Jugendprojekt

Schüler zeigen bei Medienprojekt Kreuzwege des Lebens

Weil der Fußboden knarzt, darf sich Florian Stracke bei den Aufnahmen möglichst wenig bewegen. Der WBG-Schüler muss seinen Text für die Jugendkreuztracht „übertrieben langsam“ einsprechen.

Weil der Fußboden knarzt, darf sich Florian Stracke bei den Aufnahmen möglichst wenig bewegen. Der WBG-Schüler muss seinen Text für die Jugendkreuztracht „übertrieben langsam“ einsprechen.

Foto: Alexander Lück

Menden.   WBG-Schüler beteiligen sich bei Kreuztracht-Projekt. Jugendliche sprechen Texte für neun Stationen ein. Finaler Schnitt sorgt für Feinschliff.

Die Jugendkreuztracht am Gründonnerstagabend ist in diesem Jahr von Walburgis-Schülern vorbereitet worden. Im Rahmen ihrer Firmvorbereitung haben sie Texte geschrieben, die das Geschehen rund um Tod und Auferstehung Jesu Christi mit der Gegenwart und dem eigenen Leben verbinden sollen.

Mehrere Nachmittage nahmen sich die 20 Schüler des neunten und zehnten Jahrgangs im Anschluss an den Unterricht Zeit dafür. Zusammen mit den Religionslehrerinnen Silvia Schmidt und Julia May wurden Themen festgelegt, Ideen gesammelt. „Kreuzwege des Lebens“ wählte die Gruppe als Motto. Dazu verfassten die Jugendlichen eigene Texte zu neun Stationen von der Vincenzkirche bis hoch zur Antoniuskapelle. Biblische Schilderungen sind der Ausgangspunkt jeder Station. Danach folgen Ereignisse unseres Weltgeschehens. In persönlichen und nahegehenden Schilderungen.

Mobbingopfer

Etwa über Mobbingopfer, eine junge Sportlerin, die nach einer schweren Verletzung Leben und Karriere neu ordnen muss oder Menschen, die bei Naturkatastrophen alles verlieren. Den Abschluss bildet immer ein Gebet. Verbunden sind die einzelnen Stationen, die sich an den Fußfällen den Berg hinauf orientieren, durch Musik, die ebenfalls die Gruppe ausgewählt hat. Aktuelle Popsongs genauso wie klassische Werke sorgen für stimmungsvolle Momente.

Diakon André Quante-Blankenagel, der in die Vorbereitungen der Jugendkreuztracht seit vielen Jahren involviert ist, lobte die Jugendlichen beim letzten Vorbereitungstreffen: „Ich bin total begeistert von euren Texten. Die sind sehr ansprechend und werden bestimmt die jüngeren Teilnehmer der Kreuztracht wie auch die etwas älteren berühren.“

Vorsicht vor dem Holzboden!

Am Gründonnerstagabend werden die Texte nicht live gesprochen, sondern eine Aufnahme abgespielt. Als diese von der Gruppe in den Räumen des WBG aufgenommen wurde, war die WP dabei.

Sebastian Adler macht seit vielen Jahren die Aufnahmen, hat Routine. Den Jugendlichen gibt er Hinweise mit auf den Weg, bevor sie ins Mikro sprechen: auf dem knarzenden Holzfußboden wenig bewegen. Sehr langsam sprechen! „Man muss das wirklich übertrieben langsam machen, deutlich die Buchstaben formen. Nur so kann man hinterher die Texte deutlich aus den Lautsprechern verstehen.“ Wichtig: „Verhaspeln ist nicht schlimm.“ In diesem Fall sucht man eine geeignete Stelle und steigt wieder ein. Der Rest erledigt Adler mit dem finalen Schnitt.

Zum 100. Geburtstag

Am Ende läuft alles problemlos, nach einer Stunde ist die Jugendkreuztracht im Kasten. Alle Teilnehmer sind auch Firmbewerber aus den Mendener Gemeinden, sie werden Anfang Juni das Sakrament empfangen. „Anlässlich unseres 100. Geburtstages wollte die Schule die Jugendkreuztracht sowieso vorbereiten“, sagt WBG-Lehrerin Silvia Schmidt.

Nachfrage in die Runde, wer denn schon bei der Jugendkreuztracht in den vergangenen Jahren mitgegangen ist? Antwort: alle, manche schon seit vielen Jahren. Die besondere Stimmung dieses Abends nachspüren, und das noch mit den eigenen, selbst vorgetragenen Texten, darauf freuen sich alle. WBG-Schüler Moritz Köchling sagt: „Das ist eine beeindruckende Atmosphäre. Es sind so viele Leute da, und trotzdem ist es so still.“

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