob sie den Eltern die durch den Einsatz entstandenen Kosten in Rechnung stellen kann. nach der Alarmierung um kurz nach 14 Uhr und der Räumung des Gebäudes waren zahlreiche Beamte eingesetzt, Straßen wurden abgesperrt, Sprengstoff-Spürhunde suchten stundenlang nach Gefahrenquellen. Das Ergebnis der Prüfung, so die Polizei, stehe noch aus.

Zudem stellt sich die Frage, ob es Schadenersatz gegenüber KiKi Island geben muss. Als das Gebäude am Samstagnachmittag zu evakuieren war, bedeutete dies den sofortigen Spielabbruch für 500 Kinder und Erwachsene. Denkbar ist nach solchen Fällen auch, dass unmittelbar anschließende Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern aus Angst abgesagt werden, zum Schaden des betroffenen Veranstalters. Ob dies auch bei KiKi der Fall war, ob Gäste mittlerweile ihr Eintrittsgeld für den Samstag zurückfordern, war wegen des regulären Ruhetages am Dienstag noch nicht in Erfahrung zu bringen. Ein „Geburtstagspaket“ bei KiKi kostet je nach Programm zwischen 2,50 und 13 Euro pro Kind. Für den Eintritt an Samstagen zahlt man je nach Größe des Kindes (über oder unter einem Meter) 10 oder 12,50 Euro pro Kopf, erwachsene Begleitpersonen zahlen 6,50 Euro, Begleiter ab 65 Jahre je 3,50 Euro.

Drohung wirkte für Polizei und Kiki Island überzeugend

Trotz allem wird auf allen Seiten sogar Erleichterung darüber herrschen, dass es tatsächlich „nur“ ein schlechter Kinderscherz war und die Polizei die Tat so rasch aufklären konnte. Der Junge hatte die Drohung auf dem Instagram-Account von Kiki Island ausgesprochen, die Betreiber meldete sie der Polizei. Deren erfahrene Experten stuften das Schreiben als dann ernst zu nehmen ein, und was folgte, war die Evakuierung. Dies lässt den Schluss zu, dass die Drohung des Zwölfjährigen sehr überzeugend abgefasst sein musste.

Zu Details will sich die Polizei aktuell aus Rücksicht auf die Minderjährigkeit des Täters nicht äußern. Die Polizei schweigt auch dazu, wie sie dem Täter überhaupt auf die Spur kam. Allerdings ist bekannt, dass jeder Computer eine IP-Adresse hat, deren Standort von der Polizei ermittelt werden kann. Danach geht es für die Ermittler darum, wer zur Tatzeit im Gebäude Zugang zum identifizierten Gerät hatte und somit als Absender in Frage kommt. In Veranstaltungen an Mendener Schulen zu „Gefahren aus dem Internet“ haben Kripo-Experten diese Ermittlungswege schon häufiger beschrieben, auch als Warnung an Cyber-Mobber oder Verfasser unsittlicher Angebote an Jugendliche. Angesichts des raschen Fahndungserfolges dürften die Ermittlungen auch in diesem Fall ähnlich gelaufen sein.

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