Evidal-Gelände

Vorverträge: Menden soll Firma, Hotel und Sportbad bekommen

Monorail-Züge gelten noch immer als Zukunftsprojekte, obwohl sie in vielen Ländern der Welt längst ihren Dienst tun. Die Entwicklung von Protypen soll jetzt nach Menden kommen.

Monorail-Züge gelten noch immer als Zukunftsprojekte, obwohl sie in vielen Ländern der Welt längst ihren Dienst tun. Die Entwicklung von Protypen soll jetzt nach Menden kommen.

Foto: Paul Hiffmeyer

Menden.   Menden soll ein Entwicklungszentrum für modernste Ein-Schienen-Züge (Monorail), ein Drei-Sterne-Hotel und ein Sportbad bekommen.

Als die Mendener Unternehmerin Simone Dirksmeier im Dezember ihre Pläne für das Evidal-Brachgelände neben dem Hellweg-Baumarkt vorstellte, da reichten die Reaktionen in ihrer Heimatstadt von Begeisterung über Ungläubigkeit bis hin zu offener Skepsis. Jetzt vermeldet Dirksmeier den nächsten Schritt: „Die Vorverträge über das Gelände, das der KME gehört, sind abgeschlossen.“

Planer-Teams jetzt am Werk

Die Verhandlungen für das Hotel liefen auf Hochtouren, aus dem Sportbad könnten sogar noch weitere Synergien wachsen. Das Herzstück blieben aber Entwicklung und Bau der Zug-Prototypen.

Seit 1. Juli arbeiten laut Dirksmeier mehrere Fachteams an den Plänen für die Drei-Hektar-Brache. Eines befasse sich mit EU-Förderprogrammen, ein zweites mit der Altlastenfrage, und der Mendener Architekt Wolfgang Luig sowie das Büro Gerber Architekten in Dortmund seien die Planer. „Als Projektleiter haben wir Reinhard Becker von der Deutschen Bahn AG gewinnen können, der schon mehrere Revitalisierungsprojekte zum Erfolg geführt hat.“

Mehrere Investoren

Zum Zeitplan: Wenn alles gut gehe, könne man zum Ende des ersten Quartals 2019 den Bauantrag stellen, ab Herbst 2020 könnten die Bagger rollen. „Wobei wir dankbar wären, wenn das schneller ginge“, schmunzelt Dirksmeier angesichts der ohnehin ambitionierten Planung. Im ersten Schritt sollen 80 bis 90 Arbeitsplätze auf dem Evidal-Gelände entstehen, am Ende sollen es deutlich mehr sein. Und: Hinter jedem der genannten Themen stünden unterschiedliche Investoren – und keineswegs, wie es immer kolportiert werde, lauter chinesische, wie die Leiterin des 2016 gegründeten Sino-German Business-Centers im Mendener Technologie- und Gründerzentrum betont.

Der erste Menden-Hackathon, den Dirksmeier mit organisiert hat und der zwei junge Mendener zur Endausscheidung nach Dubai führte, soll ebenfalls Spuren hinterlassen. So soll es im Gebäude auch ein „Center of Excellence for Mobility“ geben: „Das soll eine Ideenschmiede für junge, wilde Erfinder sein, für Studenten, die wir mehrere Monate lang unterstützen wollen.“

Noch eine Nachricht hat Simone Dirksmeier für Menden parat: „Die Gemeinschaft der Unternehmen, die weltweit an Hackathons für öffentlichen Nahverkehr teilnimmt und in der Organisation ,The Ring’ zusammengefasst sind, kommen im Oktober oder November zu einem Network-Meeting nach Menden.“

Gäste mit klangvollen Namen seien da zu erwarten, etwa U-Bahnbetreiber wie Metro Mailand und die Giganten aus Moskau und Dubai. Die Reihenfolge Moskau, Mailand, Menden hat schon beim Hackathon hierorts für Schmunzeln gesorgt – doch die Gästeliste steht.

Gelassener Umgang mit Skeptikern

Simone Dirksmeier ist klar, dass die Planung auch weiterhin von vielen in ihrer Heimatstadt zurückhaltend beobachtet wird. Zu surreal klingt es es hier für manchen, dass ausgerechnet Menden dieses High-Tech-Center bekommen sollte. Was sagt sie dazu? „Wir sind Mendener, lieben unsere Stadt und wollen auch etwas für unsere Heimat tun. Sonst wäre doch so etwas wie das Hallenbad gar kein Thema gewesen.“

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