Weltall

Menden: Wie Mars und Co. als Bilder aufs Handy kommen

Das Bild zeigt die Andromeda Galaxie, der nächstgelegene Nachbar der Milchstraße. Die Andromeda Galaxie ist Teil der sogenannten Lokalen Gruppe, also mehreren Galaxien, die gravitativ miteinander verbunden sind.

Das Bild zeigt die Andromeda Galaxie, der nächstgelegene Nachbar der Milchstraße. Die Andromeda Galaxie ist Teil der sogenannten Lokalen Gruppe, also mehreren Galaxien, die gravitativ miteinander verbunden sind.

Foto: Sternfreunde Menden

Menden.  Bei den Sternfreunden Menden geht der Blick derzeit wieder gen Himmel. Denn dort lassen sich wieder aufregende Beobachtungen machen.

Die Faszination Universum ist bei den Sternfreunden Menden – trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie – ungebrochen. Da passt es sprichwörtlich ins Bild, dass der Hype rund um Sterne, Galaxien und Schwarze Löcher seit dem Physiknobelpreis für den deutschen Forscher Reinhard Genzel auch nicht abzuflachen droht.

In der kosmischen Nachbarschaft

„Die Andromeda-Galaxie ist gleich um die Ecke“, sagt Peter Ritter von den Sternfreunden und lacht. Nicht erst seitdem ein deutscher Forscher mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet worden ist, erfreut sich die Astronomie – und speziell die Astrofotografie – größter Beliebtheit. Instagram und Co. Machen es zudem möglich, die einzigartigen Schnappschüsse schnell zu teilen. Doch hinter dem perfekten Bild steckt oft eine Menge Arbeit, wie Peter Ritter weiß.

Aktuell könne man vor allem die erdnahen Planeten Jupiter, Saturn und Mars beobachten. „Vor allem der Mars ist schön groß und erstrahlt fast rostbraun“, sagt Ritter. Gerade bei jüngeren Besuchern der Sternwarte kommt das an. „Ein Bild davon auf dem Handy zu haben, ist für die Kinder immer ein riesen Spaß.“

Doch auch in der kosmischen Nachbarschaft lassen sich beeindruckende Bilder knipsen. Die Sternfreunde hatten zuletzt das Sternbild Schwan in den Fokus genommen. Aber was braucht es eigentlich, um Milchstraße, Andromedagalaxie und Co. Vernünftig vor die Linse zu bekommen? Zunächst einmal gutes Wetter und ein Fleckchen, an dem die Lichtverschmutzung nicht so groß ist wie in Ballungszentren. Ritter empfiehlt einen kleinen Parkplatz in Iserlohn-Kesbern. Dort könne man bereits mit einer Spiegelreflexkamera und einem Stativ schöne Schnappschüsse einfangen.

Corona trifft die Sternfreunde Menden

Sollen die Bilder dann doch ein wenig eindrucksvoller werden, ist schon ein wenig mehr gefragt, weiß der Fachmann. Sogenannte „Deep-Sky“-Fotografie nicht nur eines Teleskops, sondern auch einer Nachführung, die die Bewegung der Erde ausgleicht und so dafür sorgt, dass die Sterne als Punkte und nicht als Striche abgebildet werden. „Einige Deep-Sky Bilder haben Belichtungszeiten von 30 bis 40 Stunden“, macht Ritter den Aufwand deutlich. Natürlich geht das nicht an einem Stück. Oft fügen Computerprogramme hunderte Schnappschüsse mehrerer Nächte zu einem Gesamtwerk zusammen. „Es ist nicht so wie wenn man einfach eine Blume fotografiert“, sagt Ritter.

Das „Gefühl der unendlichen Weiten“ mache für ihn den Reiz der technisch aufwändingen Schnappschüsse aus. Gemessen an menschlichen Zeiträumen verändere sich zudem nur wenig im Weltall. Was sich hingegen verändert, ist die Altersstruktur der Sternfreunde, wie der Vorsitzende Valentin Dinus erklärt. Gleich vier junge Mitglieder habe der Verein in diesem Jahr verbuchen können – trotz der Einschränkungen rund um das Corona-Virus. Denn das mache Treffen an der Sternwarte für unangemeldete Besucher nahezu unmöglich. „Auch der Tag der Astronomie musste verschoben werden“, so Dinus. Da sei auch für den Mendener Verein in Gänze „sehr unbefriedigend“.

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