Verkaufsoffener Sonntag

Menden nimmt zwei Euro Eintritt für die Fußgängerzone

Eintritt für die Fußgängerzone in Menden: Besucher sollen am 11. Oktober zwei Euro zahlen, um den Bereich betreten zu können.

Eintritt für die Fußgängerzone in Menden: Besucher sollen am 11. Oktober zwei Euro zahlen, um den Bereich betreten zu können.

Foto: Arne Poll / Westfalenpost

Menden.  Wer am verkaufsoffenen Sonntag am 11. Oktober in Menden in die Geschäfte will, muss vorher zwei Euro Eintritt zahlen. Die Maßnahme hat Gründe.

Das gab’s so wohl noch nie: Wer am 11. Oktober durch die Mendener Fußgängerzone spazieren oder in Geschäften einkaufen will, muss zwei Euro Eintritt zahlen. Die Einkaufsstraße wird für einen großen Flohmarkt komplett abgeriegelt. Die Veranstalter sehen sonst keine andere Möglichkeit, geplante Veranstaltungen zu realisieren.

„Das ist ein Konzept, um bestehende Gesetze zu bedienen“, sagt Veranstaltungsorganisatorin Jenni Gröhlich vom Stadtmarketing. Letztlich müsse die Stadtverwaltung den Nachweis erbringen, dass der geplante verkaufsoffene Sonntag nur Beiwerk zum Trödelmarkt sei. Gleichzeitig müssten wichtige Corona-Regeln eingehalten werden.

15 Sicherheitskräfte sollen abgesperrten Bereich überwachen

Die Veranstalter planen eine nie dagewesene Abriegelung der Fußgängerzone. Der Bereich zwischen Weltbild und Brille 36/Spiellok Emma soll komplett umzäunt werden. 15 Sicherheitskräfte sollen aufpassen, dass niemand den Bereich ohne Berechtigung betritt. Einziger Zugang und Kassenbereich soll dann bei Weltbild sein. Der Ausgang ist nur am anderen Ende der Fußgängerzone möglich.

Die Planer beim Stadtmarketing gehen davon aus, dass sich etwa 1000 Besucher gleichzeitig auf der Fläche aufhalten dürfen. „Genaues wissen wir aber erst, wenn wir das Hygienekonzept haben“, sagt Gröhlich. Sie rechnet mit einem immensen Aufwand. Angestellte der Geschäfte müssen mit speziellen Mitarbeiterbändchen ausgestattet werden, um ihre Arbeitsplätze erreichen zu können.

Anwohner bislang noch nicht über die Sperrung informiert

Müssen dann auch Anwohner Eintritt zahlen, um ihre Wohnungen erreichen zu können? Nein, betont Gröhlich. „Es gibt allerdings in diesem Bereich auch kaum Anwohner.“ Bislang sei noch niemand über die genauen Regeln informiert worden, weil auch die Sperrzone noch nicht genau festgelegt wurde. Auch das Konzept sei noch nicht abschließend beschlossen. „Wir müssen erst wissen, wen das überhaupt betrifft.“

Die Eintrittsregelung sei eingeführt worden, um einerseits in Sachen Corona-Vorbeugung und andererseits bei den komplizierten Regeln für verkaufsoffene Sonntage auf der sicheren Seite zu sein. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuletzt erfolgreich in der Region gegen die Sonderöffnungen geklagt.

Veranstalter werben für lebendige Innenstadt am Sonntag

Durch den Eintritt, der offiziell für den Flohmarkt erhoben wird, sei ganz klar, dass die Besucher in erster Linie nur dafür anreisen und in die Innenstadt kommen. Der verkaufsoffene Sonntag rücke damit in den Hintergrund. Jenni Gröhlich sieht sich damit auf der sicheren Seite und rechnet nicht damit, dass der verkaufsoffene Sonntag noch beklagt werden kann. Diese Rechtssicherheit sei enorm wichtig für die Händler: „Die brauchen den Sonntag jetzt so dringend.“

Kritikern, die gegen die Sperrung der öffentlichen Fläche wettern, hält Gröhlich entgegen: „Die Fußgängerzone ist am Sonntag ohnehin tot.“ Der Trödelmarkt diene dazu, die Mendener Innenstadt bekannt zu machen. „Wir haben Verkäufer, die von weither anreisen.“ Rechtlich sehe sich das Stadtmarketing auf der sicheren Seite. „Wir haben die Fläche ganz offiziell gemietet.“

Die Einnahmen aus dem Eintritt seien übrigens keineswegs kostendeckend für alle Maßnahmen. Jenni Gröhlich: „Das ist ein Riesenaufwand.“

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