Kontrollen in MK und UN

Menden und Fröndenberg: Erschreckend viele Handys am Steuer

Gefährlicher Leichtsinn: Wer wie auf diesem Symbolbild sein Handy am Steuer benutzt, riskiert Tote und Verletzte.

Gefährlicher Leichtsinn: Wer wie auf diesem Symbolbild sein Handy am Steuer benutzt, riskiert Tote und Verletzte.

Foto: Polizei

Menden/Fröndenberg.  Erschreckende Ergebnisse erbrachten die Handy-Kontrollen der Polizei in Menden und Fröndenberg: Jeder siebte Fahrer telefonierte oder tippte.

Rund 50 Polizeibeamte kontrollierten gestern im Märkischen Kreis, ob sich Autofahrer sich ablenken lassen, zum Beispiel durch Smartphones. An Kontrollstellen in Menden, Lüdenscheid und Iserlohn blickten sie in 786 Fahrzeuge. 70 Menschen, also fast jeder zehnte Fahrer, hielten sich nicht an das Verbot der Handynutzung. Darunter waren 51 Autofahrer. 19 weitere saßen am Steuer eines Lkw. Noch krasser fiel das Ergebnis m Kreis Unna an, zu dem auch Fröndenberg gehört. Hier spricht die Polizei von „alarmierenden Ergebnissen“, nachdem von 479 kontrollierten Fahrerinnen und Fahrern von Pkw, Lkw, Rädern und Pedelecs 74 bei Handyverstößen erwischt wurden.

Das Fazit von Einsatzleiter Thomas Stoltefuß, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Verkehrsdienstes bei der Kreispolizeibehörde Unna, lässt denn auch an Klarheit nichts zu wünschen übrig: „Dass wir knapp 15 Prozent der kontrollierten Verkehrsteilnehmer mit dem Handy an Lenkrad und Lenker erwischt haben, ist eine alarmierende Erkenntnis. Es müsste sich herumgesprochen haben, dass das Telefonieren und Texten während der Fahrt das Unfallrisiko erheblich erhöht und zum Teil tödliche Folgen haben kann. Wir appellieren deshalb erneut, das Handy während der Fahrt nicht zu benutzen – egal ob im Auto, im Lkw oder auf dem Fahrrad. Unfälle passieren nicht - sie werden verursacht.“

Neben den Handyverstößen mussten im MK 25 weitere Verstöße geahndet werden: fehlende Sicherheitsgurte, drei Fahrer ohne Fahrerlaubnisse und einer unter Drogeneinfluss. Im Märkischen Kreis sprachen sprachen Polizisten außerdem vorbeugend und klärten über die Gefahren auf. Auffällig dabei: Von den rund 100 angesprochenen Verkehrsteilnehmern forderten fast alle durchgehend höhere Strafen für den Gebrauch von Handys am Steuer und nahmen die polizeiliche Aktion sehr positiv wahr.

Kontrollen werden jetzt häufiger durchgeführt – auch unangekündigt

Vergleichbare Kontrollen wird es auch zukünftig geben. Denn noch immer sind sich viele Menschen nicht darüber im Klaren, wie gefährlich das Schreiben einer WhatsApp am Steuer ist. Bei 50 Stundenkilometern fährt ein Auto in nur einer Sekunde rund 14 Meter. Der Zwei-Sekunden-Blick aufs Display bei einer Fahrt mit Tempo 50 bedeutet also fast 30 Meter Blindflug. Für die Polizei MK und UN ist Ablenkung durch Smartphone oder Tablet weiter ein Schwerpunkt bei der Verkehrsunfallbekämpfung. Sie klärt über die Gefahren auf und ahndet die Verstöße konsequent. Denn: „Keine Whats App, keine Instastory, keine Sprachnachricht und kein Anruf sind so wichtig, dass man dafür das eigene Leben aufs Spiel setzt und Andere gefährdet. Das gilt für Auto- und Lkw-Fahrer genauso wie für Radfahrer.“

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