Stichwahl

Menden: Schlagabtausch in der Wahl-Arena

WP-Redakteurin Sophie Beckmann mit den Stichwahl-Kandidaten Sebastian Arlt (links) und Prof. Dr. Roland Schröder (rechts).

WP-Redakteurin Sophie Beckmann mit den Stichwahl-Kandidaten Sebastian Arlt (links) und Prof. Dr. Roland Schröder (rechts).

Foto: Thomas Nitsche

Menden.  In der WP-Wahl-Arena stellen sich Roland Schröder und Sebastian Arlt den Fragen der WP-Redakteure und der Online-Community.

Nach der WP-Wahl-Arena gibt es gemischte Reaktionen zu den Kandidaten fürs Bürgermeisteramt. CDU-Kandidat Sebastian Arlt gibt sich im Gespräch mit Redaktionsleiter Thomas Hagemann und Redakteurin Sophie Beckmann optimistisch: „Ich kämpfe dafür, den Wahlgang zu gewinnen.“ Der parteilose Kandidat Prof. Dr. Roland Schröder macht für sich jahrelange Querelen in Politik und Verwaltung als stärkstes Argument aus.

Noch, so sind sich beide Bewerber ums Bürgermeisteramt einig, ist in Sachen Nachfolge von Martin Wächter nichts entschieden. „Abrechnet wird am Sonntag. Ich kann mir gut vorstellen, die Wahl zu gewinnen“, betont Sebastian Arlt, der als CDU-Kandidat vor dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen vermeintlich die Favoritenrolle innehatte. Auf die Schlappe vor zwei Wochen angesprochen, betont Arlt, mit einem eben solchen Ergebnis gerechnet zu haben, die Karten würden am kommenden Sonntag jedoch „neu gemischt“.

Roland Schröder will auch im Falle eines Wahlsieges parteilos bleiben. Denn Parteiquerelen hätten ihn bereits in den 1990er Jahren dazu bewogen, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen. „Ich stehe nicht für Ideologien“, so der 57-Jährige. Und die rund 40 Prozent der Wähler, die ihm im ersten Durchgang ihre Stimme gegeben hatten, würden deutlich machen, dass es der richtige Weg sei. „Ich werde mich als parteiloser Kandidat auch messen lassen müssen.“ Gleichwohl gehe es darum, als Bürgermeister einen möglichst großen Konsens mit parteilicher Unterstützung im Rat herzustellen.

Corona beherrscht den Wahlkampf

Eine zentrale Debatte drehte sich anschließend um Amtsinhaber Martin Wächter. Der, so der Vorwurf, habe sich in den vergangenen fünf Jahren zu „unsichtbar“ gegeben und für Stillstand in der Stadt gesorgt. Sebastian Arlt positionierte sich in der Hinsicht klar: Öffentlich Kritik an seinem Vorgesetzten zu üben, gehöre nicht zum guten Ton. Gleichwohl habe es innerhalb des Verwaltungsvorstandes durchaus hitzige Debatten gegeben. „Ich stehe dafür, dass die notwendigen Veränderungen auch angegangen und umgesetzt werden“, wehrte sich Arlt gegen den Eindruck auch er stehe für ein „weiter so“.

„Wir brauchen frischen Wind“, ist sich hingegen Schröder sicher. Und eben jener frischer Wind sei nicht zwangsläufig mit Verwaltungserfahrung verbunden. Das werde auch mit Blick auf die Nachbarstadt Iserlohn deutlich, wo Eva Kirchhoff für die CDU derzeit die besten Karten habe, die Stichwahl zu gewinnen. Eine gute und funktionierende Verwaltung sei dazu da, den Bürgermeister in fachlichen Fragen zu unterstützen.

Anschließend ging es um Mendener Themen rund um die Corona-Pandemie, die Stadtpolizei – eine Ordnungspartnerschaft zwischen Ordnungsamt und Polizei –, Migration sowie die Stadt als Dienstleister oder aber die Erweiterung des Kalkwerks in der Asbeck. Der Corona-Knast, für den Menden weltweit Beachtung fand, sei „aus der Not heraus entstanden“, so Arlt. Zu Beginn der Pandemie sei es notwendig gewesen, handlungsfähig zu bleiben. „Ja, ich habe in dem Zusammenhang einen Fehler gemacht“, so Arlt, der vom medialen Interesse regelrecht überrumpelt war, es aber dennoch als richtige Entscheidung bezeichnet.

Bei der Ordnungspartnerschaft gehe es laut Schröder „überhaupt nicht um ,Law and Order’“, wie es etwa der amerikanische Präsident propagiert, vielmehr sollten Polizei und Ordnungsamt für die Bürger ansprechbar sein, um ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln.

Am Kalkwerk setzen beide Kandidaten hingegen unterschiedliche Schwerpunkte. Während Roland Schröder für stärkeren Umweltschutz und eine Kompromisslösung zwischen Lhoist und den Kommunen wirbt, stellt Sebastian Arlt die Sicherung der Arbeitsplätze in Zeiten der Corona-Pandemie in den Vordergrund.

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