Träume erfüllt

Menden-Crowd wird Erfolgsmodell

Fußball im Sand: „Strandmeisterschaften“ im Beachsoccer wie hier in Duisburg gibt es dank der Schwarmsammlung bald auch in Lendringsen. Foto:Tanja Pickartz

Fußball im Sand: „Strandmeisterschaften“ im Beachsoccer wie hier in Duisburg gibt es dank der Schwarmsammlung bald auch in Lendringsen. Foto:Tanja Pickartz

Menden.   Das Stadtwerke-Angebot zahlte sich für Feuerwehr, BSV und „Spiel voran“ schon aus. Weitere Vereine stehen in den Startlöchern.

Das Sammeln von anderer Leute Geld im Internet für einen guten Zweck ist keine neue Idee – wohl aber, es am eigenen Ort zu versuchen. Die „Menden-Crowd“ der Stadtwerke zeigt gerade, wie daraus ein echtes Erfolgsmodell wird. Dass über diese Plattform die Kinderfeuerwehr mehr als die benötigten 8500 Euro für ein Mini-Einsatzfahrzeug erlösen konnte, hat die WP berichtet. Auch die erbetenen 3000 Euro für die Beach-Arena im Max-Becker-Sportpark in Lendringsen kamen pünktlich zusammen, und die Musikfreunde von „Spiel voran“ Menden-Hemer freuen sich über 5000 Euro für einen Satz Kesselpauken.

Aktuell läuft eine Aktion des Fördervereins der Albert-Schweitzer-Grundschule im Lahrfeld, die eine Küche für „Alberts Kochschule“ erhalten soll. 1500 Euro sind nötig, damit Kindern die Zubereitung von gesundem Essen beigebracht werden kann. Das Geld muss bis zum 24. Juli zusammenkommen. 225 Euro sind schon da.

Handballer brauchen Bulli

Noch nicht eingetragen, aber laut Xenia Kehnen von den Stadtwerken „bereits im Köcher“ ist ein weiteres Projekt: ein Vereinsfahrzeug für die SG Sauerland-Wölfe. Die heimischen Handballer, die gerade den Aufstieg in die 3. Bundesliga feierten, brauchen jetzt einen Bulli für ihre längeren Fahrten zu den Auswärtsspielen.

Die bisher hundertprozentige Erfolgsquote ist offenbar verlockend: Nicht weniger als zehn namhafte Mendener Vereine wie der Bürger-Schützenbund, das Mendener Amateurtheater oder die DLRG waren vertreten, als die Stadtwerke in dieser Woche zur ersten Info-Veranstaltung über das Crowdfunding einluden. Xenia Kehnen ist sicher, dass daraus weitere Projekte erwachsen. „Am schönsten finde ich, dass die Vereine darüber zusammenwachsen, sich untereinander Hilfen zugesagt haben, zum Beispiel bei der Erstellung von Videos für die Homepage oder für handwerkliche Arbeiten.“

Nächstes Treffen am 8. August

Das nächste Info-Treffen sei auch schon vereinbart – am 8. August. „Wir erklären da nochmal, wie das Crowdfunding funktioniert, was im Vertrag mit unserem Partner Fairplaid steht und was zu tun ist.“

Es ginge indes auch ohne Stadtwerke: Deren Internetseite ist selbsterklärend aufgebaut, das gilt auch für die Spender, die bis zur Überweisung geführt werden – „wie bei anderen Internet-Anbietern auch“. Aufgeführt wird nur, was überwiesen ist. Mehr als drei Projekte zugleich sollten es auf der Homepage nicht sein, „das würde keinem helfen“, meint Kehnen.

Mindestens eine Sammlung sollte immer laufen, wie jetzt die der Schweitzer-Schule. Und: Es werde überlegt, die Laufzeit abzukürzen: „Meist tut sich etwas an den ersten und den letzten drei Tagen. Dazwischen passiert lange nichts.“

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