Kirmes

Personal-Engpass bei Schaustellern

Arno Heitmann, Inhaber des "Disco-Jet" am Lenzenplatz.

Foto: Corinna Schutzeichel

Arno Heitmann, Inhaber des "Disco-Jet" am Lenzenplatz. Foto: Corinna Schutzeichel

Menden.   Viele Karussellbetreiber suchen händeringend Mitarbeiter, die beim Auf- und Abbau sowie während des Betriebes mit anpacken.

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Personalnot bei den Schaustellern: Viele Karussellbetreiber suchen händeringend Mitarbeiter. Immer öfter vergeblich. Teilweise dauert der Aufbau aufgrund der fehlenden Mitarbeiter sogar länger als eigentlich geplant.

Arno Heitmann, Inhaber des Fahrgeschäftes „Disco-Jet“ (Musik-Express), formuliert die Voraussetzungen, die Bewerber mitbringen sollten: „Sie sollten körperliche Arbeit nicht scheuen.“ Eine bestimmte handwerkliche Ausbildung oder Deutsch-Kenntnisse seien nicht notwendig. Während in früheren Jahren junge Männer die Zeit auf dem Rummel gerne nutzten, um andere Städte kennen zu lernen, gelte heute: „Viele wollen nicht weg von zu Hause“, hat Arno Heitmann beobachtet. „Früher war es cool, wenn man auf diese Weise reisen konnte.“ Hinzu kommen die Arbeitszeiten (abends; Wochenende), die wenig attraktiv wirken, so die Erfahrung des 42-Jährigen. Für ihn selbst stand früh fest, dass er den 1833 gegründeten Familienbetrieb, der in Münster beheimatet ist, übernehmen will: „Ich war im Internat, aber spätestens in der Pubertät wusste ich, dass ich mitreisen will.“

Premiere in Menden

Dienstagabend ist Arno Heitmann mit seinen Mitarbeitern in Menden angereist. Das Team braucht gut zwei Tage, bis die rasende Raupe am Lenzenplatz startklar ist. Für Arno Heitmann ist der Aufbau in Menden eine Premiere: Er ist zum ersten Mal dabei. Er profitiert damit von den neuen Richtlinien für die Kirmes-Standplätze, in denen die Kriterien für die Auswahl der Schausteller festgelegt sind: „Für mich ist das toll. Ich freue mich riesig, dass ich dabeisein darf“, sagt Arno Heitmann. „Für den Kollegen, der mit seinem Musik-Express sonst hier gestanden hat, ist das natürlich nicht so schön. Ich habe ja selbst in anderen Städten feste Plätze, bei denen man davon ausgeht, dass man die immer wieder bekommt.“

Bewerbung hatte Erfolg

Die Personalnot bekommen auch seine Nachbarn am Lenzenplatz, die Inhaber von „1001 Nacht“, zu spüren. Am späten Dienstagnachmittag sind Nadine und Dany Hartmann angereist, Mittwochmorgen haben sie und ihr Team mit dem Aufbau begonnen. Dany Hartmann berichtet, er habe noch einen Freund aktiviert, der beim Aufbau mithelfe, „es will ja keiner mehr körperlich arbeiten“. Personal zu finden, sei „viel schwieriger als früher“.

Vor vielen Jahren hat Dany Hartmann mit seinem Fliegenden Teppich schon einmal in Menden Station gemacht. Er ist glücklich, dass seine Bewerbung Erfolg hatte: „Menden ist für uns immer eine gute Veranstaltung.“ Zudem sei es nicht weit nach Hause: Er lebt mit seiner Familie in Schwerte.

Kinder gehen in Menden zur Schule

Während der Aufbau- und der Kirmestage gehen drei der vier Kinder des Ehepaares in Menden zur Schule, das vierte ist noch nicht schulpflichtig. Sie besuchen die Mendener Josefschule beziehungsweise die Gesamtschule, „und nachmittags sind sie im Schulwagen, können Hausaufgaben machen und werden da betreut“, erzählt Mutter Nadine Hartmann. Alle paar Tage eine neue Schule samt unbekannter Mitschüler und Lehrer – ist das nicht eine große Herausforderung für den Nachwuchs? „Nein“, sagt Nadine Hartmann, „meine Kinder kennen das ja nicht anders. Sie gehen gerne zur Schule.“

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