Krimi-Festival

„Mord am Hellweg“: Krimi-Cops auf Tatortsuche in Fröndenberg

Die Düsseldorfer "Krimi-Cops" Ingo Hoffmann, Carsten Rösler und Klaus Stickelbroeck (von links) auf Tatortsuche in Fröndenberg für "Mord in Hellweg" im kommenden Jahr.

Die Düsseldorfer "Krimi-Cops" Ingo Hoffmann, Carsten Rösler und Klaus Stickelbroeck (von links) auf Tatortsuche in Fröndenberg für "Mord in Hellweg" im kommenden Jahr.

Foto: Lisa Dröttboom

Fröndenberg.  Die Düsseldorfer „Krimi-Cops“ sind für das Festival „Mord am Hellweg“ 2020 auf Tatortsuche. Sie schreiben eine Kurzgeschichte über Fröndenberg.

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Die drei Männer am Tisch reißen einen Witz nach dem anderen, lachen und debattieren eifrig über die schönsten Tatorte Fröndenbergs. So unterschiedlich sie sind, zwei Dinge verbinden sie: Alle arbeiten als Polizisten in Düsseldorf und schreiben Krimis. Gemeinsam. Für die nächste Anthologie (Kurzgeschichtensammlung) zum Krimifestival „Mord am Hellweg“ 2020 kommen die Krimi-Cops, wie sich das insgesamt fünfköpfige Autorenteam selbst nennt, zur Tatortsuche nach Fröndenberg.

Zu fünft eine Geschichte schreiben, funktioniert das überhaupt? „Es ist sehr chaotisch“, gibt Klaus Stickelbroeck zu und lacht. Trotzdem haben die Männer 2018 bereits ihren sechsten gemeinsamen Krimi „Goldrausch“ herausgebracht. Ausgearbeitete Szenenpläne oder Absprachen gibt es bei ihnen nicht, nur einen roten Faden. „Wer Zeit und eine Idee hat, schreibt weiter.“ Am Anfang lag ihre Geschichte auf einer Diskette, mittlerweile schreiben sie sich Kettenbriefe per Mail.

Dass die fünf so unterschiedlich sind, kommt ihnen dabei zugute. „Wir haben einen, der alle Angebote kennt, einen Seriennerd, einen unglücklich Verliebten, das passt super zusammen“, verrät Rösler mit einem Augenzwinkern. „Wir haben denselben Humor und mittlerweile schreiben wir auch gleich. Ich kann hinterher nicht mehr sagen, wer was geschrieben hat. Nur wenn ich das Wort Sportsfreund lese, dann weiß ich, es war Stickel“, scherzt er mit einem Seitenblick auf Klaus Stickelbroeck.

Bekannte Gesichter

Die Krimi-Cops sind keine Unbekannten bei „Mord am Hellweg“, haben schon einmal für die Festival-Anthologie eine Kurzgeschichte geschrieben. Dieses Mal soll Fröndenberg ihr Tatort sein und dafür besuchen sie zusammen mit Hubert Sallamon vom Stadtmarketing markante Plätze der Stadt. „Wir wollen ihnen zeigen, was Fröndenberg ausmacht“, sagt Sallamon. „Wie lange braucht man wohin? Kann man in den Büschen vom Golfplatz eine Leiche verstecken? Welche Dörfer sind sich nicht grün?“

Alles wichtige Faktoren, damit die Geschichte am Ende stimmig ist. „Wir wollen, dass die Leute am Ende sagen: Ja, genau so muss es auch sein“, sagt Stickelbroeck. Unterwegs diskutieren die Autoren bereits eifrig über erste Ideen.

Ob sie dafür von Passanten schon mal schräg angeguckt worden sind? „Klaus ist schon mal mit einer Axt zur Lesung gekommen“, erzählt Hoffmann und lacht bei der Erinnerung. „Es ist erstaunlich, wie wenig es die Leute interessiert, wenn jemand mit einer Axt durch die Innenstadt läuft.“

Zwischen Hammern und Rindern

Kommt es denn bei fünf Köpfen auch mal zu Komplikationen? „Wenn man eine Idee hat, die an einer Figur hängt, muss man natürlich hoffen, dass sie dafür lange genug überlebt“, sagt Stickelbroeck grinsend. Es sei durchaus schon einmal vorgekommen, dass der nächste Schreiber die liebevoll eingeführten Figuren im nächsten Kapitel in die Luft gejagt hat.

Fröndenberg als Schauplatz eines Mordes begeistert die Krimi-Cops. Stickelbroeck haben es besonders die Heckrinder angetan, Kollege Hoffmann ist von etwas anderem begeistert: „Das Kettenschmiedemuseum mit den ganzen Hammern und Ketten ist der Wahnsinn. Da könnte man etwas Schönes draus machen. Es gibt viele schöne Tatorte hier.“

Wo die Kurzgeschichte am Ende spielen wird, wissen sie noch nicht. „Da müssen wir uns mit den anderen beiden zusammensetzen und diskutieren.“ Ungewohnt für die Männer, die sonst einfach loslegen. Jeder dürfe einbringen, was er möchte – und umbringen, wen er möchte.

Szenische Lesungen

Erst im Verlauf des Krimis setzen sich die fünf zusammen und versuchen, den Täter zu ermitteln. „Wir wissen am Anfang selbst nicht, wer der Mörder ist“, sagt er und lacht. Logisch nachvollziehbar bleibt es trotzdem. Immerhin haben sie auch viele Kollegen unter ihren Lesern, denen Fehler sofort auffallen würden.

Damit die Kurzgeschichte für die Festival-Anthologie funktioniert, bedarf es jedoch etwas mehr Planung. „Wir werden viele knackige Dialoge schreiben“, verspricht Stickelbroeck. Denn die Polizisten machen keine halbe Sachen. Wenn sie Ende 2020 ihre Geschichte in Fröndenberg vorstellen, wollen sie aus ihrer Lesung ein Erlebnis machen, die Szenen auf der Bühne nachspielen. „Jeder von uns hat seine Eigenarten, die er super einbringen kann.“ Die Männer sind selbst gespannt, auf welchen Tatort sie sich einigen werden. Während ihres Besuches in Fröndenberg haben sie eifrig Fotos gemacht und Fragen gestellt. Stickenbroeck grinst und sagt: „Auf der Rückfahrt nach Düsseldorf werden wir einiges zu besprechen haben.“

Mehr über die fünfköpfige Autorengruppe können Sie auf ihrer Internetseite erfahren.

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