Diebstahl

Mendener Gastwirt Frank Hünnies erwischt Hotel-Dieb

Gastwirt Frank Hünnies, der den Hoteldieb aufhalten und dem Täter das Geschmeide seiner Lebensgefährtin abnehmen konnte.

Gastwirt Frank Hünnies, der den Hoteldieb aufhalten und dem Täter das Geschmeide seiner Lebensgefährtin abnehmen konnte.

Foto: Thomas Hagemann

Lendringsen.  Gastwirt Frank Hünnies erwischt einen Hoteldieb, der ihm entkommen kann. Am Morgen findet er den Täter – friedlich schlafend im Auto vorm Hotel.

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst, und das gilt erst recht in Lendringsen. Dort fing Gastwirt Frank Hünnies einen Hoteldieb, der ihm spektakulär entkam, dann im Schlaf erwischt wurde – und sich am Ende beim Wirt entschuldigte.

Montag, 21.30 Uhr

Frank Hünnies hört in seinem Gasthof mit, wie ein Gast nach einem WC fragt. „Gesehen habe ich den erstmal gar nicht“, berichtet der Gastronom. Aufmerksam macht ihn kurz darauf ein Hotelgast, der ihm berichtet, dass oben ein Typ im Muskelshirt über die Flure laufe, der dort garantiert nichts zu suchen habe. Als Hünnies daraufhin hurtig die Treppe erklimmt, kommt ihm der Muskel-Mann bereits wieder entgegen, „in einer Hand den Modeschmuck von meiner Ulla“.

Darauf nimmt Hünnies den Unbekannten fest an die Hand und führt ihn runter in den Schankraum, um von dort die Polizei zu rufen. Doch der ertappte Hoteldieb ist gar nicht gewillt, sich widerstandslos festnehmen zu lassen: „Unten reißt der sich plötzlich los, wirft den Schmuck in Richtung Tresen und stürmt aus dem Haupteingang raus auf den Kreisel“, erzählt Hünnies, wie blitzschnell das alles ging. Auch von den Gästen unten kann keiner mehr eingreifen.

Montag, 22 Uhr

Frank Hünnies behält von der Auseinandersetzung eine kleine Schramme am Finger zurück. Doch das ist noch längst nicht alles. Denn ein anderer Gast, der die Fluchtszene draußen beobachtet hatte, zeigt dem Wirt einen Kleinwagen auf dem großen Parkplatz am Gasthof. „Der Typ ist aus diesem Auto gestiegen“, schilderte der Zeuge und zeigt auf einen Kleinwagen. Worauf Hünnies und einige Freunde das Auto erstmal zuparken, um eine Flucht zu verhindern. Dann rufen sie die Polizei. Die kommt, nimmt alles auf, fragt das Kennzeichen ab. Das Auto muss wieder freigestellt werden, damit der Dieb nicht in Panik Karambolagen verursacht. Als der Abend zu Ende geht, legt sich Hünnies auf die Lauer, behält das Auto etwa bis halb vier in der Nacht im Blick, bis ihm die Augen vor Müdigkeit zufallen.

Dienstag, 8 Uhr

Hünnies begegnet seinem aufmerksamen Hotelgast. Der schildert ihm Unglaubliches: „Unser Dieb liegt draußen im Auto und pennt!“ Da rufen sie nochmal die Polizei, und siehe da: Der 33-Jährige gesteht die Tat sofort und wird festgenommen (die WP berichtete). Doch damit nicht genug.

Dienstag, gegen Mittag

„Ich koche, da taucht draußen plötzlich der Täter wieder vor unserem Gasthaus auf. Ich bin ich natürlich raus und habe ihn ziemlich laut gefragt, was er hier noch will“, sagt Hünnies. Dann das Unerwartete: „Er sagte, er wolle sich entschuldigen.“ Hünnies ist erstmal baff. „Dann berichtete mir einige Umstände, die ihn zu der Tat gebracht hätten.“ Der Mann habe ihm fast leid getan, sagt der Wirt und guckt auf seinen Finger. „Naja. Fast.“

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