Abibälle

Mendener Abiturienten finanzieren Abiball durch eine Party

In ihrer Mottowoche begannen die Feierlichkeiten für die Abiturienten. Hier feierten sie ihren Schulabschluss schon einmal, indem sie auf ihren Werdegang zurückblickend noch einmal in die Rollen ihrer Kindheitshelden schlüpften.

In ihrer Mottowoche begannen die Feierlichkeiten für die Abiturienten. Hier feierten sie ihren Schulabschluss schon einmal, indem sie auf ihren Werdegang zurückblickend noch einmal in die Rollen ihrer Kindheitshelden schlüpften.

Foto: Livia Krimpelbein

Menden.   Teure Feiern sorgen für Unverständnis. Um Kosten zu senken, verkaufen Schüler des Hönne-Gymnasiums Karten für eine Party im Franz von Hahn.

Waffeln zu backen und zu verkaufen und Flohmärkte zu organisieren sind einige Wege, um Geld für die Abi-Feier zu sammeln. Die Schüler des Gymnasiums an der Hönne gehen das anders an: Sie bieten den Mendenern eine Party im Franz von Hahn.

Ihr Abitur und ihre letzten Schultage wollen die Mendener Abiturienten am liebsten so groß und aufwendig wie möglich feiern. Neben der Mottowoche und dem Abisturm zelebrieren sie im Sommer ihren Schulabschluss mit der Zeugnisvergabe und einem großen Abiball. Von Erwachsenen und Lehrern erhalten sie für diesen Aufwand häufig Kritik und Fragen, warum das denn alles so groß und teuer sein müsse. Auch Sophie Höfels (17), Abiturientin am Hönne-Gymnasium, weiß, dass das Ganze sehr kostspielig ist: „Man könnte sich vermutlich von allem zusammen einen ganzen Neuwagen kaufen“, erklärt sie.

Aufregung um das Spektakel

Die Schule sucht dafür schon länger Lösungen: „Unsere Lehrer haben zum Beispiel vorgeschlagen, wir sollten doch den inoffiziellen Teil auslagern – in eine Kneipe“, schildert Sophie Höfels. Damit ist der Party-Teil gemeint, bei dem die Schüler mit eingeladenen Freunden ihr Abitur feiern.

Die Schüler fragen sich allerdings, wie die Lehrer sich das vorstellen: Jeder der etwa 160 Abiturienten dürfe schließlich zwei Leute dazu einladen – in eine Kneipe passe das kaum. „Wir wollen komplett als Stufe zusammen feiern – und auch richtig feiern“, erklärt Höfels.

Sie versteht die Aufregung aber durchaus: „Klar ist das groß. Aber man kann das ja kaum kleiner halten. Schließlich sind ja allein schon alle Eltern und Lehrer da. Und sie wollen das ja auch.“

Für diejenigen, die sich diese Festivitäten gar nicht leisten könnten, habe die Stufe auch einen Plan: „Man kann sich zur Not durch Geld aus der Stufenkasse oder durch den Förderverein unterstützen lassen“, sagt die Abiturientin.

Für sie und ihre Mitschüler ist es Pflicht, den Ball so schick zu gestalten: „Das ist lange Tradition: Mit seinem Abschluss kam man in der Gesellschaft an und machte sich schick. Es ist etwas Besonderes, wozu man sich gern ein schönes Kleid kaufen möchte.“ So eine Feierlichkeit kleiner zu gestalten, sei für sie keine Lösung. Die Abiturienten wollen schließlich mit all ihren Freunden und Familien den großen Tag feiern.

Abi-Vorfinanzierungs-Party

„Daraus werden Erinnerungen, es werden Fotos gemacht. Die Dankesreden und Lehrergeschenke sind ein wichtiger Teil“, verdeutlicht die Schülerin, warum der Ball so wichtig ist. „Unsere Schulband spielt ebenso“, sagt sie.

Um den Ball besser finan­­zieren zu können, lädt das Mendener Gymnasium daher zu einer Vorfinanzierungs-Party unter ihrem Abi-Motto „How I Got

My Abi“ ein. Zusammen mit dem Franz von Hahn organisieren die Schüler eine Feier, deren Erlös in ihre Abiball-Kasse fließt. So wollen sie dafür sorgen, dass sowohl die Eltern als auch die Partygäste weniger für den Ball bezahlen müssen.

„Wir stellen den DJ und kümmern uns um Werbung und den Vorverkauf der Karten. Je mehr Karten wir verkaufen, desto mehr bekommen wir vom Gewinn“, erklärt Höfels, die auch für das Konto und Sponsoring ihres Jahrgangs zuständig ist.

Genau wie den Abiball richtet die Stufe die Party selbst aus – unabhängig von der Schule. „Das ist einmal, um Geld für den Abiball zu verdienen, aber auch, weil wir noch einmal alle zusammen vor den Prüfungen feiern wollen“, sagt die 17-Jährige. Auf die Unterstützung von Lehrern könne die Stufe trotzdem zählen: „Einer hat sich auch schon zwei Karten bestellt“, lacht Höfels.

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