Museumstag

Museum erklärt, warum man „einen Zahn zulegt“

Museumstag in Menden: Schuhmachermeister Werner Frohne zeigt im Schmarotzerhaus sein altes Handwerk.

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Museumstag in Menden: Schuhmachermeister Werner Frohne zeigt im Schmarotzerhaus sein altes Handwerk. Foto: WP

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Menden.  Warum legt man einen Zahn zu, tritt ins Fettnäpfchen oder gibt den Löffel ab? Das war ein kleiner Teil der spannenden Informationen, die beim Internationalen Museumstag gestern in Menden auf die Besucher warteten.

Linda, Luisa und Mara waren schon kurz nach Eröffnung am Mittag ins Mendener Museum gekommen und sollten unter anderem auf die eingangs erwähnten Fragen Antworten bekommen. Leiterin Jutta Törnig-Struck widmete den Dreien eine spontane Führung – später gab es auch noch mehrere reguläre für die älteren Gäste – unter anderem im Obergeschoss in den Ausstellungsteil über die Ackerbürger und berichtete dort vom harten Leben dieser Zeit und im Detail über die Essgewohnheiten. So konnte man den Topf überm Feuer mittels Rasten höher oder tiefer hängen -- eben einen Zahn zulegen, wenn mehr Hitze benötigt wurde. Von der Decke tropfte derweil das Fett der trocknenden Schinken, und bei Unvorsichtigkeit traf man in die Auffangbehälter dafür, eben ins Fettnäpfchen. Und wenn der Opa starb, gab er seinen Löffel an die jüngere Generation weiter, es hatte nämlich bei Weitem nicht jeder einen eigenen.

Speziell für die jüngeren Besucher hatte Törnig-Struck eine Museumsrallye mit vielen Fragen erarbeitet, mit Schwerpunkt zur Sonderausstellung der Schützen. „Für Kinder ist das Thema Schützenfest sicher noch nicht so präsent, wir wollen sie aber gerne schon mit den geschichtlichen Hintergründen als Bürgerwehren zum Schutz der Bevölkerung vertraut machen“, so die Museumsleiterin.

Maus Melchior wird bunt

Kreativität war gefragt bei Martin Smith, dem Gestalter der Mendener Museumsmaus Melchior, an desen Tisch die kleinen Besucher das Nagetier in den verschiedensten Varianten farblich gestalten konnten.

Neben dem Stadtmuseum waren auch Poenigeturm und das Schmarotzerhaus an der alten Stadtmauer beteiligt. Hier waren es in der Mittagsschicht Lieselotte Kröner und Hildegard Lange aus dem Ehrenamtlichen-Team, die den Besuchern viele Fragen beantworten konnten. Zum Nachmittag zog hier der Besucherandrang deutlich an, als weiteres Highlight zeigte Werner Frohne sein Schuhmacherhandwerk.

Das ist der Internationale Museumstag

Der Internationale Museumstag steht unter dem Motto „Sammeln verbindet – Museum collections make connections“.

In Deutschland nahmen gestern mehr als 1800 Museen teil und boten, wie auch in Menden, viele Sonderführungen oder museumspädagogische Aktionen für Kinder.

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