Studentin in Eckernförde

Mendenerin setzt sich für plastikfreie Umwelt ein

Der Schrank ist das Herzstück der Ausstellung (rechts im Bild): die Klimaschutzmanagerin der Stadt Eckernförde und die Kollegin von Bianca Flegel, Manina Herden.

Der Schrank ist das Herzstück der Ausstellung (rechts im Bild): die Klimaschutzmanagerin der Stadt Eckernförde und die Kollegin von Bianca Flegel, Manina Herden.

Foto: Bianca Flegel

Menden.  Die HGG-Abiturientin und gebürtige Mendenerin Bianca Flegel hat bei ihrem Praxissemester eine Ausstellung zum Thema Plastikvermeidung organisiert.

Als außergewöhnlich umweltbewusst würde sich Bianca Flegel im Rückblick nicht bezeichnen. Das änderte sich, nachdem die junge Mendenerin ein Praxissemester am Ostsee Info-Center in Eckernförde absolviert hatte. Eine Dauer-Ausstellung und mehr Achtsamkeit beim Thema Plastikmüll im Alltag sind das Ergebnis.

Nach ihrem Abitur, das Bianca Flegel 2013 am Heilig-Geist-Gymnasium ablegte, „wusste ich, wie so viele, nicht genau, was ich danach machen sollte“, blickt sie zurück. Schließlich entschied sie sich für den Bundesfreiwilligendienst, den sie in der Seehundstation in Friedrichskoog absolvierte. Das erste Interesse für das Thema Umwelt war geweckt.

Freiwilligendienst, Ausbildung, Studium

Bianca Flegel startete anschließend eine Ausbildung zur Umweltschutz-Technischen Assistentin. Danach nahm sie ihr Studium der Umweltbildung an der pädagogischen Hochschule in Weingarten (in der Nähe des Bodensees) auf. Bevor sie nun ihre Bachelor-Arbeit schreibt, stand ein Praxissemester auf dem Lehrplan. Nachdem sie während des Freiwilligendienstes den Norden Deutschland in ihr Herz geschlossen hatte, zog es sie für das Praxissemester nach Eckernförde.

Herzstück der Ausstellung

Bianca Flegel hat im Ostsee-Info-Center in Eckernförde an einem Projekt gearbeitet zur Erweiterung einer Ausstellung zum Thema Plastikmüll und Plastikvermeidung. Zunächst organisierte die 25-Jährige gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt Eckernförde, Manina Herden, eine Müllsammelaktion am Kur-Strand in Eckernförde. Darüber hinaus haben die beiden eine Ausstellung „Mehrweg statt EIN WEG ins Meer - Plastikalternativen für jeden“ konzipiert und umgesetzt. Herzstück der Ausstellung ist ein Schrank, der die umweltfreundlichen und die umweltschädlichen Alternativen aufzeigt.

„Dabei geht es um die verschiedenen Lebensbereiche“, erläutert Bianca Flegel. Der Schrank verfügt über Klappfächer und Schubladen, die mit Produkten unterschiedlicher Kategorien gefüllt sind. Außen gut sichtbar ist vor dem jeweiligen Fach ein Foto eines Produktes angebracht. Öffnet man das Fach, ist die plastikfreie, umweltfreundliche Alternative zu finden, erläutert Bianca Flegel.

„Anfassen erwünscht“

Anders als bei manch anderen Ausstellungen heißt es hier ausdrücklich: „Anfassen erwünscht.“ Besucher sollen die Möglichkeit haben, die Ausstellung „mit allen Sinnen zu begreifen“, erklärt Bianca Flegel.

Zu sehen sind beispielsweise plastikfreie Alternativen aus den Bereichen Haarpflege, Zahnpflege, Kleidung und Einkaufen. „Statt einer Plastikbürste kann man eine Haarbürste aus Holz kaufen. Und eine Pflegespülung für die Haare kann man selbst herstellen“, erklärt die Mendenerin. Beim Einkaufen setzt sie auf Jute-Beutel statt Plastik, auf Gemüsenetze statt Einweg-Plastiktüten. „Und es gibt natürlich auch Unverpackt-Läden.“

Produkte selbst herstellen

Neben dem Schrank gibt es weitere Ausstellungsstücke zu sehen. „Da ist vieles einfach aufrüttelnd“, sagt Bianca Flegel. Sie selbst beherzigt das gerade besonders in den Bereichen Haar- und Körperpflege: „Ich achte viel stärker darauf, wo ein Produkt herkommt. Oder ich stelle es selbst her.“ Auch bei Reinigungsmitteln für den Haushalt gelte, dass vieles selbst hergestellt werden könne – aus fünf Basis-Mitteln, nämlich: Essig, Zitronenwasser, Natron, Soda und Kernseife, wie Bianca Flegel erklärt. „Daraus kann man alle Reiniger herstellen.“ In welchem Verhältnis welches Mittel gemischt wird, erfahren Besucher vor Ort. Sie können sich auch entsprechende Rezept-Kärtchen mitnehmen.

Wichtig ist Bianca Flegel das Bewusstsein, „dass jeder selbst mit kleinen Dingen etwas ändern kann“. Sie habe früher selbst ihren Fokus nicht so stark auf dieses Thema gesetzt: „Das ändert sich ganz schnell, je mehr man sich damit beschäftigt.“

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