Geschichtssäule beschädigt

Mendens Stadtfest kann trotz Windbruchs am Vincenz steigen

Hier herrschte Lebensgefahr: Neben der Vincenzkirche kracht am Freitagmittag eine Baumkrone auf einen Bulli, den Geschichtsbrunnen und die Geschichtssäule.

Hier herrschte Lebensgefahr: Neben der Vincenzkirche kracht am Freitagmittag eine Baumkrone auf einen Bulli, den Geschichtsbrunnen und die Geschichtssäule.

Foto: Thomas Hagemann

Menden.  Riesenschreck beim „Herbst“-Aufbau: Neben der Vincenztreppe kracht ein großer Ast aus der Kastanie neben auf einen Bulli und die Geschichtssäule.

„Gottseidank ist das heute passiert und nicht zum Mendener Herbst!“ Die neue Ordnungsamtsleiterin Martina Renfordt spricht aus, was am Freitagmittag auf dem Alten Rathausplatz alle denken. In einem kurzen, aber heftigen Sturm ist gegen 13 Uhr neben der Vincenzkirche ein Teil einer großen Kastanien-Krone niedergekracht – auf ein Lieferantenfahrzeug, den Geschichtsbrunnen und die Geschichtssäule. Das alles mitten im Aufbau für das größte Mendener Stadtfest am Wochenende.

Augenzeugen: Riesenknall

Augenzeugen berichten von einem Riesenknall, doch die Folgen bleiben glimpflich: Verletzt ist niemand, und das ist keineswegs selbstverständlich: Ein Passant, berichtet Dös, habe noch kurz vor dem Windbruch auf der Bank unmittelbar am Bulli gesessen. Das unter den Ästen begrabene Fahrzeug ist nach dem Freiräumen sogar noch fahrbereit. Erhebliche Schäden hat unterdessen die Geschichtssäule davongetragen, deren metallene Blätterkrone mit den Stadtwappen kräftig verbogen ist.

Passanten achten nicht auf Gefahr

Ordnungsamts-Mitarbeiter Oguz Dös ist nach dem großen Knall als erster Offizieller vor Ort. Während er die Feuerwehr ruft, muss er eine gedankenlose Passantin davon abhalten, ausgerechnet unter dem Blätterdach der maroden Kastanie herzulaufen, in der noch große, lose Äste baumeln. Als die Feuerwehr eintrifft, muss auch der Fischwagen Platz machen, der vorher längs der Vincenztreppe stand. Diesen Raum nimmt jetzt die Drehleiter ein. Kaum fährt sie ihre Stützen aus, wird rot-weißes Absperrband um den Ort des Geschehens gespannt.

Mit Drehleiter und Motorsäge

Dann steigen zwei Wehrleute in den Korb und werden hochgefahren. „Bevor sie unten arbeiten können, muss erstmal sicher sein, dass nicht noch mehr herunterkommt“, erklärt Ordnungsamts-Vize Andreas Nolte das Vorgehen. Die beiden Wehrleute reißen denn auch loses Gehölz aus der Kastanie und lassen es herabfallen, bis nichts Gefährliches mehr zu sehen ist. Erst dann beginnen unten die Räumarbeiten. Ein Wehrmann befreit die Geschichtssäule von Astwerk, ein anderer rückt der Krone mit der Motorsäge zu Leibe. Der große, verzweigte Ast liegt da noch auf dem Wagen und deckt den Bulli förmlich zu. Doch als alles Grüne entfernt ist, sieht der Wagen noch erstaunlich gut aus, sogar auf dem Dach. Offensichtlich sind die schwersten Aststücke danebengefallen. Der Besitzer fährt den Wagen weg.

Zugleich trifft ein Profi-Gärtner ein, der die Kastanie untersucht. Ergebnis: Für den Moment ist alles sicher. Allerdings hätten sich die Windverhältnisse im Baum verändert, und man müsse in der kommenden Woche sehen, ob neuerliche Böen hier nicht noch mehr Schaden anrichten können. Einen Grund, die große Kastanie ganz zu entnehmen, sieht der Experte nicht, wie Martina Renfordt später berichtet. Für den „Mendener Herbst“, der sich so spektakulär angekündigt hat, sollte es jetzt keine Probleme mehr geben.

Die Höhe des Sachschadens ist insbesondere wegen der Reparaturkosten der Geschichtssäule noch nicht zu beziffern.

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