Verpackung

Mittagessen: Mendenerin schlägt Pfandsystem für Behälter vor

Die Metzgerei Hackethal in Menden bietet Aufbewahrungsschalen aus Glas an, um den Mittagstisch, Salate und Beilagen mitnehmen zu können. Kann ein übergreifendes Pfandsystem funktionieren?

Die Metzgerei Hackethal in Menden bietet Aufbewahrungsschalen aus Glas an, um den Mittagstisch, Salate und Beilagen mitnehmen zu können. Kann ein übergreifendes Pfandsystem funktionieren?

Foto: Stefan Meinhardt / Westfalenpost

Menden.  Glas statt Alu: Speisen in wiederverwendbaren Schalen zu verpacken, kann Müll sparen. Eine Mendenerin schlägt ein gemeinsames Pfandsystem vor.

Sich in der Mittagspause schnell etwas zu essen holen, ist für viele Mendener, die in der Innenstadt arbeiten, Alltag. Allerdings entsteht daher auch einiges an Verpackungsmüll. Ulrike Grüne arbeitet in der Abteilung Planung und Bauordnung der Stadtverwaltung. Sie schlägt ein geschäftsübergreifendes Pfandsystem für Frischhaltedosen vor, um das Mittagessen ohne viel Müll einfach mitnehmen zu können.

In der Pause würden Grüne und ihre Kollegen gerne zur Metzgerei Hackethal gehen und sich dort den Mittagstisch oder einen Salat in einer Glasschale einpacken lassen.

Mendenerin schlägt Pfandsystem für Essens-Schalen vor

Pro Behältnis zahlen die Kunden vier bis sechs Euro Pfand auf den Behälter. Wenn die Kunden die Schale zurückbringen, wird diese im Laden gespült, bevor sie die Mahlzeit des nächsten Gastes aufnimmt. „Wir sind total begeistert“, sagt die städtische Angestellte und schlägt ein „mendenweites“ Pfandsystem dieser Art vor.

Die Glasschalen hat die Metzgerei seit etwa zwei Jahren im Angebot, wie Geschäftsführer Bernd Hackethal auf WP-Nachfrage mitteilt. „Von unseren Stammkunden wird das sehr gut angenommen“, sagt er.

2000 Glas-Boxen im Umlauf

Zum einen schmecke das Essen aus Glasschalen besser. Zum anderen würden diese Behälter auch zusätzlichen Müll vermeiden. Der 44-Jährige schätzt, dass inzwischen etwa 2000 Boxen in den sechs Filialen in der Region im Umlauf sind. „Aktuell verbrauchen wir außerdem noch unsere Altbestände an Alu-Schalen.“

Die Glasbehälter eignen sich für warme Speisen und Salate, nicht jedoch für frisches Fleisch. „Das wäre ein unfassbarer Aufwand und wäre nicht mit dem Lebensmittelrecht vereinbar.“

Pfandsystem könnte kompliziert werden

Ein übergreifendes Pfandsystem für Glasbehälter sieht Hackethal als eher unrealistisch an: „Grundsätzlich finde ich das gut, aber ich stelle es mir sehr kompliziert vor. Jeder Verkäufer hat andere Anforderungen an so eine Verpackung.“

Der Geschäftsführer sieht zudem das gleiche Problem, das es auch mit Gepäckkarren am Flughafen gibt: An einem Standort werden möglicherweise mehr Schalen zurückgebracht als an anderen. Jemand müsste dafür sorgen, dass der Bestand in den einzelnen Geschäften jederzeit ausgeglichen bleibt.

Verpackung muss Produkt dienen

Ganz ohne Plastik werde es in naher Zukunft nicht gehen: „In unserer Branche wird Plastik nicht wegzudenken sein, bei der Wurstpelle zum Beispiel. Am Ende dient die Verpackung dem Produkt.“ Hackethal wirbt dafür, das Thema Nachhaltigkeit nicht nur bloß auf Verpackungen zu reduzieren: „Eine Ananas aus Costa Rica hat trotzdem tausende Kilometer Flug hinter sich.“

Diese Redaktion hat weitere Mendener Metzgereien angefragt. Die Metzgerei Hillebrand mit Filialen in der Innenstadt und in Lendringsen setzt zur Zeit auf Einwegschalen aus Plastik. Die Metzgerei Trepper wollte sich auf Anfrage bislang nicht äußern.

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