UMWELT

Miniermotten fräsen sich durch Kastanien

Miniermotten fräsen sich durchs Laubwerk von Kastanien.

Miniermotten fräsen sich durchs Laubwerk von Kastanien.

Foto: KREIMEIER, Detlev

Menden.   Alles grünt. Nur Kastanien nicht: Vielerorts tragen sie braune Blätter. Förster Dirk Basse weiß, warum.

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Es grünt und blüht allerorten. Nur bei Kastanien, so scheint es, hat der Herbst bereits angefangen. Kränklich braun schrumpeln Blätter ein. Zuweilen rieselt leise das Laub. Na nu, fragt sich mancher Mendener, was ist denn das? Stadtförster Dirk Basse hat eine Antwort.

Woher kommt das Insekt?

Demnach fräst sich die Kastanienminiermotte durch satte Grün. Vermutlich ist das Insekt aus Asien zugereist. Erstmalig fielen die Vielfraße 1982/83 in Mazedonien auf. In Deutschland wurden sie zunächst in Bayern und Baden-Württemberg aktenkundig. Seit 2003 treiben die kleinen Viecher – wissenschaftlich: Cameraria ohridella – auch nördlich der Main-Linie ihr Unwesen. Dirk Basse zitiert die Internetseite der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Dort heißt es: „Pro Jahr kann es zu drei bis vier Generationen kommen. Aus jedem Gelege schlüpfen rund 40 Raupen.“ Ein Rechenexempel, wie viele der Blattbohrer pro Jahr eine Rosskastanie bevölkern: Die Summe bewegt sich im vierstelligen Bereich.

Welche Schäden entstehen?

Wie stark schädigen die kleinen Biester die großen Bäume? Nicht so stark, dass eine miniermottenbefallene Kastanie gefällt werden musste, heißt es bei der SDW. Aber: Es gibt weniger Blüten und weniger Früchte. Auch fürs Stadt-Klima hat das große Fressen Folgen: Im Hochsommer gewährt die erkrankte Belaubung weniger Schatten, auch die segensreiche Funktion des Blattwerks für die Qualität der Luft ist dahin.

Hilft die chemische Keule?

Was tun? „Das bislang wirksamste Mittel gegen die Vermehrung der Miniermotte ist das zügige Beseitigen des Herbstlaubes. Denn die letzte Generation der Kastanienminiermotte überwintert in den Kastanienblättern“, rät die SDW.

Mancher Gebäudebesitzer mag unwillkürlich an eine chemische Keule denken, um die ungebetenen Gäste aus den Kastanien zu verbreiten. Davon allerdings rät die SDW ab: „Geeignete chemische Pflanzenschutzmittel sind für den öffentlichen Bereich in Deutschland nicht zugelassen.“

Wie wirkt das Wetter auf den Wald?

Dieser Tage taucht in Gesprächen zudem immer wieder Frage auf, welche Rolle das Wetter für Wohl und Wehe des Waldes spielt. Dirk Basse: „Das Wetter ist für den Wald in Menden bis lang noch ganz gut gelaufen. Wir haben keine größeren Schadereignisse gehabt. Natürlich war es wie überall zeitweise zu trocken.“

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