Änderungen wegen Corona

Mendener Autorenherbst diesmal vor Ort und im Internet

Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland war der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck auf Einladung von Andreas Wallentin zur Autorenlesung auf der Wilhelmshöhe.

Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland war der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck auf Einladung von Andreas Wallentin zur Autorenlesung auf der Wilhelmshöhe.

Foto: Frank Saul

Menden.  Viele Änderungen wegen Corona: Andreas Wallentin hat in diesem Jahr für Menden einen Autorenherbst der besonderen Art auf die Beine gestellt.

An die letzte Autorenlesung vor dem Corona-Lockdown erinnert sich Andreas Wallentin noch genau: „Das war Frank Goosen Anfang März. Und dann kam nichts mehr.“ Nach dem Auftritt des Romanautors kam der Lockdown, der auch die Kultur zum Stillstand brachte. Für den Herbst hat Andreas Wallentin nun einen neuen Anlauf gewagt.

Die Entscheidung

Die Entscheidung hat sich der Mendener , Inhaber der Buchhandlung Daub, nicht leicht gemacht: „Ich habe lange mit mir gerungen, ob wir für den Herbst überhaupt ein Programm machen sollen.“ Doch es ist ihm ein Herzensanliegen, „dass wir zeigen, dass wir noch da sind“. Er wolle den Mendenern durch die Lesungen, für die er seit vielen Jahren prominente Hochkaräter in die Hönnestadt holt, „weiterhin die Möglichkeit bieten, bekannte Autoren hier zu erleben“.

Es habe sehr viel Mühe und Zeit gebraucht, überhaupt ein Programm auf die Beine zu stellen. „In einigen Momenten habe ich daran gezweifelt, überhaupt ein Herbstprogramm zu gestalten“, so Andreas Wallentin. Mit dem Programm wollen er und sein Team aber gerade jetzt die Menschen „durch diese Zeit begleiten und mit humorvollen, abwechslungsreichen und unterhaltsamen Autoren“ ein Lächeln auf die Lippen der Zuhörer zaubern.

Der Veranstaltungsreigen ist zweigeteilt – es gibt wie bisher Lesungen vor Ort, und es gibt darüber hinaus Online-Events.

Lesungen vor Ort

Die Veranstaltungen vor Ort finden alle unter den derzeitigen Corona-Bedingungen statt, betont Andreas Wallentin. Eine Veranstaltung im Theater Am Ziegelbrand beispielsweise, für die er sonst 150 Karten hätte verkaufen können, ist jetzt nur noch auf die Hälfte der Plätze ausgelegt. Eintrittstickets werden ausschließlich im Vorverkauf ausgegeben. Um eine Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten, werden die Namen der Besucher samt Reihe und Platznummer dokumentiert. „Ob die Besucher auch am Platz eine Maske tragen müssen oder nicht, steht noch nicht fest“, erläutert Andreas Wallentin.

Tickets, die früher schon gekauft wurden, müssen gegen neue eingetauscht werden, berichtet Andreas Wallentin. „Die Besucher bekommen dann ein Ticket mit Platznummer, sie werden zu ihren Plätzen geführt und bekommen die Hygienerichtlinien ausgehändigt.“ Gemeinsam sitzen darf, wer Karten gemeinsam kauft beziehungsweise umtauscht.

Zu Gast im Autorenherbst vor Ort sind:

Nicole Staudinger (18. September, 19.30 Uhr): „Männer sind auch nur Menschen“, Theater am Ziegelbrand, 16 Euro.

Lisa Keil (26. September, 18 Uhr): „Hin und nicht weg“, ratz rabatz, Fröndenberg, 12 Euro. Die Lesung soll, so erklärt Andreas Wallentin, nach Möglichkeit im Freien stattfinden, alternativ in einer Scheune.

Pater Anselm Grün (7. Oktober, 18 Uhr): „Was gutes Leben ist“, St.-Vincenz-Kirche (ausverkauft).

Gisa Pauly (18. November, 19.30 Uhr): „Zugvögel. Ein Sylt-Krimi“, Theater am Ziegelbrand, 14 Euro.
Karten: 02373-3065 , www.buch-daub.de

Lesungen online

Zu den Online-Events lädt Andreas Wallentin in Kooperation mit dem Verlag Random House unter dem Hashtag #readntalk: „Dafür braucht man übrigens kein Ticket“, sagt Andreas Wallentin. Er ist gespannt, wie die Web-Lesungen angenommen werden: „Wir wollen das einfach mal ausprobieren mit den Autoren und hoffen, dass das gut ankommt.“

Das Programm ist interaktiv und findet jeweils mittwochs ab 19 Uhr statt. Die Lesungen können über die Homepage (www.buch-daub.de) und über die Facebook-Seite (buch.daub) von Daub verfolgt werden.

Das Online-Programm:

Ulrike Draeser: „Schwitters“, 16. September.

Stefanie Stahl: „Jeder ist beziehungsfähig“, 23. September.

Manfred Lütz: „Neue Irre! Wir behandeln die Falschen“, 30. September.

Amelie Fried: „Die Spur des Schweigens“, 7. Oktober.

Petra Durst-Benning: „Die Fotografin“, 14. Oktober.

Lena Kiefer: „Don’t love me“, 21. Oktober.

Franziska Böhler: „I’m a Nurse“, 28. Oktober.

Robert Harris: „Vergeltung“, 3. November.

Judith Hoersch: „Juno und die Reise zu den Wundern“, 4. November.

Alex Beer: „Unter Wölfen“, 11. November.

Hanns-Josef Ortheil: „Italienische Momente“, 25. November.

Meike Werkmeister: „Über dem Meer tanzt das Licht“, 2. Dezember.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben