Blinden-Stadtmodell

Politik beschließt neuen Standort für Blinden-Stadtmodell

Felix Broerken bei seiner Arbeit: Der Künstler entwirft ein Vormodell des Blinden-Stadtmodells.

Felix Broerken bei seiner Arbeit: Der Künstler entwirft ein Vormodell des Blinden-Stadtmodells.

Foto: Felix Broerken

Menden.   Ein Bronze-Bild der Altstadt für blinde Menschen: Planungs-Politiker legen nach längerer Suche den Standort am Glockenteichbach fest.

Ein Schmuckstück in der Mendener Innenstadt soll es werden: das bronzene Altstadtmodell des Soester Künstlers Felix Broerken, und jetzt ist nach längerer Suche auch der Standort festgelegt worden: Auf dem Alten Rathausplatz soll das Modell zwischen der Rinne des Glockenteichbaches und den Schaufenstern des „Schuh-Carrés“ seinen Platz finden.

Es soll dort auch blinden und sehbehinderten Stadtbesuchern durch Ertasten ein Bild der Altstadt vermitteln können.

Stolperfalle

Zunächst war, wie von der WESTFALENPOST berichtet, der Standort unter den Bäumen vor der Mendener Mühle an der Einmündung Bahnhofstraße/Südwall ausgewählt worden. Der erwies sich jedoch wegen der Baumscheibe als Stolperfalle.

Im Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen hieß es dann, das Modell solle neben den Hausmannbrunnen an die Bahnhofstraße. Doch auch hier ergab die Untersuchung durch die Stadtplaner, dass es an drei möglichen Stellen jeweils zu Konflikten mit der Umgebung käme. Als Lösung präsentierte Bau-Fachbereichsleiter Frank Wagenbach nun den Alten Rathausplatz. Dort werde das neue Modell gut sichtbar und erreichbar sein und weder Geschäftsleute noch Markthändler behindern.

Sockel aus Ruhr-Sandstein

Mitte Juli soll das Mendener Blinden-Stadtmodell dort stehen, befestigt auf einem Sockel aus Ruhr-Sandstein. Der Soester Künstler Felix Broerken erstellt das Bronze-Modell im Maßstab 1:4000.

Im Februar hatte er seinen Vorentwurf des Modells aus rosafarbenem Polystyrol in der öffentlichen Sondersitzung des Kultur- und des Bauausschusses vorgestellt. Damals waren auch die Bedenken zum Standort Mendener Mühle aufgekommen.

Stadtmodelle ermöglichen es, mit den Fingerkuppen dem Straßenverlauf zu folgen, Größenunterschiede zwischen den Gebäuden und die Anordnung von Plätzen und Gassen zu ertasten. So können auch sehbehinderte Menschen die Dimensionen der Altstadt maßstabsgetreu erfassen und sich orientieren.

Als Grenzen für das Modells wurden die Wälle festgelegt, die evangelische Heilig-Geist-Kirche und ein Teil der Hönne samt der Bahnhofsbrücke. Die Beschriftungen in Blindenschrift liefern zusätzliche Informationen zu den dargestellten Gebäuden und Plätzen. Finanziert wird das Bronzemodell, das etwa 50.000 Euro kosten soll, zu 80 Prozent aus der Städtebauförderung des Landes.

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