Container

Menden: In der Corona-Krise nimmt illegale Müllentsorgung zu

Illegale Müllentsorgung, hier ein Archivbild.

Illegale Müllentsorgung, hier ein Archivbild.

Foto: Corinna Schutzeichel / WP

Menden.  Auch das ist eine Folge der Corona-Krise: Seit der Schließung der Bringhöfe am 16. März laden mehr Menschen in Menden ihren Müll illegal ab.

Während der Corona-Krise nimmt die illegale Abfallentsorgung in Menden stark zu. Darauf weist der Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA Iserlohn) hin. Explizit seit der Schließung der Bringhöfe am 16. März nimmt das illegale Abladen zu. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Entsorgungsproblematik.

Müssen Täter mit hohen Strafen rechen?

Menden verfügt, verteilt über das gesamte Stadtgebiet, über ein gut ausgebautes Netz an Containerplätzen. Leider werden diese Plätze regelmäßig zum illegalen Abladen von Abfällen genutzt. Dabei werden an den diversen Standorten unter anderem Restmüll, Bauabfälle, Fahrzeugteile, Möbel, alte Fahrräder, Alttextilien, Kinderspielzeug, Säcke mit Tapetenresten, Altöl und vielfältige andere Abfälle vorgefunden. Die Ablagerung von Abfällen und Wertstoffen neben den Depotcontainern ist verboten und stellt nach der Abfallsatzung des ZfA Iserlohn eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeldern in Abhängigkeit von der Schwere des Verstoßes von bis zu 50.000 Euro geahndet wird, so die Stadtverwaltung.

Was mache ich, wenn ich jemanden bei der illegalen Entsorgung beobachte?

Die Stadt teilt mit: „Wenn Sie eine illegale Ablagerung von Abfällen beobachten, egal wo, scheuen Sie sich nicht, dies zu melden. Notieren Sie sich so viele Fakten wie möglich, dann ist die Chance groß, einen Übeltäter auch zu überführen.

Wichtig sind hier vor allem eine möglichst genaue Personenbeschreibung, Angabe von Ort und Uhrzeit und, falls der Müll mit einem Auto angeliefert wurde, auch das entsprechende Kfz-Kennzeichen. Die vorgenannten Angaben können Sie den zuständigen Mitarbeitern im Rathaus am einfachsten über die E-Mail-Adresse abfall@menden.de zukommen lassen.“

Warum ist der Bringhof geschlossen?

Die Bringhöfe, an denen in Spitzenzeiten bis zu 1000 Anlieferungen beziehungsweise Fahrzeuge pro Tag abgefertigt werden, wurden aufgrund des nicht kalkulierbaren Infektionsrisikos für die Bürgerinnen und Bürger und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Coronavirus geschlossen. In der Regel sind die Fahrzeuge der anliefernden Kunden mit mindestens zwei Personen besetzt. Daraus ergibt sich ein hohes Risiko. Für das weitere Vorgehen soll die Bewertung der Situation durch die Bundes- und Landesregierungen vor Ostern abgewartet werden.

Wohin bringe ich denn nun den Müll?

Der Bringhof in Menden ist zwar geschlossen, die anderen umfangreichen Entsorgungsangebote für die Abfuhr von Sperrmüll, Elektrogroßgeräten und Grünabfall werden jedoch weiterhin angeboten. Die Stadtverwaltung weist deshalb nochmals ausdrücklich darauf hin, dass in die Papier-, Glas- und Grünabfallcontainer ausschließlich Altpapier,

Altglas und lose Grünabfälle eingeworfen werden dürfen. Auf der Internetseite der Stadt Menden unter www.menden.de/entsorgungsleistungen und der Internetseite des ZfA Iserlohn (www.zfa-iserlohn.de) stehen ausführliche Informationen. Darüber hinaus stehen die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus telefonisch oder per E-Mail beratend zur Seite.

Kommt die Müllabfuhr weiter?

Ja. Die originäre Abfallbeseitigung über die Abholung sowie die Bereitstellung von Containern bleibt weiterhin erhalten und stellt sich wie folgt dar: Graue Restmülltonne (14-tägliche Entsorgung); Gelbe Wertstofftonne (14-tägliche Entsorgung); Blaue Altpapiertonne (vierwöchentliche Entsorgung); Depotcontainer für Altpapier (Entsorgung bei Bedarf); Depotcontainer für Altglas (Entsorgung bei Bedarf); Depotcontainer für Grünabfall (Entsorgung bei Bedarf).; Sperrmüllabfuhr (wöchentliche Abholung; •Elektrogroßgeräteabfuhr (14-tägliche Abholung).

Darf ich Rasenschnitt auf Grünflächen abladen?

Nein. Selbst Rasenschnitt hat auf Wiesen nichts zu suchen, erläutert der Landwirtschaftliche Kreisverband Märkischer Kreis (WLV): Landwirtschaftliche Flächen unterliegen strengen Nährstoffkontrollen, gedüngter Rasen aus dem Hausgarten bringt die Nährstoffbilanz landwirtschaftlicher Flächen – zu deren Ermittlung Bodenproben gezogen werden – durcheinander. Aber diese Bilanz muss vom Landwirt strengstens eingehalten werden. Zudem mindert frischer Rasenschnitt die Futterqualität der Grassilage und des Heus. Bei der Grassilage wird der Silierprozess behindert, sodass die Ballen anfangen zu gammeln. Durch schlechte Silierung oder Trocknungsphase beim Heu kann frischer Rasenschnitt im gepressten Ballen Schimmelsporen bilden, welcher zu Minderqualität des Futters führt bis hin zu Krankheiten bei den Tieren.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben