Ausstellung im Rathaus

Metallkunst in Menden: Heribert Prause stellt aus

Geschwungenes Metalj, gewunden und verschweißt hält Heribert Prause auf dem Balkon in seinem Atelier in die Höhe. Ab kommender Woche stellt der Künstler im Mendener Rathaus aus

Geschwungenes Metalj, gewunden und verschweißt hält Heribert Prause auf dem Balkon in seinem Atelier in die Höhe. Ab kommender Woche stellt der Künstler im Mendener Rathaus aus

Foto: Fabian Vogel / Westfalenpost

Menden.  Heribert Prause verpasst dem kalten Werkstoff Metall jede Menge Leben. Seine Skulpturen sind demnächst im Mendener Rathaus zu bestaunen.

Im Garten von Heribert Prause findet das Auge keine Ruhe. Überall stehen Figuren oder Formen aus Metall herum. Mal sind sie nur Zierde des kunstvoll gestalteten Gartens gedacht, mal spenden die vom Künstler aus Menden geschaffenen Kunstwerke Licht. Jedes Werk hat dabei seine eigene Geschichte zu erzählen. Ähnlich wie das gesamte Leben von Heribert Prause einem wie eine stilvoll erzählte Geschichte vorkommt.

So richtig gerne Werbung machen möchte Prause nicht. Dabei stellt der in Hüingsen wohnhafte Erschaffer hunderter Metallskulpturen ab Anfang März wieder einmal aus. Im neuen Rathaus werden seine Werke dann für viereinhalb Wochen ausgestellt.

Fest in der Region verankert

Der Grund warum er dennoch auf seine Ausstellung aufmerksam machen möchte, ist sein Anspruch als Künstler. „Natürlich ist es für mich ein tolles Gefühl, wenn viele Menschen meine Werke sehen“, sagt der 80-Jährige.

In der Vergangenheit wurden seine Exponate bereits von vielen Menschen gesehen. Egal ob im Sauerlandpark Hemer, in Bösperde oder mehrfach in Hüingsen – die Skulpturen von Heribert Prause sind fest in der Region verankert. Immer wieder thematisieren sie andere Aspekte.

Manchmal braucht es eine Pause

Mal ist es die Liebe, mal ist es die deutsch-französische Freundschaft. Es sind aber bei weitem nicht immer Auftragsarbeiten die Prause erledigt, damit sie andernorts aus-oder aufgestellt werden können.

Er entwirft und baut auch für sich selbst. Aus Liebe zum Werkstoff, aus Freude an der Gestaltung. Dabei braucht es für eine Skulptur auch schon einmal sieben Monate oder länger. „Manchmal“, sagt Prause ganz offen, „werfe ich auch mal alles über den Haufen.“ Dann, wenn er so überhaupt nicht mit seiner Arbeit zufrieden ist, nimmt er sich auch mal eine Pause. Eine künstlerische Pause.

Das Handwerk muss beherrscht werden

Seit 40 Jahren gestaltet er inzwischen Skulpturen aus Metall. So überrascht sein offener Umgang mit dem Scheitern bei Projekten auch nicht wirklich. Prause weiß aber auch, dass es manchmal ganz schnell gehen kann. Dann nämlich, wenn er sich in ein Werk hineinsteigert, wenn er wie so oft begeistert ist von dem, was er tut. „Wenn es passt, dann kann es auch mal sehr schnell gehen“, sagt er.

Das was Prause dann erschafft, ist einmalig. Nichts, was es irgendwo zu kaufen gibt. Bei den unzähligen von ihn geschaffenen Skulpturen ist dem gelernten Schlossermeister vor allem der handwerkliche Aspekt wichtig. „Ohne das Handwerkliche geht es überhaupt nicht“, sagt er. Der künstlerische Teil entsteht bei der Skizzierung einer Idee, was dann folgt ist die Umsetzung dieser Idee mit den Händen.

Inspiration durch Gespräche

Anfangs betreibt er seine Kunst noch als Ausgleich zur Arbeit, doch mit der Zeit wächst die Zahl seiner Arbeiten und die Anerkennung für das von ihm geschaffene. Viel Inspiration findet Heribert Prause im Anfang der 1980er-Jahre gegründeten Kunstverein Mendener Bauhütte.

Er selbst ist Mitbegründer. In den Gesprächen mit anderen Künstlern aus der Hönnestadt entstehen neue Ideen, gemeinsame Besuche anderer Kunstvereine in ganz Europa inspirieren zusätzlich.

Auch heute noch gibt es immer wieder Impulse für neue Werke. Langweilig wird dem im Jahr 2000 pensionierten Handwerksmeister nicht. Vor allem nicht in den kommenden Wochen, wenn er auch das ein oder andere Mal selbst im Rathaus vor Ort sein wird. „Ich freue mich auf viele interessante Gespräche“, sagt Prause. Gespräche, aus denen dann wahrscheinlich auch wieder neue Werke entstehen werden.

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