Roman-Veröffentlichung

Mendener Autorin macht Frauen zu starken Reformatorinnen

Die gebürtige Mendenerin Bettina Lausen veröffentlicht ihren dritten Roman "Das Geheimnis der Reformation". Es ist der zweite Teil einer Reihe um die Hauptprotagonistin Jonata, einer Reformatorin auf der Flucht vor der Inquisition. 

Die gebürtige Mendenerin Bettina Lausen veröffentlicht ihren dritten Roman "Das Geheimnis der Reformation". Es ist der zweite Teil einer Reihe um die Hauptprotagonistin Jonata, einer Reformatorin auf der Flucht vor der Inquisition. 

Foto: Bettina Lausen / WP

Menden/Haan.  Die gebürtige Mendenerin Bettina Lausen veröffentlicht ihren dritten Roman. Wie sie zu der Geschichte fand und wie die Recherche ablief.

Es ist das Jahr 1522. Angetrieben durch Martin Luther herrscht in Deutschland eine starke Reformbewegung und die erste Übersetzung des Neuen Testaments durch Luther erscheint. Reformatoren werden der Ketzerei beschuldigt, verfolgt und ihnen droht die Inquisition. Zu den Verfolgten gehört auch Jonata von Menden. Sie ist die Hauptfigur des neuen Romans „Das Geheimnis der Reformation“ der Autorin Bettina Lausen. Mit dem am 20. August erschienenen historischen Roman lockt die gebürtige Mendenerin die Leser auf eine Zeitreise zurück in das 16. Jahrhundert. Mit der WP spricht sie über ihr Interesse an Geschichte, ihre vielseitige Recherche und darüber, was sie mit der Hauptfigur gemeinsam hat.

Der neue Roman ist bereits das dritte Werk, das Bettina Lausen veröffentlicht und der zweite Teil der Reihe um die Reformatorin Jonata. Das erste Buch der Serie „Die Reformatorin von Köln“ erschien 2017. „Ich interessiere mich sehr für Geschichte und dafür, wie die Menschen gelebt haben. Ich hatte die Idee von einer starken Frauenfigur zu der Zeit Luthers. So ist die Serie eigentlich entstanden“, erzählt Lausen, die einen Bachelor in Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Geschichte und Literatur hat. Eigentlich sollte die Geschichte in Menden spielen, doch die Recherche gestaltete sich dafür etwas schwierig. Darum versetzte sie ihre Handlung ins mittelalterliche Köln. „Was geblieben ist, ist der Name ‘Jonata von Menden’. Der Vater der Protagonistin kommt auch aus Menden“, sagt die Autorin.

Urlaub in Wittenberg zur Recherche

Für ihren ersten historischen Roman benötigte sie ein ganzes Jahr Recherche. „Ich habe viele Bücher gelesen, hauptsächlich wissenschaftliche zum Mittelalter, habe Museen besucht, Stadtführungen gemacht und war in Wittenberg im Urlaub“, erinnert sich Bettina Lausen. In der Zeit entwickelte sich die Mendenerin, die heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Haan lebt, zu einer echten Expertin für die Zeit der Reformation. Für ihren neuen Roman musste sie also nur noch ein wenig nachrecherchieren. Die Geschichte entwickelte sich dabei wie von alleine – der Ursprungsgedanke war, dass die Protagonistin zurück nach Köln muss. Von dort ist sie im ersten Roman geflohen. „Ich habe dann ein Motiv gesucht, warum sie zurück muss. Das ist jetzt der Vater, der ermordet wurde“, erklärt Bettina Lausen.

Hinzu kommt eine Nebengeschichte um die Magd Jonatas, die eine verbotene Mädchenschule betreibt und das Lesen anhand der neuen Lutherbibel lehrt. Beide Frauen geraten somit ins Visier der Kirche. Etwas mehr als zehn Monate schrieb Lausen an dem neuen Stück. „Ich bin bei einer Literaturagentur und zwei Verlage hatten Interesse“, sagt die Autorin. Schließlich entschied sie sich für den Verlag Emons, der bereits den ersten Teil der Serie herausbrachte.

Schreibblockaden gibt es nicht

Eine richtige Schreibblockade hatte sie dabei nicht, denn so sagt sie, es gebe keine Blockaden, wenn man gut recherchiert. „Es hat sich jedoch eine Figur während des Schreibens eingeschlichen, die nicht so geplant war“, gibt Bettina Lausen zu. Was ihr besonders wichtig ist, und das ist für sie gleichzeitig das Besondere an dem Roman, sind die starken Frauenpersönlichkeiten im Mittelpunkt der Geschichte. „Ich werde oft gefragt, ob das früher denn so möglich war, weil die Frauen den Männern unterstanden. Köln war da eine kleine Ausnahme, da gab es viele Frauenzünfte“, erklärt die Autorin. Außerdem enthält das Werk viele Zitate von Originalschriften, zum Beispiel aus der Bibelübersetzung. „So etwas ist sonst nicht so geläufig.“ Auf die Frage, warum sie sich für ein so religiöses Thema entschieden hat, antwortet Lausen, dass sie selbst von der katholischen Kirche zur evangelischen Kirche konvertiert ist. „Das ist mein persönlicher Bezug zur Hauptfigur.“

Wegen Corona-Pandemie gibt es aktuell keine Lesungen

Mit dem jetzigen Roman ist es noch nicht vorbei: Ihr nächstes Buch ist bereits in Aussicht und erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2021. „Das ist ein Liebesroman, der im zweiten Weltkrieg spielt“, erzählt die Autorin. Eine Fortführung der Jonata-Reihe ist noch nicht geplant, aber nicht ausgeschlossen. Bettina Lausens Ziel beziehungsweise ihr Traum ist es, das Ganze hauptberuflich zu machen. Zurzeit ist die gelernte Bankkauffrau noch in Elternzeit. „Mal gucken, wie das klappt“, meint sie. Wegen der Corona-Pandemie musste sie bereits viele Lesungen für ihren neuen Roman absagen. Darunter auch in der Mendener Buchhandlung Daub, in der sie bereits den ersten Teil der Jonata-Reihe vorstellte. Ihre Heimat Menden besucht sie, auch ohne Lesung, immer wieder gerne.

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