Rentenanpassung

Neue Verwirrung um Mütterrente

2000 Unterschriften der KFD bekam Christel Voßbeck-Kayser (Mitte) noch im November aus Menden mit nach Berlin.Archivfoto:MARTINA DINSLAGE

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Menden. Viele Empfängerinnen der neuen Mütterrente sind verwirrt, im Mendener Bürgerbüro häufen sich die Anfragen. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Westfalen ist zerknirscht, die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser (CDU) ist sauer. Anlass für den Ärger: das jüngste Schreiben zur Rentenanpassung, das dieser Tage in allen Briefkästen liegt.

Als Karin Weidner-Müller ihren Bescheid erhält, traut sie ihren Augen nicht. Da steht: „Aus persönlichen Entgeltpunkten für Zeiten der Kindererziehung erhalten sie ab 1.7. 2014 monatlich 23,45 Euro. Dieser Betrag ist in der oben genannten monatlichen Rente bereits enthalten.“ Das kann doch nicht sein, denkt die frühere Verwaltungsangestellte, und sie geht ins Bürgerbüro. Dort erfährt sie, dass sie als Nachfragerin heute schon das Dutzend voll macht.

Was aber beruhigend ist: Karin Weidner-Müller ist auf der sicheren Seite. Der fatale Satz ist völlig korrekt, hat aber mit der neuen Mütterrente, die erst später im Jahr rückwirkend zum 1.7. ausbezahlt wird, nichts zu tun. „Wie kann man das dann so machen?“, fragt sich die Mendenerin – und nicht nur sie.

„Leider steht das so drin, das wurde von der Rentenversicherung Bund in Berlin vorgegeben, und bei uns laufen die Telefone heiß“, entschuldigt sich Theo Potthoff, Sprecher der DRV Westfalen in Münster. Der Satz beziehe sich allein auf die bisherige Regelung, wonach Müttern, die vor 1992 Kinder geboren haben, nur ein Rentenjahr pro Kind angerechnet wurde. Mit dem „Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungsgesetz“ werden es künftig zwei Jahre für bis zu zwei Kinder. „Das kommt erst noch, bezahlt wird rückwirkend.“

„Für viele erstes Weihnachtsgeld“

Für die damit verbundene Rentenerhöhung hatte CDU-Frau Christel Voßbeck-Kayser gekämpft, noch im November 2000 Unterschriften von KFD-Frauen aus Menden nach Berlin gebracht. „Dass es jetzt wieder so bürokratisch zugeht, ist unbegreiflich“, ärgert sie sich. Auch die DRV Westfalen hätte einen Zettel mit klaren Worten dazulegen können.

Laut Theo Potthoff werden die Rentenansprüche jetzt bearbeitet, erst die Mütter aus der DRV Bund, dann die der regionalen Träger wie der DRV Westfalen. Im Herbst werde überwiesen. Was Voßbeck-Kayser angesichts der Millionen Fälle nicht glaubt: „Ich habe den Frauen immer gesagt: Sie bekommen am Jahresende Weihnachtsgeld. Viele zum ersten Mal im Leben.“

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