Kreuztracht

Seit 333 Jahren ist die Kreuztracht Mendens Markenzeichen

Eine Aufnahme von der Mendener Kreuztracht aus dem vergangenen Jahr. Ab Donnerstagabend werden sich wieder Tausende Teilnehmer im Zeichen des Kreuzes auf den Weg machen.

Eine Aufnahme von der Mendener Kreuztracht aus dem vergangenen Jahr. Ab Donnerstagabend werden sich wieder Tausende Teilnehmer im Zeichen des Kreuzes auf den Weg machen.

Foto: Martina Dinslage (Archiv)

Menden.   Von Gründonnerstag bis Karsamstag begehen Christen in der Hönnestadt die traditionellen Kreuztracht-Prozessionen.

Kaum eine Tradition dürfte enger mit Menden verknüpft sein als die Kreuztracht. Seit dem Jahr 1686 ziehen die Bürger der Hönnestadt entlang der Fußfälle – ein Mendener oder eine Mendenerin dabei mit dem Kreuze als physische Last. Kreuztrachten gibt es auch in anderen Städten, die Besonderheit in Menden ist, dass von Donnerstagabend bis Karsamstagmorgen fast jede Stunde eine Prozession stattfindet.

„Die Kreuztracht ist für Menden ein Markenzeichen“, sagt André Quante-Blankenagel, Diakon in der Gemeinde St. Vincenz. „Sie ist eine sehr prägende Veranstaltung, natürlich religiös.“

Generalvikar Alfons Hardt kommt

Die Route kann in diesem Jahr wie gewohnt abgeschritten werden. Als Gast hat sich unter anderem Generalvikar Alfons Hardt angekündigt.

Wie groß der Anteil der wirklich Gläubigen ist, werde nicht nachgehalten. „Wir fragen die Teilnehmer nicht, warum sie teilnehmen. Es ist eine Mischung aus Brauchtum, Tradition und Glaube.“ Im besten Fall, sagt Quante-Blankenagel, nähmen die Teilnehmer etwas für sich mit.

Jeweils eine Person wird wieder als Jesus verkleidet das Kreuz über den Mendener Kapellenberg tragen. Dafür sind insgesamt 32 Trägerinnen und Träger ausgelost worden.

Wer hinter Bart und Gewand steckt, ist wie immer geheim, sagt der Diakon: „Das Thema Anonymität ist auf jeden Fall noch wichtig. Auch das macht das Besondere aus.“ Manche Bewerber würden zur Auslosung sogar Vertreter schicken.

Möglichkeiten der Gestaltung

Seit zehn Jahren begleitet Quante-Blankenagel die Mendener Kreuztracht als Diakon. In dieser Zeit hat er einen Trend beobachtet: „Die

Jugendkreuztracht wird immer beliebter, das merkt man ganz klar. Viele spricht die Atmosphäre am Donnerstagabend an.“ Natürlich sei auch die große Kreuztracht am Karfreitag – die einzige zweistündige – immer gut besucht. „Das ist unsere Chance, junge Familien zu erreichen.“

In den vergangenen Jahren seien auch die Ansprüche an die Organisation und Absicherung der Kreuztracht immer weiter gestiegen. Die Kreuztracht ist eine rein christliche Tradition. In Zeiten vom Mitgliederverlusten der Kirchen befürchtet Quante-Blankenagel nicht, dass die Kreuztracht auf lange Sicht verschwindet. „Die Tradition prägt Menden seit über 300 Jahren. Die Form hat sich entwickelt. Wir müssen aber Möglichkeiten finden, sie auch in der heutigen Zeit plausibel zu gestalten.“

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