Schweinepest

Mendener Unternehmen mit Wanne zur Seuchenbekämpfung

Eine der Desinfektionswannen von Optimal Planen. Ein Lkw wird eingeschäumt.

Eine der Desinfektionswannen von Optimal Planen. Ein Lkw wird eingeschäumt.

Foto: Privat / WP

Menden.  Es dient derzeit insbesondere zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest: die Desinfektionswanne. Mendener Unternehmen erklären, was das ist.

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Größen. Egal, wie breit oder wie lang, die knallorangefarbene PVC-Wanne soll gegen die Ausbreitung der Schweinepest helfen und kann auf Kundenwunsch angefertigt werden. Das Mendener Unternehmen Optimal Umwelttechnik stellt bereits seit 20 Jahren Ausrüstung für eine Seuchendesinfektion her. Durch die nun bestätigten Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland, steigt die Anzahl der Aufträge enorm. Doch neu ist das Ganze eigentlich nicht.

„Wir haben das damals schon bei der Vogelgrippe gemacht“, erklärt der ehemalige Geschäftsführer von Optimal Planen, Armin Krebs, der inzwischen Optimal Umwelttechnik leitet, das ausschließlich um Vertrieb und Beratung bei den Anwendern kümmert. Optimal Planen hingegen stellt das Ganze her im Auftrag von Optimal Umwelttechnik her. Die Produktion der Desinfektionswannen hilft nicht nur bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, sondern dient auch unterstützend zur Vermeidung jeglicher weiterer Erreger.

Alles aus einer Hand

Betritt man die Produktionshalle von Optimal Planen sticht einem eine ganz bestimmte Farbe ins Auge: Orange. „Alles, was orange ist sind Wannen“, erklärt Krebs. „Derzeit stellt Optimal Planen 15 Wannen in unserem Auftrag her.“ Und so funktioniert das Ganze: Das jeweilige Fahrzeug fährt nach Rückkehr in die Hofeinfahrt auf beziehungsweise in die Wanne hinein. Dort wird es dann komplett eingeschäumt und somit desinfiziert. Das Ganze muss 30 Minuten einwirken. Dadurch werden alle Erreger, die beispielsweise durch das Bergen von Wild im Wald an Reifen festsitzen, abgetötet und vernichtet.

Je nach Bedarf können sogar ganze Desinfektionsschleusen angefertigt werden. „Es kommt hier alles aus einer Hand“, sagt Geschäftsführer Armin Krebs. Und genau das sei der Vorteil. So müssen Kunden nicht auf verschiedene Zulieferer ausweichen, sondern bekommen alles direkt von einem. „Dann ist direkt alles abgedeckt.“ Neben den Ausrüstungen bietet Optimal Umwelttechnik auch Schulungen an, um die Kunden einzuweisen.

In der Hönnestadt selbst, so Armin Krebs, gibt es aktuell keine Bauern oder Landwirte, die Desinfektionswannen- oder schleusen geordert haben. Dennoch sagt er, dass sie in der Vergangenheit schon des Öfteren mit einem heimischen Bauern zu tun hatten. „Er hatte damals eine kleine Wanne für seinen Hof bestellt.“ Die Kosten liegen bei rund 2500 bis 3000 Euro aufwärts.

Rund sechs Stunden Arbeit

Die aktuelle Situation macht sich in dem Unternehmen deutlich bemerkbar. Mehr zu tun als sonst, mehr Aufträge als vorher. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schweinepest nach Deutschland kommt und es ist nun nur eine Frage der Zeit, bis es hierüber schwappt.“ Die Wannen werden fast komplett händisch hergestellt. „Zwei Mitarbeiter brauchen rund fünf bis sechs Stunden für eine Wanne“, erklärt Bertsch. Zum Glück, so der Geschäftsführer, gibt es in der Produktionshalle eine automatische Maschine, die das PVC zuschneidet. „Sonst wäre es gar nicht möglich, so viel zu produzieren“, sagt er.

Doch der Rest ist und bleibt Handarbeit. Denn allein in der vergangenen Woche hat Optimal Planen 1400 Quadratmeter der orangefarbenen Plane verarbeitet. „Die kurze Lieferzeit ist dabei wirklich wichtig“, betont der Geschäftsführer. Und falls es mal zu Problemen bei den Kunden kommt, oder etwas an der Ausrüstung defekt sein sollte, ist das auch kein Problem. „Wir reparieren unsere Schleusen und Wannen natürlich auch für die Kunden.“ Wann die erste Reparatur fällig sei, entscheide sich nach der Einsatzhäufigkeit.

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